Projekt Beschreibung

Yachting | 2020 | Text: Marcus Krall

Elektromobilität ist nicht nur auf der Straße ein aktuelles Thema, sondern auch auf dem Wasser. STREIFZUG Yachting stellt sechs spannende Elektroboote vor.

Was derzeit jeden Automobil-Hersteller beschäftigt, ist auch in den Sportboot-Werften dieser Welt angekommen: Wie ersetzt man eingefahrene Antriebsmuster durch emissionsfreie Alternativen? Insbesondere auf den großen Seen Süddeutschlands und Österreichs ist diese Entwicklung sogar zwingend, da auf vielen Gewässern keine herkömmlichen Motorboote erlaubt sind. Auf anderen Seen gibt es zwar Motorboot-Lizenzen, auf die aber oftmals mehrere Jahre gewartet werden muss. Die Lösung heißt hier „Elektroboot“; und für manche Bootseigner ist der Kauf eines solches sogar eine Frage der Überzeugung.

Karl Wagner, CEO von SAY Carbon, sagt etwa: „Wir haben Kunden, die sich aus ökologischen Gründen ganz bewusst für ein Elektroboot entscheiden.“ Und sein Kollege Michael Frauscher, Chef der gleichnamigen Frauscher-Werft, ergänzt: „Die junge Generation wird heute ökologisch ganz anders sensibilisiert. Sie findet es lässig, umweltkonform unterwegs zu sein.“

Frauscher 740 Mirage

Frauscher gilt als Pionier des Elektroboot-Baus und macht bereits 30 Prozent seines Umsatzes mit den emissionsfreien Modellen. Die 740 Mirage nimmt sechs Gäste mit, die sich ins Cockpit setzen oder ins Heck legen können; auch eine kleine Kabine steht zur Verfügung. Das minimalistische Design stammt von Kiska, der Antrieb von Torqeedo und die Batterie von BMW. Reichweite: 30 Seemeilen bei 5,4 Knoten. Topspeed: 15 Knoten. Preis: ab 215.000 Euro.

Vita X

Zehn Meter lang und im Peak-Betrieb mit über 430 Kilowatt motorisiert, gehört das Vita X zur Premiumklasse der weltweiten E-Boot-Flotte. An Deck lässt es sich vom Lounge- in einen Dining-Modus verwandeln. Mit 700.000 Euro nicht eben günstig, aber dafür sehr stylisch.

Rand Supreme 27

Gut aufgeteiltes Boot mit Sitzgruppe im Bug und Esstisch im Cockpit; dazu gibt es noch drei Sonnenliegen im Heck. Der 8,40 Meter lange und 2,55 Meter breite dänische Werftbau kann mit bis zu 110 Kilowatt motorisiert werden. Eine Pantry und ein Badezimmer gehören ebenfalls zur Ausstattung und machen die Supreme 27 auch für etwas längere Törns geeignet. Preis: ab 169.000 Euro.

Naumatec E-Tender 460

Ein eher handliches Boot mit 4,60 Metern Länge, zwei Metern Breite und einer Kombination aus Luftschlauch und festem Rumpf – im Yacht-Jargon RIB genannt. Solche Modelle fahren sich komfortabel und sicher; dieser italienische Werftbau nimmt bis zu sechs Passagiere auf. Die Maximal-Motorisierung des 500-Kilo-Tenders liegt bei 30 Kilowatt. Preis: ab 81.000 Euro.

Q-Yachts Q30

Dass in Finnland gute Bootsbauer sitzen, beweisen diese 9,30 Meter von Q-Yachts. Werftgründer Janne Kjellman erfand auch das Antriebssystem des Bootes, mit dem man in jedem Hafen eine gute Figur macht. Wird bis zu 15 Knoten schnell und besitzt eine maximale Reichweite von 80 Seemeilen. Wird mit 20 Kilowatt motorisiert und kostet ab 212.000 Euro.