Project Description

Das zum Berggericht-Ensemble gehörende historische Lacknerhaus (rechts) kann endlich saniert werden. Die Fassadearbeiten sollen zum 750-Jahr-Jubiläum der Stadt Kitzbühel abgeschlossen sein. Foto: © THE EUROPEAN HERITAGE PROJECT

Das Kitzbüheler Lacknerhaus wurde von Prof. Dr. Dr. Peter Löw, bzw. von dem von ihm ebenfalls gegründeten EUROPEAN HERITAGE PROJECT, 2013 erworben. Beide hatten 2012 bereits das Alte Berggericht in der Kitzbüheler Altstadt binnen zwei Jahren in neuem Glanz erstrahlen lassen. Das EUROPEAN HERITAGE PROJECT war bereits an der der Sanierung der Katharinenkirche unter der Federführung von Stadtpfarrer Michael Struzynksi beteiligt.

Das alte Gericht in Kitzbühel vor und nach der Renovierung.

Die Fassade des Kitzbüheler Berggerichts nach der Sanierung (linke Hälfte) und vor der Sanierung (rechte Hälfte). Im Hintergrund daneben das Lackner Haus. Foto und Montage: © THE EUROPEAN HERITAGE PROJECT

Weitere Aufwertung der Kitzbüheler Altstadt

Damit waren Prof. Dr. Dr. Peter Löw und diese Institution entscheidend für eine Initialzündung mitverantwortlich, die letztlich zu einer Aufwertung der gesamten Kitzbüheler Hinterstadt führen wird. Denn die Stadtgemeinde Kitzbühel wird nun auch die Renovierung des angrenzenden Kirchplatzes und der gegenüberliegenden Bezirkshauptmannschaft in Angriff nehmen. Die jetzt erfolgte Baugenehmigung für die Sanierung des historischen Lacknerhauses ermöglicht es dem EUROPEAN HERITAGE PROJECT diesem zentralen Areal der Kitzbüheler Altstadt wieder mehr Glanz verleihen.

Darüber hinaus hat sich das EUROPEAN HERITAGE PROJECT zum Ziel gesetzt, die Stadtgemeinde nach Beendigung der aufwändigen Umbauarbeiten zu unterstützen. Die Fußgängerzone um die Katharinenkirche soll lebenswert umgestaltet und als besonders erhaltenswertes Areal hervorgehoben werden.

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Ist-Zustand des Kitzbüheler Lacknerhauses

Das Lacknerhaus wurde während seiner Geschichte ausschließlich zu privaten Zwecken genutzt. Das nicht unter Denkmalschutz stehenden Haus hat durch den langen Leerstand schwere Schäden davongetragen. Deshalb bot sich im Inneren des Gebäudes ein weitaus traurigeres Bild, als die Kitzbüheler ohnehin vermutet hatten – von undichten bis eingeschlagenen Fenstern, maroden oder teilweise fehlenden Leitungen, einem einsturzgefährdeten Dachstuhl bis zu Wasser- und Frostschäden sowie Schädlingsbefall. So stellte das Gebäude nicht nur äußerlich einen unschönen Anblick dar, sondern war tatsächlich baufällig. Substanzerhaltene Maßnahmen wurden deshalb umgehend in Angriff genommen.

Das zum Berggericht-Katharinenkirche-Ensemble gehörige Lacknerhaus war in katastrophalem Zustand. Jetzt wird es grundlegend saniert und wiederhergestellt. Fotos: © THE EUROPEAN HERITAGE PROJECT

Lacknerhaus wird wieder repräsentatives Stadthaus

Ziel der genehmigten Sanierung ist, das Lacknerhaus wieder zu einem repräsentativen Stadthaus im Herzen Kitzbühels zu machen. Es soll – ähnlich wie das Berggericht  (Alte Gericht) – zukünftig eine Ladenfläche im Erdgeschoss und Mietwohnungen in den anderen Hausebenen umfassen. Bei den nötigen Arbeiten stehen auch umweltfreundliche Maßnahmen im Mittelpunkt. Deshalb werden auch Retentionsbecken angelegt. Diese sollen Regen- und Brauchwasser trennen und dadurch die städtische Kläranlage entlasten.

Die Arbeiten an der Fassade sollen bereits 2021 abgeschlossen sein. Damit wird das gesamte Ensemble am Katharinenplatz – eines der imposantesten des ganzen Stadtbildes – pünktlich zum 750-jährigen Jubiläum der Stadterhebung Kitzbühels in neuem Glanz erstrahlen.

Zur Geschichte des Lacknerhauses

Die Historie des Lacknerhauses reicht bis Anfang des 16. Jahrhundert zurück. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts gehörte es noch zum Haus Vorderstadt Nr. 20. Als Lederermeister Veit Koidl das Gebäude im Jahr 1819 erwarb, wurde es davon getrennt und hatte seitdem die Adresse Hinterstadt Nr. 17. Es folgte ein lebhafter Besitzer- und Bewohnerwechsel: mit Maria Koidl (1827), ihren Erben (1856) und ebenfalls 1856 Bartlme Stangasser, der das Gebäude als „Lintnerhausstöckl“ neu erbauen und vergrößern ließ, den Baukern aus dem 16. Jahrhundert allerdings erhielt. 1857 pachtete Anton Seiwald, der Maurer des „Klosterfrauenhauses“, Teile der Räumlichkeiten. Neuer Besitzer im selben Jahr wurde Gürtelmeister und Goldarbeiter Anton Webersberger. 1889 beerbten ihn seine Frau Magdalena und Tochter Rosina, die 1891 Ferdinand Pöll heiratete. 1911 ging das Haus an die Landeshypothekenanstalt. Zwei Jahre später erwarb es Katharina Nagele. Bis 1967 im Besitz der Familie Nagele wurde es schließlich vom Wirt Jakob Lackner, nach dem das Haus heute benannt ist, erworben. 2013 ging es in den Besitz von Prof. Dr. Dr. Peter Löws EUROPEAN HERITAGE PROJECT über. Bürokratische Hürden machten erst jetzt den Beginn der Sanierung möglich.

06.04.2020