Projekt Beschreibung

München | Ausgabe 49 | Herbst 2019

Kunstvoll gearbeitete Wandvertäfelungen aus dunkler Eiche, fein geschnitzte Holzkassetten-decken und vergoldete Friese: Schon beim Betreten des zentralen Foyers des Palais Eger in Berlin-Kreuzberg lässt sich erahnen, wie ungewöhnlich herrschaftlich hier in der Gründerzeit gewohnt wurde. Dass dieses Palais 1881 von einer Holzhändlerfamilie nicht nur als Residenz gebaut worden war, sondern auch als Showroom, um Kunden die eigenen Produkte nahezubringen, ist mehr als eine schöne Anekdote. Denn seine Aura „produktiver Wohnlichkeit“ ist bis heute spürbar und war für den Münchener Immobilienentwickler Euroboden ein idealer Ausgangspunkt, hier sein Berliner Büro hier zu eröffnen. So werden im Palais Eger heute keine Holzprodukte mehr präsentiert, sondern die Architekturkultur von Euroboden.

Dem Palais Eger in Berlin wurde durch Euroboden neues Leben eingehaucht. Foto: Immobilienentwickler Euroboden München

In Zusammenarbeit mit David Kohn Architects aus London ließ Euroboden das denkmalgeschützte Hochparterre renovieren und umgestalten. In jedem Detail des Interieurs offenbaren sich der hohe Qualitätsanspruch und das Architekturverständnis des Unternehmens. David Kohn verstand es, die historischen Räumlichkeiten als Sequenz flexibel nutzbarer Räume neu zu interpretieren, in denen Kunden und Stakeholder repräsentativ empfangen werden und die zugleich den Mitarbeitern der Euroboden eine professionelle wie wohnliche Umgebung für ihren Arbeitstag bieten. Der zentrale Salon, der einst als Speisesaal fungierte, ist nun eine offene Lounge für Mitarbeiter und Kunden und kann für Meetings und Projektpräsentationen ebenso genutzt werden wie für private Dinner und Empfänge, öffentliche Lectures oder Ausstellungen.

Entwürfe für die neuen Büroräume von Euroboden in Berlin. Foto: Immobilienentwickler Euroboden München
Euroboden München jetzt neu mit Repräsentanz in Berlin.

Zeitgenössische Möbel und Klassiker der Moderne bilden in allen Räumen einen bewussten Kontrast zu dem denkmalgeschützten Interieur der Belle Époque. Umgeben von der Ornamentik der Friese und Wandvertäfelungen stellen minimalistische Tisch- und Sitzmöbel, Leuchter von Carlo Scarpa und Michael Anastassiades, industrielle Stahlregale oder der ultramoderne Terrazzo des britischen Designers Max Lamb unkonventionelle Kontrapunkte dar. Besonders markant ist der flächige Einsatz von Farbe: In jedem Raum kontrastieren jeweils zwei Wandfarben miteinander. Wie eine zeitgenössische Interpretation der Wandvertäfelung erzeugen sie von Raum zu Raum unterschiedliche Stimmungen und räumliche Tiefen.

Dass der Bestand im Inneren noch so gut erhalten ist, ist angesichts der bewegten Geschichte des Palais bemerkenswert. In den 1920er Jahren von einer Siemens-Tochtergesellschaft übernommen, wurde er um sechs Geschosse aufgestockt und als Büro- und Gewerbebau genutzt. Es folgten weitere Umbauten: 1954 zur Schneiderwerkstatt, 1974 zum Arbeiterinnenwohnheim und 1996 zur temporären Unterkunft für Kriegsflüchtlinge. Erst 1999 wurde der historische Wert des Palais Eger wiederentdeckt. Nach aufwändiger Restaurierung zog 2009 bis 2014 die New Yorker Galerie Moeller Fine Art in das Hochparterre und zeigte dort Werke der klassischen Moderne. Mit der Eröffnung seiner Berliner Repräsentanz knüpft Euroboden nun – im Sinne der Erbauer von 1881 – an die gründerzeitliche Mischung aus kaufmännischer und wohnlicher Nutzung an.

Projektdaten

  • Architekt David Kohn Architects/London mit Nord Studio/Berlin
  • Bauherr Euroboden GmbH
  • Baubeginn Oktober 2018
  • Fertigstellung März 2019
  • Fläche 332 m²
Das Palais Eger hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Neues Leben erhält es nun durch umfassenden und gekonnte Sanierung. Foto: Immobilienentwickler Euroboden München

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