Projekt Beschreibung

München | Ausgabe 51 | Frühling 2020

Ulrike Krages ist Vollblutunternehmerin und hat eine Reihe von Firmen unter dem Dach der von Ihr verkörperten Marke vereint. So baut sie mit UK2 Urban Architecture klassische Häuser, entwirft mit UK3 Urban Interior Einrichtungskonzepte, liefert mit UK4 Urban Kitchen die außergewöhnlichsten Küchen und hat mit UK5 eine eigene Möbel- und Ausstattungskollektion.

Seit 18 Jahren arbeitet Ulrike Krages von Hamburg aus. Seit Ende des letzten Jahres hat sie auch einen zweiten Wohn- und Bürositz in München. Wir haben sie in ihrem Showroom besucht und wollten von ihr wissen, was für sie die goldenen 20er Jahre unseres neuen Jahrzehnts bedeuten.

Streifzug: Wie zeigt sich für Sie das neue Jahrzehnt in der Architektur und im Interior?

Ulrike Krages: Interessanterweise erlebe ich sowohl im Baustil als auch im Lifestyle eine Parallelität zu den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. In der Architektur wie im Interior ist wieder Ornamentik gefragt. Fassaden werden zunehmend klassisch angefragt. Brüniertes Messing und Tapeten sind zunehmend unverzichtbar.

Streifzug: Werden die Bauherren in den 2020ern mutiger als 2010?

Ulrike Krages: Es gab immer mutige und nicht mutige Bauherren. Aber ja, ich stelle fest, dass auch die bisher nicht mutigen offen für neue Konzepte sind. Immer, wenn Menschen in schwierigen gesellschaftspolitischen Zeiten leben, damals wie heute, versuchen sie durch Schöngeist Zerstreuung zu finden. Sie betrachten ein schönes, harmonisches und auch extravagantes Zuhause als eine Art Gegenmodell zu ihren Ängsten und Sorgen dieser Zeit.

Streifzug: Was fließt aus Ihrer Sicht neu in die 20er von heute ein und wie wirkt es sich auf den Bau- und Wohnstil aus?

Ulrike Krages: An erster Stelle die Nachhaltigkeit. Bauen und Einrichten wollen sich im Einklang mit unserer Umwelt verstanden wissen. Im Hausbau setzen wir zum Beispiel mehr und mehr auf Holzständerwerke. In der Einrichtung verwenden wir immer häufiger alte, teils auch vorhandene Einrichtungen, die wir zeitgemäß neu interpretieren; wir verwenden alte Stoffballen, verwenden auch in Neubauten alte Baumaterialien. Die Zeit ist vorbei, alles neu anzuschaffen. Wir haben weltweit einen enormen Fundus aus dem wir schöpfen können. Ich persönlich bin gegen das wahllose Wegschmeißen von Gegenständen. Im letzten Jahrhundert waren wir in erster Linie am Fortschritt interessiert. Heute und im Zuge des Internetzeitalters gehen immer mehr Menschen einen großen Schritt zurück.