Projektbeschreibung

Baumstark ist ein Zusammenschluss von neun Tiroler Tischlereien, die 2004 so ihre jeweiligen Stärken bündelten. Seitdem arbeiten sie unter dieser Dachmarke gemeinsam für den Export. Und sind weltweit erfolgreich, statt in heimischen Märkten zu konkurrieren.

Baumstarker Vertrieb

Inzwischen haben sie längst nicht nur in der britischen Hauptstadt mit spektakulären Projekten Aufsehen erregt. Internationaler Vertriebsleiter für die Tiroler Baumstark-Tischler ist seit über zehn Jahren Josef Schafleitner – um neue Projekte anzubahnen und Aufträge abzuschließen. Selbst Tischlermeister ist er bei namhaften internationalen Architekturbüros ein gern gesehener Gast. Das spezielle Wissen und die hohe Lösungskompetenz der Baumstark-Mitglieder lassen ihn bei den Architekten-Partnern mehr als Berater denn als klassischer Vertriebsmitarbeiter auftreten. Schafleitner ist viel in der Welt unterwegs. Seine Arbeit als baumstarker Vielflieger führt ihn von London nach Paris, bis in die USA, nach Kanada oder Aserbeidschan – um nur einige Destinationen zu nennen. Neben Architekten betreut er auch Generalunternehmer und private Auftraggeber.

Die Vorgeschichte: Baumstark bei den Briten

Wir befinden uns im Jahr 2009 n.Chr. Ganz Europa war von der Wirtschafts- und Finanzkrise besessen. Ganz Europa? Nein! Eine Kooperation von neun Tiroler Tischlereien hört nicht auf ihr Widerstand zu leisten. Mit Top-Qualität, Flexibilität und einer „baumstarken“ Strategie.

Zugegeben: Als die Kooperation nach England startete, war von Krise noch weit und breit nichts zu hören und zu sehen. Vielleicht hätte sie die Mitglieder doch noch ins Grübeln gebracht. Aber der Himmel ist ihnen deshalb damals auch in der globalen Krisenzeit nicht auf den Kopf gefallen. Dafür fielen (nicht nur) Branchenkollegen aus allen Wolken, als die neun Tiroler Tischlereien den Verein „Baumstark“ gründeten – mit dem erklärten Ziel, den britischen Markt bei exklusiven Innenausbauten und -ausstattungen zu erobern. Schwerpunkt und Zielmarkt: Der Großraum London!

TeaCanopy by Ron Arad Architects

Baumstark: „Wilde Hunde“ aus Tirol

Es muss an den Bergen liegen. Den einen Schutz vor der „Welt da draußen“, den anderen Antrieb, der Enge im Tal zu entkommen, „auffi auf den Berg“ zu schauen und herauszufinden, welche Horizonte dahinter liegen. Viele Tiroler treibt es so in alle Welt. Nicht selten kommen sie als berühmte Bergsteiger, Künstler, Architekten, Meisterköche usw. zurück. „Wuide Hund“ (Wilde Hunde) werden sie anfangs oft genannt. Eine an sich despektierliche Bezeichnung. Im Erfolgsfall beinhaltet sie aber schnell (vereinnahmenden) Respekt. Allen „Wilden Hunden“ gemeinsam ist das dringende Bedürfnis etwas zu bewegen, etwas Neues zu schaffen, weg von dem Gewohnten, ohne allerdings die Bodenhaftung zu verlieren. Motto: Wer Gutes bewahren will, muss neue Wege gehen.

Ist Wolfram Allinger-Csollich ein „wilder Hund“? Wenn ja, ist dem feinsinnigen Familienvater mit dem Faible für innovatives Design diese Eigenschaft nicht auf den ersten Blick anzusehen (was in Tirol nichts heißen will …). In seiner Eigenschaft als Berater des Holzclusters Tirol , einer Vereinigung, die Firmen neue Marktchancen erschließen soll, traf der Diplomingenieur im Jahre 2003 auf eine kleine Tischlerkooperation namens Baumstark. Ein bis dahin vom Land gefördertes Projekt, das sich die Entwicklung biologischer Schlafzimmermöbel auf die Fahnen geschrieben hatte. Das Projekt drohte nach Ende der Förderung im Sande zu verlaufen. Allinger-Csollich witterte eine Chance. Man begann miteinander zu reden.

