Projektbeschreibung

Hamburg | Ausgabe 22 | Winter 2018

Bei „Art-Meets-Charity” geht es hauptsächlich darum, durch Kunst – in Form von Bildern, Büchern, Galas und vielem mehr – Geld für hilfsbedürftige Kinder weltweit zu sammeln und zu spenden. Diesmal geht es um ein SOS-Kinderdorf in Namibia.

Es gibt eine Menge aktiver Projekte zugunsten von Kindern weltweit – nicht genug! Durch „Art-meets-Charity” soll verdeutlicht werden, dass man nicht reich sein muss, um etwas Bedeutungsvolles auf die Beine zu stellen: Man braucht nur viele helfende Hände, und wie man weiß, gibt es da draußen viele Menschen, die lediglich eine ausgestreckte Hand suchen, um sich zu beteiligen. Doch manchmal ist es schwierig, aus der Ferne zu helfen, weil der Bezug zum Gegenüber fehlt. „Durch unser Projekt versuchen wir eben diese geografische und emotionale Entfernung zu überbrücken, indem wir das Schicksal dieser Kinder erfahrbarer machen. Unser Beitrag zu dieser Aktion ist ein Kunstwerk in Form eines Bildbands, randvoll mit reportageartigen Fotografien des SOS-Kinderdorfs, die durch modernes Design zusammengehalten werden“, erläutert Afsaneh Nagy.

„Art-Meets-Charity” wurde als Idee vom Ehepaar Nagy – mit Hilfe von zahlreichen Menschen und in Kooperation mit SOS-Kinderdorf – 2014 auf die Beine gestellt. 2015 war die erste große Charity-Gala – mit Unterstützung des „East Hotel“ in Hamburg und Vielen mehr. Diesmal hat sich auch Marcel Wroblewski — ein engagierter Künstler und Kommunikationsdesigner, der das Projekt von Anfang an für eine gute Idee hielt, — für AmC begeistern können.

Afsaneh Nagy berichtet

„Ich teile mein Leben in Stationen ein. Stationen, das sind Ereignisse, die mich prägen. Namibia war voller solcher Stationen, voller Bedeutung: Station Liebe, Station Lernen und Station Bescheidenheit. Mit wenig glücklich zu sein, ist eine Gabe, die wir leider durch Beeinflussung von außen, unseren Lebensumständen und so vielem mehr manchmal einfach vergessen.

Meine Erfahrungen in Namibia erinnerten mich genau daran und deshalb waren und sind sie heute noch so unendlich wichtig für mich. Namibia war so eine Station.

… Nein, sie wussten nicht, wer ich bin und was ich da vorhabe. Ich nenne es ENERGIE… eine ganz außergewöhnliche Form der Energie … eine Energie, die mich sofort berührte – auf eine ganz eigene Art. Es war für diese Kinder ein richtiges Event, und jedes einzelne Kind strahlte, lachte. Meine Assistentin und ich hatten für zehn Tage ein neues Zuhause gefunden. Ein Kinderdorf mit über 100 Kindern, Müttern, Mitarbeitern und nun uns – uns und der Kamera.

Ich habe mir natürlich im Vorfeld Gedanken gemacht, wie ich die Kinder für mich gewinnen könnte, und habe mich für ganz einfache Luftballons entschieden. Und ich muss gestehen, hätte ich gewusst, was Luftballons ausrichten können, hätte ich einen weiteren Koffer nur mit Luftballons mitgenommen. Das kam so gut an, dass ich am nächsten Tag ganz Windhoek abgeklappert habe, um weitere Luftballons zu finden, und das mit Erfolg. Denn mit mehr Luftballons in der Tasche war ich die neue „Aunty“ im Dorf – und zwar die „Favourite Aunty“. ;-)

Diese Kinder sind so herzerfrischend ehrlich: ohne Luftballon kein Bild. Irgendwann kam ich auf die Idee, alle Bilder in Schwarzweiß zu halten und den Himmel als Hintergrund zu nehmen. „This is Afsaneh-African-Style“ war geboren!

Schon am zweiten Tag habe ich festgestellt, wie diszipliniert diese Kinder sind und wie wichtig ihnen die Schule ist. Kein Kind war nach 18 Uhr draußen und ich wollte eigentlich mit ihnen am Feuer sitzen und singen … Erneut Geduld … und dann musste ich halt bis zum Wochenende warten. Am Samstagmorgen bin ich durch afrikanische Musik aufgewacht – und, mein Gott können die tanzen. Das war ein fantastisches Bild! Ein Bild, ein Film, der immer bei mir sein wird!

Ich bin zum Entschluss gekommen, dass jeder lieben kann. Dieses Gefühl, diese Gabe, hat jeder von uns – wichtig ist nur, wie wir diese Gabe einsetzen. Wir brauchen keinen Grund, um zu helfen. Wir denken zu viel nach und verkomplizieren es dadurch. Die Liebe, die diese Kinder einem zurückgeben, hat mich kreativer gemacht, hat mich gelehrt, was es heißt, glücklich zu sein – glücklich, wenn ich in dieses Kinderlächeln schaue.

Namibia war für mich die Station „wie werde ich mit weniger glücklich“?
Brauche ich wirklich mehr, um glücklich zu sein?
Geht es mir gut, oder bin ich gar privilegiert?
Gebe ich genug oder nehme ich mehr?
Reicht das, was ich tue, oder könnte ich mehr tun?
Gewinne ich genug Menschen dazu, die das Projekt unterstützen?
Wie viele Menschen kenne ich, die helfen könnten?
Habe ich sie alle schon für dieses Projekt gewonnen?

Die Antwort ist: Wir können alle so viel mehr. Wir müssen nur beginnen. Lasst uns geben!

Kontakt

Afsaneh Nagy
M +49 (0)151 41 40 19 46
info@afsaneh-nagy.de
www.afsaneh-nagy.de