Projektbeschreibung

Der Genfer Autosalon war wieder die erste der fünf großen internationalen Leitmessen der Automobilindustrie im Jahr. Das erste Trendbarometer der Branche im Jahreslauf zeigte: Das Elektroauto nimmt Fahrt auf und ist im Alltag angekommen.

Mehr als 900 ausgestellte Fahrzeuge, über 600.000 Besucher und ca. 150 Welt- und Europapremieren unterstrichen auch 2019 wieder die herausragende Bedeutung der Geneva International Motor Show als erste weltweite Leitmesse der Automobilindustrie im Kalenderjahr. Immer mehr im Mittelpunkt dabei: Elektromobilität. Mit teilweise spektakulären, – aber auch skurrilen – Premieren und Concept-Cars, besonders in der Mittel und Luxusklasse.

High-End: Elektromobiles Luxus-Hypercar

Im Bereich der Superlative in der Luxusklasse stach der Pininfarina Battista hervor. Er spurtet mit innovativem Elektroantrieb und 1900 PS (!) in unter 2 s von 0 auf 100 km/h. Die Anzahl der zu bauenden Battista hat Automobili Pininfarina auf 150 sorgfältig handgefertigte Exemplare limitiert. Damit erfüllt die italienische Edel-Designschmiede – 90 Jahre später – den Traum ihres Gründers, des Karosseriebauers Battista „Pinin“ Farina, ein eigenes Auto zu bauen – am Headquarter in Cambiano ebenso wie in München. Ausschlaggebend dafür war wohl 2016 die Übernahme des Unternehmens durch den indischen Automobilhersteller für Nutz- und Alltagsfahrzeuge Mahindra. Ab 2020 soll der elektromobile Pininfarina Battista zum kolportierten Preis von bis zu zwei Millionen Euro verkauft werden. Danach sollen auch Elektro-SUVs produziert werden.

Technische Daten Pininfarina Battista:

– Batterien: je 120 kWh
– Leistung: 1900 PS
– Elektrische Reichweite (WLTP): über 450 km
– CO₂-Emissionen (kombiniert): 0 g/km
– Höchstgeschwindigkeit: bis zu 400 km/h
– Beschleunigung: 0-100 km/h: unter 2 s, 0-300 km/h: 12 s

Weitere Informationen: pininfarina.it/en/work/automobili-pininfarina-pf0/

Weltpremiere: Echt. Sinnlich. Konsequent.
Ein Elektro-Sportwagen mit berühmtem Namen

Puristisch designter Sportwagen, revolutionäre Design- und Ingenieurskunst sowie ein berühmter Name … und das Ganze auf Elektromobilität „übersetzt“, die selbst Tesla ins Schwitzen bringen wird … „klingelt“ es da bei einigen? Die Studie des „Mark Zero“ von Anton Piëchs „Piëch Automotive“ ist ein rein elektrisch angetriebener Sportwagen. Er vereint sportwagentypische Fahreigenschaften und innovative Technologie unter einer zeitlosen und attraktiven Karosserie. Es ist das erste Fahrzeug einer Produktfamilie, die von der Piëch Automotive in den nächsten drei Jahren auf den Markt gebracht werden soll. Seine flexible, offene Fahrzeugarchitektur ermöglicht die Verwendung unterschiedlichster Antriebsformen – wie zum Beispiel Elektroantrieb, Hybrid, Brennstoffzelle oder Verbrennungsmotor. Ein völlig neuer Zelltyp erwärmt sich beim Laden und Entladen kaum und kann neben einer besonders hohen Rekuperations-Rate in 4:40 min zu 80 Prozent geladen werden. Faktisch dauert das Schnellladen nur unwesentlich länger als das Volltanken eines Fahrzeugs.

Piëch Automotive ist ein deutsch-schweizerischer Automobilhersteller mit Sitz in Zürich und München. Vor dreieinhalb Jahren hatten die Gründer und Inhaber der Piëch Automotive, Toni Piëch (Sohn von Ferdinand Piëch/Porsche) und Co-CEO/Kreativ-Direktor Rea Stark Rajcic, die Idee, eine neue, flexible Fahrzeugarchitektur zu entwickeln. Als erstes Fahrzeug wurde der Piëch Mark Zero entworfen, der die Faszination eines Sportwagens in das elektromobile Zzeitalter transportieren soll.

Die Marke Piëch steht für zeitlosen Luxus und moderne, unterstützende Technik, die den Fahrer in den Mittelpunkt stellt. Kreativ-Kopf Stark Rajcic betont: „Unser Ziel ist es, das emotionale Fahrerlebnis mit modernster Technologie zu unterstützen. Die Technik soll dem Fahrer helfen, ihn aber nicht ablenken. Und es geht um das richtige Sportwagen-Feeling: fahren, nicht gefahren werden! Die Architektur des Fahrzeugs ist natürlich auch für das Autonome Fahren ausgelegt, aber das heben wir uns für spätere Modelle auf.“ Es sind drei Fahrzeugvarianten geplant: neben einem Zwei- auch ein Viersitzer sowie ein sportlicher SUV. Andere Konzepte in Form von Cabrios oder auch Pick-ups sind ebenso denkbar.Die Produktion wird in Zusammenarbeit mit renommierten Partnern erfolgen, die langjährige Erfahrung in der Auftrags-Fertigung besitzen. Der Piëch Mark Zero wird streng nach deutschen Qualitätsstandards gefertigt und entwickelt.

