Projektbeschreibung

MÜNCHEN | AUSGABE 36 | SOMMER 2016

Vom Safarizelt bis zum kanadischen Baumhaus

Erinnern Sie sich an die Szene in dem wunderbaren Klassiker „Jenseits von Afrika“, als
Meryl Streep und Robert Redford in der Wildnis zelten? Natürlich in einem großen Safarizelt mit richtigen Betten, kleinen Waschtischen und einer großen Wäschetruhe darin. Zum Abendessen sitzt das Paar an einem mit Porzellan und Silber gedeckten, mit Kerzen beleuchteten Tisch. Und das eigens mitgeführte Grammophon spielt knarzend einen Walzer in das Abendrot. Unglaublich romantisch. Und gleichzeitig luxuriös. So würden wir auch gerne mal campen, dachten wir uns wohl damals alle.

Wahrscheinlich erinnerten sich die kreativen Outdoor-Enthusiasten an eben diese Szene mit Meryl Streep und ihrem Angebeteten, als sie sich das „Glamping“ einfallen ließen, die Fusion aus „glamorous“ und „camping“. Glamper möchten dieses großartige Gefühl erleben, draußen zu sein in der Natur, aber doch bitte mit ein wenig Luxus. Schließlich wollen sie sich ja auch erholen. Sie möchten abends aufrecht zu Bett gehen und nicht auf allen Vieren. Sie möchten nicht jeden kleinen Stein durch die Matratze spüren. Und sie möchten beim ersten Regen nicht fürchten, dass eine Schlammlawine ihr Zelt flutet und die Sachen bis zum Ende des Urlaubs nicht mehr trocknen.„Glamping“ entwickelt sich bereits seit einigen Jahren und erfährt gerade seinen ersten Boom. Das Internet ist voller Portale, die vielerlei Varianten anbieten, auf Glamping-Urlaub zu gehen.

Die Variante für Einsteiger:

Gerade in Europa rüsten herkömmliche Camping-Plätze auf und bieten gut ausgestattete Großzelte oder Mobile Homes an, die man mieten kann. Sogar an der Ostsee, nahe Fehmarn, stehen Luxus-Safarizelte mit festem Holzboden, schicker Küche, Lounge-Möbeln, Kaminofen und einem eigenen Badezimmer mit Wanne. Wer im Urlaub außergewöhnlich und naturnah wohnen möchte, der findet unter dem Stichwort „Glamping“ Unterkünfte in jeglicher Form: Jurten, Baumhäuser, Iglus, Tipis, Fasshäuser, Beduinenzelte, ja sogar mittelalterliche Turnierzelte. Gerade in Frankreich ist Glamping schon ziemlich verbreitet und hat interessante Varianten hervorgebracht. Dort wohnt man etwa in kunterbunten Zirkuswägen, die sehr gemütlich eingerichtet sind.

Der wahre Glamping-Luxus geht viel weiter:

Der kultivierte Liebhaber des freiheitlichen Reisens kauft sich ein eigenes Campingmobil oder einen Wohnanhänger, hervorragend ausgestattet mit allem, was das Herz begehrt. Allen voran ist da natürlich der windschnittige Airstream im Angebot, den der Amerikaner Wally Byam 1931 konzipiert hat, leicht in der Bauart und hochwertig sowie funktional eingerichtet. Zwei weitere, kleine Wohnanhänger setzen auf schön gemachten Minimalismus: der „Hütte Hut“, das Leichtgewicht in Tropfenform, und der an den Schiffsbau erinnernde „Sealander“. So schön kann Selber-Fahren sein. Dazu gibt es Ausstattung, die deutlich über den kleinen blauen Gaskocher und die klappbaren Alustühle hinausgeht: Warum nicht auf Teakmöbeln sitzen und Steaks auf einem Kugelgrill zubereiten? Wer wirklich Lust auf ganz großen Luxus hat, der kann sich sogar bei Prada einen fellgefütterten Schlafsack kaufen.

Und es geht immer noch mehr:

Weltweit gibt es Glamping-Angebote, die man erst als solche identifizieren muss, etwa das einzige Zeltresort im Inselreich der Malediven: das Banyan Tree Madivaru. Naja, zugegeben, mit Zelten hat das nicht mehr viel zu tun, außer dass die 264 Quadratmeter großen Unterkünfte rundherum aus Stoff bestehen. Hier steht definitiv der Glamour im Vordergrund. Die Tenthouse-Suiten in Kanada findet man nur, wenn man den Blick nach oben richtet. Sie liegen auf hölzernen Plattformen inmitten der Baumkronen, traumhaft eingerichtet und von unendlicher Gemütlichkeit. Sie haben einen Kamin, Bodenheizung und eine Hydrotherapiewanne, aus der man über die Fjorde blicken kann. In Afrika schläft man häufig zeltähnlich – in vielen Lodges gibt es weder Fenster noch Türen, denn es ist viel zu heiß. Und wer wirklich sein ganz persönliches „Jenseits-von-Afrika“-Erlebnis haben möchte, der reise bitte in den Oman. Dort ist Glamping im Moment der große Geheimtipp – unentdeckte Buchten, einsame Strände, beeindruckende Dünen und Canyons finden sich dort als Standorte für die Zelte, die bereits fertig installiert sind, bis die Gäste eintreffen. Deluxe-Zelte für zwei bis vier Personen mit Kingsize-Betten und antiken Möbeln. Man läuft auf seidenweichen Teppichen, sitzt auf arabischen Seidenkissen und lässt sich von einem privaten Koch mit regionalem Essen verwöhnen. Das Badezimmer hat Holzboden, ein Waschbecken mit Fußpumpe und sogar eine Solar-Regendusche. Das Camp wird vollkommen umweltbewusst betrieben, mit Kerzenlicht und Solarlampen, ganz ohne Generator. Da fehlen nur noch Robert Redford und der knarzende Walzer aus dem Grammophon.

Kontakt 

www.canvasclub.de
www.airstream-germany.de
www.glamping.info

www.huttehut.com
www.sealander.de
www.artoftravel.de
www.huttehut.com
www.starnberger-reise-ag.de
www.rockwatersecretcoveresort.com
www.bushbeds.com
www.design-camping.de