Projekt Beschreibung

München | Ausgabe 48 | Sommer 2019

Ihre Leidenschaft zur Gestaltung von Innenräumen entdeckte Catrin Benedict schon früh. Schon mit acht Jahren waren ihr die schrillen Schränke der 1970er Jahre nicht trendig genug. Auch heute sind ihr ruhige, harmonische Farben lieber. Streifzug im Gespräch mit einer Interior-Designerin, die bisher eher als „Geheimtipp“ gehandelt und – wenn überhaupt – nur auf persönliche Empfehlung tätig wurde. Bisher.

Streifzug: Frau Benedict, als Schneidermeisterin und studierte Modeschöpferin ist eine Karriere als Interior-Designerin eher außergewöhnlich…

Catrin Benedict: Ich hatte acht Jahre lang erfolgreich mein eigenes Maßatelier geführt und wegen meiner beiden Kinder pausiert. Dass ich danach durch das Bäder-Planungsbüro „Waterfront“ meines Mannes, Erik Demmer, immer mehr zum Interior Design kam, war nicht „geplant“. Auch beim Renovieren, Ausbauen, Umbauen, Kaufen und Verkaufen unserer eigenen Immobilien faszinierte mich die Gesamtgestaltung von Räumen immer mehr. Meine Kompetenz für Formen, Farben, Stoffe, Materialien wuchs dann wie von selbst ins „Dreidimensionale“. Das Gefühl für die richtigen Stoffe ist mir aus 16 Jahren Schneiderpraxis „in den Fingerspitzen“ geblieben. Auch das über 30-jährige Fachwissen meines Mannes samt umfangreichem Netzwerk steht mir zur Verfügung.

Streifzug: Zu Ihrer Klientel zählen prominente Fußball- und Motorsport-Profis und anspruchsvollste Kunden aus allen Bereichen. Wie kam es dazu?

Catrin Benedict: Das mag daran liegen, dass ich mich nicht nur als Interior-Designerin sehe und über das Interior Design hinaus Serviceleistung biete. Meine Stärke ist auch, pragmatisch zu arbeiten, an die vielen kleinen Details zu denken, die während der Bauphase gerne auch von Fachleuten übersehen werden. Und: Ich weiß, wie der Kunde sich fühlt, weil ich Situationen wie Haus- und Umbau oder Renovierung oft genug selbst erlebt habe.

Hier komme ich ins Spiel. Als einfühlsame Begleiterin und Designerin, die mehr als individuelle Raum- und Wohnkonzepte leistet. Die Kunden spüren, dass sie als Mensch im Vordergrund stehen und nicht das Interesse des Designers, sich alleine im Projekt zu verwirklichen. Gemeinsam mit ihnen arbeite ich den passenden Stil heraus und finde den mir so wichtigen „roten Faden“. Ein intensiver Prozess, der mit den meisten meiner Kunden zu einem sehr herzlichen, freundschaftlichen Verhältnis geführt hat.

Neubau der Hausmanufaktur Link in München

Streifzug: Haben Sie einen bestimmten Stil?

Catrin Benedict: Mein Spektrum ist vielfältig. Ich liebe es, nicht nur mit teuersten, hochwertigsten Materialien – wie im Tower, Projekt „The Seven“, in der Münchner Müllerstraße – einrichten zu dürfen, sondern auch ursprünglich möglichst unschönen Räumen eine neue Ausstrahlung zu verschaffen. Mikroappartements, Hotels, Pensionen, Restaurants, Ferienhäuser etc. Je abwechslungsreicher, desto lieber. Ich mische gerne passende günstige mit teuren Einrichtungsgegenständen. Dank der Vielfalt der Anbieter kann ich für jeden ein preislich bodenständiges Interieur-Ambiente schaffen.

Deshalb bedeutet es mir auch viel, von erfahrenen Bauträgern, Architekten und sehr stilsicheren Kunden gebucht zu werden – um zu coachen oder einzurichten.