Projekt Beschreibung

München | Ausgabe 50 | Winter 2019

Alexandra Goldfuss ist seit 25 Jahren spezialisiert auf Marketing für hochwertige Immobilien. Ihre Agentur ALL ABOUT Real Estate Brands betreut Münchner Projektentwickler, Immobilieninvestoren, Bauherren und Architekturbüros, ist aber auch an internationalen Projekten beteiligt. Im Interview mit STREIFZUG schildert Alexandra Goldfuss, wie aus einem Bauvorhaben eine Marke wird.

Streifzug: Frau Goldfuss, Immobilienmarketing in München, ist das überhaupt notwendig? Verkaufen sich die Wohnungen nicht von allein?
Alexandra Goldfuss: Standardprojekte schon. Wir entwickeln aber Markenkonzepte für hochwertige, sehr individuelle Bauvorhaben. Es geht dabei vor allem darum, eine Idee und bestimmte Werte zu vermitteln.

Streifzug: Wie sieht das konkret aus?
Alexandra Goldfuss: Jede Immobilie braucht eine eigene Identität. Unsere Aufgabe besteht darin, das Gebäude, den Standort, die Historie oder die architektonische Vision zu verstehen und den Wesenskern des Projekts herauszuarbeiten.

Streifzug: Warum lohnt es sich für Immobilienentwickler, in eine Marke zu investieren?
Alexandra Goldfuss: Weil die Marke einem Projekt mehr Wertigkeit gibt. Das ist nicht nur wichtig für den Vertrieb, sondern oft auch ein persönliches Anliegen des Projektentwicklers. Denn entgegen der üblichen Vorurteile gibt es auch Idealisten in der Branche, die etwas konzeptionell Außergewöhnliches und Sinnvolles schaffen wollen. Ich beobachte bei einigen Immobilienunternehmern, dass die Sinnhaftigkeit immer mehr ins Bewusstsein rückt.

Streifzug: Können Sie dafür ein Beispiel nennen?
Alexandra Goldfuss: In München-Laim entwickelt eine alteingesessene Münchner Familie derzeit ein Projekt, das völlig neue Wohnformen miteinander verknüpft: Mehrgenerationen-Wohnen, Co-Working, Co-Mobility, Urban Farming usw. Zuletzt fand hier als Zwischennutzung ein urbanes Kunstprojekt statt. Aus der Vielfalt dieses Ortes leiten wir die Grundidee ab: Kreativität und Flexibilität prägen das Wohngefühl der Zukunft.