Oder Tischlermeister Markus Decker aus Itter im Tiroler Unterland? Er steckte neben dem Kerngeschäft seines erfolgreichen Familienbetriebes seine ganze Energie in den Aufbau von „Marco Zedd“, eine exklusive, klassisch-moderne Möbellinie, die er zusammen mit namhaften Designern entwickelte. Auch hier war eine Kooperation kleinerer Einzelfirmen am Werk. 2004 lernte er Wolfram Allinger-Csollich und den Rest des alten Baumstark-Projektes kennen. Man setzte sich zusammen, redete weiter und trieb das Projekt Baumstark voran.

5-Sterne-Luxus-Spa Hotel du Collectionneur in Paris: Interior von Baumstark produziert

Baumstark: Cool Britannia

„Natürlich hatten wir vor dem Start der Kooperation Baumstark ausführliche Recherchen und Analysen durchgeführt. Das Ergebnis: Es gab einen großen Bedarf an hoher handwerklicher Qualität in England. In den britischen Markt zu gehen schien – trotz allem logistisch nötigen Aufwand – lukrativ“, erzählt Allinger-Csollich. „Baumstark sah eine erfolgversprechende Perspektive auf mehr und besseren Umsatz. Folglich ging man durch Bündelung von Know How und Schaffung von Synergien auf internationalen Kurs – nicht nur in Großbritannien.“ Als die Risiken kalkulierbar schienen, startete das Projekt richtig durch.

Während der Startphase war Allinger meist gemeinsam mit einem baumstarken Tischlermeister Stammgast auf der Flugroute von Innsbruck-Kranebitten nach London-Gatwick. Prompt handelte er sich dabei von der Baumstark-Gruppe den Spitznamen „Sir Wolfram“ ein. Ab Ende 2004 war er vom Verein Baumstark bestellter Geschäftsführer. Besonders bei den Meetings, die regelmäßig im Innsbrucker Headquarter oder bei einem der über ganz Tirol verstreuten Mitgliedsbetriebe stattfanden, fungierte er als Koordinator, Organisator und Impulsgeber. Intern gilt er zusammen mit dem Holzcluster Tirol von ProHolz Tirol als Initiator und treibende Kraft. Und als derjenige, der über die Jahre ein vorsichtiges und organisches Wachstum der Gruppe nach innen und außen moderierte.

Der Austausch von Erfahrungen und Know How und die gemeinsame Nutzung der Kapazitäten war für Allinger-Csollich in der Startphase „manchmal fast noch wichtiger als die Umsatzsteigerung“. Dass dabei untereinander auch offen über Internas der Einzelfirmen diskutiert wurde, war und ist seiner Meinung nach – nicht nur in Tirol – ungewöhnlich. „Hier ist Vertrauen und Sicherheit gewachsen. Die meisten empfinden es als Freundschaft“, bestätigt Baumstark-Gründungsmitglied Markus Decker.

Knock on Wood

„Baumstark finanziert sich fast ausschließlich über die Jahresbeiträge der Mitglieder.“ Das war laut Allinger weit aktivierender und motivierender, als nur von Förderungen und Subventionen abhängig zu sein. Am Anfang leistete man sich deshalb nur ein sehr straffes Kommunikationskonzept sowie die Dienste einer kleinen und vom baumstarken Projekt ebenso begeisterten Werbeagentur. Und gewann so „nebenbei“ mit dem „Tirolissimo“ gleich einmal den Tiroler Landespreis für Werbung.

