Afsaneh Nagy

Monolog einer besonderen Künstlerin

  • Quelle: Afsaneh Nagy
Afsaneh Nagy 2018-01-03T09:03:58+00:00

Projektbeschreibung

Hamburg | AUSGABE 17 | HERBST 2016

Im letzten Jahr habe ich meine Zeit Kindern gewidmet. Besonderen Kindern – Kindern aus dem SOS Kinderdorf Harksheide. Konkret mit dem Projekt “Art meets Charity“. Das Serie war vom ersten Tag ein Herzensprojekt und die Kinder wuchsen mir über Monate immer mehr an mein Herz.

Es war eine besondere Zeit, für die ich unendlich dankbar bin. Jeder einzelne Tag, an dem ich diese Kinder in ihrem Alltag fotografierte, barg ein einzigartiges Erlebnis. Irgendwann wurde ich selbst zu dem Projekt. Nachdem es abgeschlossen war – Ende letzten Jahres – war ich auf der einen Seite voller Glücksgefühle, aber auf der anderen Seite auch innerlich verloren. Was sollte nun folgen, welches Thema, welches Motiv, nach all diesen Momenten?

Ich brauchte eine kreative Pause und Zeit für mich. Ist nicht schon alles fotografiert worden? Wann ist es dann Kunst? Es entstand der innere Antrieb, etwas Eigenes zu erschaffen. Meine Handschrift zu hinterlassen. Etwas, das Aufmerksamkeit verdient und wieder mit Menschen zu tun hat und Menschen berührt. Während ich nachdachte, überlegte ich, wer ich eigentlich bin. Bin ich ehrlich, authentisch oder spiele ich manchmal eine Rolle? Verstecken wir uns nicht manchmal alle hinter einer Maske?

In der Psychologie geht es bei dem Begriff “Persona” um eine Maske, die Individualität vortäuscht. Wir alle kennen diese Momente, in denen wir eine Maske tragen. Ob wir es müssen, wollen oder sollen ist in dem Moment nicht wichtig. Manchmal merken wir es nicht einmal. Oder wir merken es, geben es aber nicht zu, weil wir unsicher sind oder einfach nur Angst haben.

Gibt es auch die Maske, die keine Maske ist, weil sie Emotion, Energie und Gefühle zeigt? Ein wahres Ich? Ich fragte mich, wie diese Maske aussehen würde. Wäre sie nicht bunt und voller Farbintensität und damit voller Kraft? Mit meiner neuen Serie Colors möchte ich genau das erreichen. Ich möchte Gesichter zeigen, die die Farben nicht als Maske zeigen. Es soll die Person dazu motivieren, selbstbewusster zu werden. Ihre wahren Gefühle zu zeigen und diesen einen neuen Ausdruck verleihen. Emotionen zu Tage zu fördern, die sonst nicht sichtbar werden. Sich wirklich zu zeigen, man selbst zu sein – mehr als der Einzelne sich bisher zugetraut hat. Dafür brauchte ich einen Experten, einen weiteren Künstler.

Dann “kam” genau diese Person in mein Leben: Leonie Gene, eine international bekannte “Bodypainterin”. Als ich ihr von meiner Idee erzählte, merkte ich sofort, dass sie genau verstand, wovon ich sprach. Ihre Vorstellungskraft, der Umgang mit Farben, ihre Liebe zum Detail haben diesem Projekt Leben eingehaucht. Es war auch hier erneut die Arbeit mit besonderen Menschen, die sich mit uns auf dieses Experiment einließen. Egal wo die Farbe hinlief, wie viel Geduld sie brauchten, auch mir als Fotografin zu folgen und ihren Gefühlen freien Lauf zu lassen. Nur so konnten wahrhaftige Bilder entstehen, Colors …!

Ich bin glücklich, wieder etwas Neues erschaffen zu haben, und freue mich schon jetzt auf die nächste Herausforderung. Auf neue Projekte und darauf, Menschen auf eine Reise mitzunehmen. In eine neue Welt – und das dann festzuhalten; Fotografie in ihrerreinsten Form!

Kontaktdaten:

www.afsaneh-nagy.de
info@afsaneh-nagy.de