Project Description

Platz nehmen und genießen. Die Kollektion RioR50 von Emu aus Stahl präsentiert sich mit Sessel, Stuhl, Schaukelstuhl und Kaffeetisch sehr komplett. Design: Gargano-Cristell www.emu.it Foto: Emu

Sich inspirieren lassen, sich wieder aufladen, sich entspannen und einfach genießen: Das geht am besten in der freien Natur und umgeben von wunderbaren Dingen. Der neue Outdoor Möbel Trend zeigt wie’s geht!

Denkbar einfach Grapy Loungechair von Gandia Blasco wurde von Jutesäcken inspiriert, auf denen man sich früher bei der Feldarbeit ausruhte. Design: Kensaku Oshiro www.gandiablasco.com Foto: Gandia Blasco

Während die ersten Frühlingsboten zaghaft ihre Köpfchen aus dem Boden strecken und damit die warme Jahreszeit ankündigen, kann es anderen Erdbewohnern nicht schnell genug gehen. Was interessiert noch der Winterschlaf, wenn der Frühlingsputz ansteht? Von Frühjahrsmüdigkeit will da auch niemand etwas wissen. Denn jetzt ist der ideale Zeitpunkt, die kleinen und großen Grünoasen wieder aufzupolieren, neu zu gestalten, zu pflanzen und zu dekorieren. Kein Wunder, dass man sich gerne an die Arbeit macht: Nicht nur, dass der Vitamin-D-Spiegel seinen Tiefststand erreicht hat, so warten überall auch die Verlockungen mit frischem Design, dem man fast nicht widerstehen kann.

Natur zuerst

Stark im Trend liegen 2020 bei den Outdoor Möbeln vor allem alle Arten von Geflechten und Schnürungen, die allen Möbelkategorien eine wunderbare Leichtigkeit verleihen. Vom Tisch über Sessel bis hin zum Sofa genießen sämtliche Einrichtungsstücke die Kunst des Handwerks, die gleichzeitig eine gewisse Bodenständigkeit und Tradition ausdrückt. Dabei kann eine Struktur aus Rattan, Kunststoff, Textilien und Metall sein – unabdingbar ist natürlich die entsprechende Polsterung, die für den optimalen Sitzkomfort sorgt. Der Spruch „Schönheit muss leiden“ hat hier keinen Platz. Ganz im Gegenteil. Die neue und umweltbewusste Schönheit entfaltet sich in Form von nachwachsenden oder langlebigen Materialien wie Holz und Aluminium, damit sich auch das Gewissen entspannen kann. Formal verzichtet man gänzlich auf Schnörkel und überflüssigen Zierrat: Es ist das Produkt und dessen Machart, das im Mittelpunkt steht. Geradlinig, reduziert und auf gewisse Weise fast schon ein bisschen minimalistisch – ein schöner Gedanke, wenn ein Möbel erzählt, wie es entstanden ist.

Leichtigkeit im Design liegt bei den neuen Outdoor Möblen voll im Trend. Im Bild: Rilly von Dedon. Fotocredit: Dedon.

Wie ein Kokon Klassisches Flechtwerk und ein halbtransparenter Look zeichnet Rilly von Dedon aus. Design: GamFratesi www.dedon.de Foto: Dedon

Analog trifft digital

Noch nie war es im Garten so entspannend wie heutzutage. Sensible Sensoren öffnen und schließen die Markisen, der Mähroboter macht den Rasen zum Teppich, technische Features werden per App am Smartphone gesteuert und die automatische Bewässerungsanlage weiß auch selbst, wann sie aktiv werden muss. Auch innovative Growsysteme und Spacefarming erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Lediglich ein paar Handgriffe bleiben zu tun – und die tut man wirklich gerne. So sorgenfrei fällt es leicht, sich total zu entspannen – vorausgesetzt natürlich, man umgibt sich mit den richtigen Möbeln und Accessoires. Immer öfter können Indoor-Möbel auch outdoor verwendet werden – ein intelligenter Schachzug der Hersteller, ganz im Sinne der Nachhaltigkeit. Wenn man nicht hin und her schieben möchte, gibt es vieles, das einen Outdoor-Zwilling hat, bloß mit angepassten Eigenschaften für den Einsatz an der frischen Luft. Der Kuschelfaktor darf allerdings nicht zu kurz kommen. Outdoor-Teppiche etwa, die spezielle wasserabweisende, witterungsresistente Fasern verwenden, oder Leuchten, die kabellos an den gewünschten Platz einfach mitgenommen werden können, zaubern gleich eine wohnliche Atmosphäre in das grüne Wohnzimmer. Auch Platzprobleme gibt es so gut wie keine, denn Modularität schafft viel Gestaltungsfreiheit und Flexibilität, so ist man für jede Gelegenheit perfekt gerüstet.

Die Kollektion Sail Out von Cassina könnte genauso gut indoor zum Einsatz kommen. Design: Rodolfo Dordoni. Foto: Cassina

Zum Verwechseln schön Die Kollektion Sail Out von Cassina könnte genauso gut indoor zum Einsatz kommen. Design: Rodolfo Dordoni. www.cassina.com Foto: Cassina

Harmonie auf ganzer Linie

Farblich dominieren die gedeckten Farben wie taupe, grau, Aluminium, aber auch sanfte, erdige Töne, die allesamt der prächtigen Flora die Bühne überlassen. Wer jetzt denkt, dass gerade diese Farbpalette wenig einladend klingt, ist eingeladen einen Blick zu riskieren: Ein warmes Grau hat einen ganz besonderen Charme, der vor allem eines ist: zeitlos elegant. Farbliche Highlights und Akzente werden mit Accessoires hinzugefügt – mit edlen, robusten Stoffen und Materialien, die intensiven Sonnenstrahlen selbstbewusst entgegentreten. Ob es nun der Essplatz im Freien ist oder die Lounge-Ecke am Pool – mit der perfekten und vor allem hochqualitativen Grundausstattung lassen sich die grünen Refugien höchst individuell gestalten. Nicht zuletzt geht das maßgeschneiderte persönliche Styling Hand in Hand mit dem Trend zum Gartenbaden – ein Eintauchen in die Natur, bei dem man die positiven Einflüsse in sich aufnimmt und Körper und Geist frei macht. In der richtigen Umgebung kann Entspannung so wunderschön sein!

Ein Element, viele Möglichkeiten Das modulare Sitzsystem Miami von Conmoto überzeugt mit seiner Flexibilität und Tragegriff. Design: Mark Braun www.conmoto.com Foto: Conmoto

Kitzbühel & Alpenraum | Ausgabe 11 | Frühling 2020
Text: Barbara Jahn