Project Description

ALPENRESIDENZEN | AUSGABE 04 | FRÜHLING 2016

Im Alpenraum wird es für Kaufinteressenten immer schwieriger, unbebaute Grundstücke, als Anlage Baugrundstück, zu erwerben. Abgesehen davon, dass aufgrund der natürlichen Gegebenheiten im alpinen Siedlungsgebiet zur Bebauung geeignete Grundflächen nur eingeschränkt verfügbar sind, verringert sich das Angebot an freien Grundstücken natürlich mit jedem weiteren Neubau. Es gelangt aber auch nicht jedes freie Grundstück auf den Markt, denn Grundeigentümer halten zum Teil ihre Liegenschaften zurück, um sie entweder selber zu bebauen oder für die nächste Generation zu bewahren. Freie Grundstücke – ob bebaut oder unbebaut – stellen oft auch einfach eine Geldanlage dar denn sie haben in den letzten Jahren wesentlich höhere Wertsteigerungen erfahren, als herkömmliche Geldanlagen.

Warum Baugrundstücke immer eingeschränkter oder gar nicht mehr verfügbar sind, hat, neben den oben angeführten, noch mehrerlei Gründe:

• Bauland ist aufgrund der topografischen/alpinen Lage der Siedlungsräume nur eingeschränkt verfügbar.
• Die rigorose Widmungspolitik der Kommunen führt dazu, dass kaum mehr neue Grundstücke als Bauland ausgewiesen werden. Wenn Grundstücke neu als Bauland ausgewiesen werden, dann geschieht dies meist für Ortsansässige bzw. Einheimische, verbunden mit entsprechenden Auflagen (bis zum Vorkaufsrecht der betreffenden Gemeinde).
• Die Gemeinden sind bestrebt und angehalten, als Bauland gewidmete Grundstücke, welche seit langer Zeit nicht bebaut wurden, wieder als Freiland rückzuwidmen. Meist geschieht diesim Einvernehmen mit den Grundeigentümern, die oftmals dann damit einverstanden sind, wenn sie entweder eine andere Fläche neu als Bauland ausgewiesen erhalten („Widmungstausch“) oder kein Interesse am Verkauf oder einer Bebauung haben und durch eine Rückwidmung eine Reduzierung der Grund/Bodensteuer erreichen.

Anlage Baugrundstück

Aufgrund des in nachgefragten Regionen daher nahezu „ausverkauften“ Grundstücksmarktes sind Kaufinteressenten immer öfter bereit, bebaute Liegenschaften in der gewünschten Lage zu kaufen. Dies jedoch nicht, um den Gebäudebestand zu sanieren oder umzubauen, sondern um diesen komplett abzutragen und auf dem dann unverbauten Grundstück ein neues Gebäude zu errichten. Dies hat den großen Vorteil gegenüber einer Sanierung bzw. einem Umbau, dass der Bauherr und damit die individuelle Planung an keine bestehende Gebäudestruktur gebunden sind. Die Nachteile bestehen vor allem in den zusätzlichen Kosten für den Gebäudeabbruch samt Abtransport und Deponierung des Abbruchmaterials und den erhöhten Zeitaufwand bis mit dem Neubau begonnen werden kann. Ein Vorteil kann darin liegen, dass bereits bezahlte Erschließungskosten für den Altbestand eventuell auf den Neubau angerechnet werden können. Und gerade in hochpreisigen Regionen liegen die Abbruchkosten meist im nur einstelligen Prozentbereich der Gesamtkaufkosten. Wer daher schon lange vergeblich auf der Suche nach einem unbebauten Grundstück ist, sollte doch die Alternative des Ankaufes einer Liegenschaft mit Altbestand in Betracht ziehen. Je höher der Investitionsspielraum des Käufers, umso größere Chance besteht, auf diesem Wege zu einem „unbebauten“ Grundstück zu kommen. Aber auch hier gilt: vor einem Ankauf sollten unbedingt sämtliche Umstände von Fachleuten genau geprüft werden, um alle rechtlichen und technischen Aspekte zu berücksichtigen und vor unliebsamen Überraschungen gefeit zu sein.

Kontakt

Dr. Christian Neumayr MRICS
Member of the Royal Institution of Chartered Surveyors
Immobilientreuhänder und Gerichtssachverständiger
Kaiserstraße 12a
A-6380 St. Johann
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