Project Description

KITZBÜHEL & ALPENRAUM | AUSGABE 04 | Frühling 2016

Michaela Schweeger: In der bis 28.04.2016 stattfindenden Ausstellung von ανθροποι . anthropi im artdepot Innsbruck werden 30 vergoldete Figuren auf Stelen gezeigt. Der Besucher wird Teil des Kunstwerkes indem er sich als Individuum in die Gruppe der Stelen einfügt. Das Thema der Figur in einer Serie erinnert in ihrer reduzierten Formensprache auch an archaische Skulpturen. Die reduzierte Formensprache und Klarheit packen den Betrachter und führen ihn in die animistische Glaubenswelt mit ihrem gesamten Symbolgehalt.

Das Thema der weiblichen Urgestalt ist immer wieder in Schweegers Arbeiten zu finden. Sie ist mit afrikanischer Kunst aufgewachsen. Diese prägte die Kindheit der Künstlerin und bildete einen Teil des familiären Alltags. Schweegers Mutter arbeitete als Kustodin der Afrikasammlung des Wiener Völkerkundemuseum. So war es klar, dass sich in der elterlichen Wohnung traditionelle barocke Madonnen neben afrikanischen Skulpturen fanden. Diese prägenden Eindrücke finden sich in den Arbeiten wieder und führen den Betrachter in die Welt der Masken, Mythen und Symbole.

Sabine Groschup agiert zwischen bildender Kunst und Animation, Dokumentation und Schriftstellerei sowie Medien und Klangkunst. Die Schau im Ferdinandeum zeigt ihr 2013 erstmals realisiertes Ausstellungsprojekt (JC{639}), das aus einer Auseinandersetzung mit der künstlerischen Methodik von John Cage hervorgegangen ist. Die Künstlerin verbindet in dem Projekt Stilmittel der filmischen Dokumentation mit künstlerischer Montage sowie strenge strukturale Vorgaben mit einem spielerischen Zufallsprinzip und ihrer Affinität zur Klangkunst. In Anspielung auf das in Halberstadt über 639 Jahre erklingende Cage-Orgelstück „ORGAN²/ASLSP“ (1987) gestaltete die Künstlerin 89 Einzelszenen, welche mittels Zufallsoperationen durch ausgewählte Personen von ihr zu neuen Filmfassungen aneinandergereiht werden. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Installation von inzwischen 45 der geplanten 89 Filmvariationen von „(JC{639})“.

Vom 04. bis 19.05.2016 findet in der Galerie artdepot in der Maximilianstraße 3 in Innsbruck eine korrespondierende Ausstellung mit John Cages Komposition „ASLSP“ (1985) auf einem selbstspielenden Klavier sowie weiteren Werken von Sabine Groschup und von ihr ausgewählten Künstler-KollegInnen statt (Eröffnung: 3.Mai, 19 Uhr). Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der John-Cage-Orgel-Stiftung Halberstadt, dem John Cage Trust, TONSPUR Kunstverein Wien, der Galerie artdepot, dem Leokino und der Jesuitenkirche Innsbruck.

Artdepot
Birgit Fraisl
Maximilianstraße 3/Stöckl
A – 6020 Innsbruck
T +43 (0)650 5531985
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