„Breit angelegte Werbekampagnen waren aus unserer Sicht – und aus Sicht der Werbeagentur! – ohnehin nicht sinnvoll“, so Allinger. Man setzte auf viel persönliches Engagement, sowie auf punktgenau inszenierte Events. Die „Knock-on-Wood-Tour“ zum Beispiel lud namhafte britische Architekten und Interessenten nach Tirol ein – samt attraktivem Rahmenprogramm in den Bergen Tirols. „Das brachte nach intensiven Vorkontakten in London die ersten Aufträge auf dem britischen Markt.“ Den meisten angereisten Fachleuten war die Vielfalt und handwerkliche Qualität in dieser Form aus England anscheinend nicht geläufig. Die Tiroler Baumstark-Gruppe hingegen erhielt aus erster Hand Feedback und Informationen über den Bedarf der wichtigsten Zielgruppen und konnte beim touristischen Rahmenprogramm persönliche Kontakte zu wertvollen Multiplikatoren knüpfen.

5-Sterne-Luxus-Spa Hotel du Collectionneur in Paris: Interior von Baumstark produziert

Baumstarke Handschlagqualität

Spätestens als Baumstark mit dem Komplettausbau und der Ausstattung nobler Privathäuser in London Referenzprojekte in der absoluten Luxusklasse ablieferte, war klar: Die „Schnapsidee“, sich ausgerechnet Großbritannien als Zielmarkt auszusuchen, funktioniert. Die Tiroler leisten Spitzenqualität. Auch in punkto Logistik und Termintreue. So etwas spricht sich herum. Ebenso wie das Wort „Handschlagqualität“. Die Briten lernten es kennen und schätzen.

„Dass wir alles im Voraus penibel planen, zeichnen, produzieren und bei uns Probe montieren war ungewöhnlich für die Gepflogenheiten in England“, erzählt Markus Decker (Spitzname: „D-Mark“). Das ehemalige Vorstandsmitglied mit dem spitzbübischen Lächeln, sitzt im „kreativen Holzchaos“ seines Büros in Itter. Aus der auf solidem Fundament aus Felsbruchstein gebauten Werkshalle nebenan summen emsige Säge-, Hobel- und Fräsarbeiten. Im Hintergrund steht das Muster einer vergoldeten gotischen Chorgestühl-Schnitzerei. Neben einer schlanken Kommode im Bauhaus-Stil stapeln sich Muster und Materialproben. „Zuhause wären wir uns im Markt nur gegenseitig auf den Füßen gestanden“, meint Decker. „Als Gruppe bündeln wir unsere Kräfte unter dem gemeinsamen Markendach ‚Baumstark‘. Wir können Projekte in internationalen Dimensionen akquirieren und realisieren. So sind wir auch im Wettbewerb mit Großunternehmen eine attraktive Option.“

Eine Einschätzung, die das nächste Highlight in der Baumstark-Geschichte bestätigt: Die baumstarken Tiroler Tischlereien waren offizieller und exklusiver Innenausstatter des „Österreichhauses“ von ORF und Österreichischem Olympischen Komitee bei den Winterspielen 2010 in Vancouver (Kanada). Ob das denn interessant sei, fragt Wolfram Allinger-Csollich eher beiläufig. Understatement … Made in Tyrol.

Baumstark: Miteinander. Füreinander.

Für Allinger liegt die Zukunft kleiner und mittelständischer Unternehmen in flexiblen Netzwerken, in denen sie je nach Bedarf zusammen arbeiten, ohne ihre Autonomie aufzugeben. Schlagkräftig, individuell, effizient und von Werten geprägt, die mehr als Gewinnmaximierung zum Inhalt haben. „Dann haben sie auch international eine Chance“, meint er.

„Kommunikation und Entscheidungsfindung bei baumstark sind konsensorientiert. Das heißt von Anfang an: Es muss etwas Konkretes am Ende heraus kommen“, ergänzt Markus Decker. „Häuptlinge“ und bremsende Hierarchien gibt es nicht. Abstimmungen sind laut Vereinsstatuten vorgesehen, aber „fast überflüssig, weil die Resultate der Diskussionen meist eindeutig und einstimmig gemeinsam erarbeitet werden.“ Das gilt besonders auch für die Verteilung der Projekte innerhalb der Gruppe. Hier kommen die Mitgliedsfirmen federführend zum Zug, die nach allgemeinem Konsens die meiste Kompetenz haben.

