Projektbeschreibung

KItzbühel | AUSGABE 40 | WINTER 2016

Mit der Galerie Clemens Gunzer bereichert ein international agierender Züricher Händler die Kitzbüheler Galerieszene. Streifzug Immobilien Kitzbühel sprach mit dem Inhaber:

Was sind die Schwerpunkte Ihrer Galeriearbeit?

Hauptsächlich zeige ich Künstler meines Programmes. Dazu kombiniere ich immer wieder mal andere, wie z.B. aktuell Marco Brambilla, den ersten Filmemacher bzw. Videokünstler, den ich jemals gezeigt habe. Zusätzlich bin ich auch im Secondary Market involviert, kaufe und verkaufe und habe Suchaufträge oder Beratungsmandate.

Welche Kunst- und Stilrichtungen sind bei Ihnen vertreten?

Ich versuche, mich auf die Kunst zu fokussieren, die nach dem 2. Weltkrieg entstanden ist. Ich fühle mich damit mehr verbunden als z.B. mit der Klassischen Moderne und kenne ich mich hier auch besser aus. Natürlich kann es hin und wieder mal Ausreißer geben. Aber dann muss es schon eine besonders tolle Arbeit sein.

Was macht für Sie die Wertigkeit eines Kunstwerkes aus?

Das setzt sich für mich aus den drei Faktoren Content, Context und Bedeutung zusammen. Content, also was in dem Werk drinnen steckt, was sich der Schöpfer dabei gefragt und wie er diese Fragen beantwortet hat. Context, also wie sich der Content in der restlichen Kunstgeschichte und mit den Zeitgenossen verhält und die daraus resultierende, möglichst nachhaltige Bedeutung. Und dazu dann natürlich auch der persönliche Geschmack des Besitzers. Denn auch wenn es das theoretisch tollste Werk ever ist: Wenn es einem nicht gefällt, wird man ihm weniger Bedeutung zumessen als einem Werk, das einen aus den Socken haut.

Wie finden Sie „Ihre“ Künstler/innen?

Ich bin auf vielen Kunstmessen, gehe in Ausstellungen, lese Fachzeitungen und bin ständig auf Instagram. Ich bekomme auch einige Portfolios zugeschickt – doch da ist selten was Interessantes dabei.

Welche Qualitätskriterien müssen diese erfüllen?

Sie sollten – wie oben beschrieben – Content, Context und Bedeutung haben und müssen mir persönlich auch gefallen. Ich kann nur Künstler bzw. Werke anbieten, die ich selber auch sofort aufhängen oder aufstellen würde.

Was ist die Motivation Ihrer Kunden, Kunst zu kaufen?

Es gibt unterschiedliche Typen von Kunstkäufern. Und das ist auch wunderbar, denn so bleibt die Arbeit spannend. Ich behaupte mal, dass jeder Kunstkäufer/-sammler eine interessante These hat, warum er nun Kunst kauft. Ich versuche mir Wünsche und Geschmäcker meiner Kunden einzuprägen und sie dann mit dem besten Material zu versorgen. Ob nun ideell oder materiell, ist mir letztendlich einerlei. Hauptsache es bleibt ein gutes Gefühl hängen und die Kunden haben Freude.

Beraten Sie Ihre Kunden in puncto Qualität, Marktwert und Wertanlage der präsentierten Kunstwerke?

Ich versuche einfach nur gute Werke zu präsentieren. Da kann man diese dann für sich sprechen lassen. Peter Zumthor hat mal gesagt, man könne schlechte Architektur nicht gut reden. Ebenso sehe ich das mit der Kunst … Und natürlich: Keiner will gerne Geld vernichten und niemand will über den Tisch gezogen werden. Dafür gibt es Marketcomps z.B. auf artnet.com oder ähnlichen Websites. Aber trotzdem liegt die finale Entscheidung über einen Kauf beim Käufer. Ich rate, ausschließlich Werke zu kaufen, die einem gefallen, selbst wenn sie als Wertanlage gedacht sind.

Wie ist die Mischung aus Newcomern und etablierten KünstlerInnen?

Schwer zu sagen. Bei den Ausstellungen, die ich z.B. in der Galerie in Zürich zeige, sind, würde ich sagen, 50% Emerging-, 25% Mid-Career-, 25% Blue-Chip-Künstler. In Kitzbühel sind es mehr Blue-Chip- und Mid-Career-Künstler … Ich würde mich eigentlich nicht als „Aufbaugalerie“ bezeichnen …

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Die Galerie Clemens Gunzer ist in Kitzbühel seit Dezember 2013 in der Josef-Pirchl-Straße 10 vertreten. In der Schweiz präsentiert sie in Zürich (Hottingerstraße 44) und in der Clemens Gunzer Halle in Wädenswil am Zürichsee (Zugerstraße 180).

Die Fragen stellte Klaus Dörre

Galerie Clemens Gunzer
Josef-Pirchl-Straße 10
A – 6370 Kitzbühel / Austria
T  +41 (0) 79 818 57 85
gallery@clemensgunzer.com
www.clemensgunzer.com