Technische Daten Mark Zero:

  • Karosserie: Sports Car
  • Leistung: 450 kW/600 PS
  • Gesamtgewicht: unter 1800 kg
  • Elektrische Reichweite (WLTP): bis zu 500 km
  • CO₂-Emissionen (kombiniert): 0 g/km
  • Höchstgeschwindigkeit: bis zu 250 km/h
  • Beschleunigung: 0-100 km/h: 3,2 s

Weitere Informationen: www.piech.com

Auto des Jahres 2019: Der vollelektrische Jaguar I-Pace

Angesichts dessen ist es nicht verwunderlich, dass auf der GIMS 2019 mit dem Jaguar I-Pace ein vollelektrischer Allrad-SUV zum Car of the Year 2019 gekürt wurde, knapp gefolgt vom Renault Alpine A110 mit derselben Punktezahl und dem Kia Ceed. Ian Callum, Designverantwortlicher bei Jaguar, nahm die Trophäe von Jurypräsident Frank Janssen entgegen und meinte: „Wow, das war knapp, oder? Vielen Dank. Ich verstehe nicht, warum die Leute soviel Aufhebens darum machen, wenn ein Elektroauto diese Auszeichnung erhält: Das ist die Zukunft! Und der I-Pace ist ein völlig neuer Jaguar auf einer komplett neuen Plattform, und: er ist das aufregendste Modell, an dem ich je gearbeitet habe.“

Technische Daten Jaguar I-Pace:

  • Karosserie: 5-türiger SUV
  • Leistung: 294 kW (400 PS)
  • Antriebsart: 2 Elektromotoren Allradantrieb (All Wheel Drive, AWD)
  • Batterie: 90 kWh
  • Elektrische Reichweite (WLTP): bis zu 470 km
  • Stromverbrauch (kombiniert) 24,8-22,0 kWh/100 km
  • CO₂-Emissionen (kombiniert)0 g/km
  • Höchstgeschwindigkeit: bis zu 200 km/h
  • Beschleunigung: 0-100 km/h: 4,8 s

Mehr Informationen: www.jaguar.at/Images/Jaguar-I-PACE-Brochure-1X5902010000BXCIT02P_tcm647-642346.pdf

Elektro-Crossover: Audi e-tron

Tesla vor der Nase und asiatische, speziell immer mehr chinesische, Hersteller im Nacken sind auch namhafte deutsche Marken endlich aus dem Winterschlaf erwacht und versuchen neue Benchmarks in Sachen Elektromobilität zu setzen. Ein Beispiel: der Audi e-tron.
Mit dem Elektro-Crossover E-Tron will Audi Kunden mit Sinn für Luxus, Leistung und Emissionsfreiheit ansprechen. Die ersten Autos kommen Ende des Jahres auf die Straße. Damit geht Audi nicht nur in Konkurrenz zu Teslas Elektro-SUV Model X, sondern liefert sich auch mit dem Mercedes EQC und dem bereits erwähnten Jaguar I-Pace ein elektromobiles Rennen um die Käufergunst. Spannend, zumal Preis und technische Daten der Konkurrenten auf verblüffend ähnlichem Niveau liegen wie der erste Serien-Audi mit Elektroantrieb. Eine Vorschau lieferte Audi mit dem Q4 e-tron concept, der Ende 2020 in Serie gehen soll. Die Batterie mit 82 kWh liegt tief zwischen den beiden Achsen, zwei Elektromotoren bieten 225 kW (304 PS) Systemleistung. Der Q4 e-tron wird über 450 km Reichweite haben. 0-100 km/h soll bei 6.3 s liegen. Bis 2025 sollen zwölf reine Elektroautos im Audi-Portfolio zu finden sein.

Technische Daten e-tron:

  • Karosserie: 5-türiger SUV
  • Leistung: 265 kW
  • Antriebsart: quattro
  • Batterie: 95 kWh
  • Elektrische Reichweite (WLTP): bis zu 417 km
  • Stromverbrauch (kombiniert) 26,2-22,6 kWh/100 km
  • CO₂-Emissionen (kombiniert): 0 g/km
  • Höchstgeschwindigkeit: bis zu 200 km/h
  • Beschleunigung: 0-100 km/h: 6.6 s (im Boost-Modus: 5,7 s)

Weitere Informationen: www.audi.at/e-tron/e-tron/preisliste-und-katalog

Außergewöhnliches Messeergebnis

Zufriedene Gesichter bei Veranstalter und Ausstellern und begeisterte Besucher. 34 neue Aussteller zählte die Geneva International Motor Show, darunter ein dreirädriges Vintage Auto aus Estland (Nobe Cars), die russischen Staats-Limousinen (Aurus) oder die italienische Berlinetta von Puritalia. Besonders attraktiv für die Besucher waren die Stände, die ein besonderes Erlebnis boten. Dazu gehören Citroën, aber auch Renault oder TAG Heuer, oder der Stand von McLaren, der die Fans einlud, sich in einen fantastischen Boliden zu setzen. „Dieses Interesse bekräftigt uns in unserer Absicht, die Geneva International Motor Show in Zukunft noch mehr als Erlebnis-Messe zu positionieren“, so Maurice Turrettini, Präsident des Automobil-Salons.Die 90. Geneva International Motor Show wird nächstes Jahr wie immer elf Tage dauern und vom 5. bis 15. März 2020 stattfinden.

Ausführlicher Rückblick auf den Salon 2019 und weitere Infomationen: www.gims.swiss

09.04.2019

Genfer Autosalon www.gims.swiss

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