Projektbeschreibung

HAMBURG | AUSGABE 18 | WINTER 2016

Im Mittelalter bildeten Kunst und Handwerk noch eine untrennbare Einheit. Man „las“ und verstand die Sprache des Materials, „sah“ die Proportionen, achtete auf lebendige und stärkende Harmonien wie z. B. den „Goldenen Schnitt“ und „übersetzte“ sie handwerklich in Objekte, die dem Menschen guttaten, egal ob es sich um Gebrauchsgegenstände oder Kirchen und Kathedralen handelte. In der Renaissance war es zum Beispiel ein Künstler wie Michelangelo, der diese Fähigkeit noch hatte und in einem groben Marmorblock schon seinen berühmten „David“ sah und ihn „nur“ noch herausarbeiten musste.

Wenn Stefan Knopp von „zurück zum Ursprung“ und der „Seele des Materials“ redet, dann meint er genau diese Qualität, die ihn dazu beflügelt, das zu machen, was er macht und wie er es macht. Damit lebt er eine Einstellung, die zwischen Kunst und Handwerk nicht unterscheidet und die er zum Beispiel mit modernen Bildhauern wie dem österreichischen Staatspreisträger Karl Prantl oder dem Japaner Makoto Fujiwara gemeinsam hat. Obwohl – oder gerade weil – seine Werke so wertvollen angewandten, praktischen, ästhetischen und emotionalen Nutzen für seine Kunden haben.

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar?

Nach dieser berühmten Weisheit von Antoine de St. Exupéry sind mehr Sinne als nur die Augen dafür nötig, um das Wesentliche wahrzunehmen. Sinne – besser Empathie –, über die Stefan Knopp offenbar verfügt, wenn er – nachdem er seinen Kunden und dessen Bedürfnisse kennen gelernt hat – die ersten Schritte macht, um eines seiner außergewöhnlichen Tisch- oder Möbelobjekte in Angriff zu nehmen. „Welche Geschichte hat ein Baum, ein Holzstamm? Welche Verletzungen hat er im Laufe seines Lebens davongetragen? Welche Eigenschaften passen zu dem Kunden, zu dem Raum, für den ich meine Arbeit mache?“ Danach erspürt und entscheidet Knopp, mit welchem Holzmaterial und welchem Werkzeug er das Wesentliche für einen Tisch oder ein Objekt nicht nur „sichtbar“, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch be-greifbar und erlebbar macht. Mit Feuer, Motorsäge, Öl oder anderen Werkzeugen, bis selbst ein Tisch nicht nur „funktioniert“, sondern auch strahlt, leuchtet, magisch anzieht.

»Wenn wie auf der Möbelmesse in Wien Menschen an meinem Tisch vorbeigehen, plötzlich innehalten, angezogen werden, näherkommen, schauen, beginnen mit den Händen über die Oberfläche zu streichen, den Tisch zu be-greifen … dann bin ich glücklich. Dann weiß ich, dass ich meine Arbeit richtig gemacht habe.« Stefan Knopp

Warum macht er das?

Ein Tisch ist ein Tisch, ist ein Tisch … Menschen treffen sich daran, sitzen daran, essen und trinken daran, reden, diskutieren, streiten und versöhnen sich, leben daran. Das ist das Wesen eines Tisches. Für Stefan Knopp ist er weit mehr als nur ein „Gebrauchs-Gegenstand“. Was ihn motiviert, so zu arbeiten? „Wenn wie auf der Möbelmesse in Wien Menschen an meinem Tisch vorbeigehen, plötzlich innehalten, angezogen werden, näherkommen, schauen, beginnen mit den Händen über die Oberfläche zu streichen, den Tisch zu be-greifen … dann bin ich glücklich. Dann weiß ich, dass ich meine Arbeit richtig gemacht habe.“ Die Eigenschaft, mehr als das oberflächlich Schöne spüren zu können … Die „Kraft des Ursprungs“ wieder wachzurufen. Nie war dies so wichtig wie heute.

Kontakt

Stefan Knopp
Mühlbach 2
A-5162 Obertrum am See
T +43 (0)699 100 26796
F +43 (0)662 254 85510
info@stefan-knopp.com
www.stefan-knopp.com

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