Der Mitgliedbetrieb Holzmanufaktur und Vitrinenbau Auer GmbH z.B. ist Baumstark-Spezialist für komplexe, interationale Projekte und damit heutzutage ein wesentlicher Treiber innerhalb der Gruppe. Die Kompetenzen gehen dabei weit über die einer klassischen Tischlerei hinaus: Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Schiffsinnenausbau ist man in diesem Bereich einer der führenden Betriebe. Ebenso im Vitrinenbau für Museen, Ausstellungen und Shops.

5-Sterne-Luxushotel Watergate in Washington D.C.: Baumstark-Wandpaneele in Foyer, Restaurant, Festsaal und Empfangsbereich

Prestigeträchtige Baumstark-Projekte

Auer war auch für eines der prestigeträchtigsten Baumstark-Projekte der letzten Jahre verantwortlich:

Das 5-Sterne-Luxushotel Watergate in Washington D.C. – eines der historisch bedeutendsten Luxus-Hotels des 20. Jahrhunderts. In Zusammenarbeit mit den berühmten, international agierenden Londoner Architekten Ron Arad Associates Ltd.  kamen auch hier die baumstarken Spezialisten zum Einsatz. Sie setzten die qualitativ sehr hochwertigen und technisch äußerst komplexen Wandpaneele in Foyer und Restaurant sowie im angrenzenden Festsaal und Empfangsbereich um.

Weitere Highlights der Baumstark-Tischler aus jüngster Zeit sind das 5-Sterne-Luxus-Spa Hotel du Collectionneur in Paris und die Armadillo Tea Canopy ebenfalls für Ron Arad Associates. Alle drei Projekte zeichneten sich dadurch aus, dass die Wünsche des Kunden bzw. der Architekten nach innovativen Lösungen verlangten – höchste Qualitätsansprüche selbstverständlich inklusive.

Lösungsorientiert? Baumstark!

Konsequente Lösungsorientierung ist die besondere Stärke von Baumstark. Für die Gruppe, die aktuell unter dem Vorsitz von Tischlermeister Christian Pienz agiert, ist das sensible und absolut professionelle Miteinander zwischen Architekt und Baumstark essenziell. Umfassende Erfahrung, außergewöhnliches Knowhow, Flexibilität und gegenseitiges Vertrauen sind die Grundlage. Den Ausgangspunkt bildet die Idee des Architekten. Was folgt ist bei Baumstark immer eine Art Innovationsprozess – samt der Bereitschaft, etwas Neues auszuprobieren und damit verbundene Risiken einzugehen – und zwar von beiden Seiten: von Seiten des Kunden/Architekten wie von Seiten der Baumstark-Tischlereien. Die Ergebnisse sind meist sehr komplex, individuell und in jeder Hinsicht brillant und außergewöhnlich. Baumstark eben …

Baumstark Office:
DI Wolfram Allinger-Csollich
Wilhelm-Greil-Straße 7
AT-6020 Innsbruck | Austria
T: +43 (0)660 1972310
office@baumstark.at
www.baumstark.at

Baumstark Business Development:
Josef Schafleitner
T: +43 (0)664 4164855
josef@baumstark.at

Die Baumstark-Mitgliedsbetriebe:

Möbel Pienz GmbH, info@meistertischler.com, www.meistertischler.com
Tischlerei Decker GmbH, office@decker.at, www.decker.at
Tischlerei Kirchmair GmbH, info@tischlereikirchmair.at, www.tischlereikirchmair.at
Koch Türen GmbH, info@kochtueren.at, www.kochtueren.at
Holzmanufaktur und Vitrinenbau Auer GmbH, office@auer-hm.at, www.auer-hm.at
Tischlerei Schnegg, stefan@tischlerei-schnegg.at, www.tischlerei-schnegg.at
Kuen Alois GesmbH & Co KG, stephan.plangger@tischlerei-kuen.atwww.tischlerei-kuen.at
Planungsbüro Tischlerei – Wolfgang Falkner, office@falkner-design.at, www.falkner-design.at
Alois Ladner Möbelwerkstätten eU, info@tischlereiladner.at, www.tischlereiladner.at