Projekt Beschreibung

Journalist, Jurist, DJ, Gastgeber und Lebenskünstler. Florian Gartner ist ein Rastloser. Nach seinem Jurastudium in Florenz und Innsbruck, war er zunächst als Journalist tätig. 1996 hat er dann den Beruf gewechselt und sich mit dem Designhotel Gartner in Dorf Tirol einen Traum verwirklicht. Seine Liebe zur Musik, Literatur und Kunst spürt man an diesem aussergewöhnlichen Ort ganz besonders. Das Schreiben hat den Hotelier nie ganz losgelassen. Seit sechs Jahren ist er Verfasser des humorvollen Hotel-Blogs „Gedanken tanken“.

Auch in der momentanen Zeit des auferlegten Hausarrests lässt Gartner seine Gedanken schweifen und bringt uns zwischen den neuesten Corona-Statistiken und anderen Hiobsbotschaften mit seinen „alltäglichen“ Gedanken zum Schmunzeln. Wir freuen uns, dass wir als STREIFZUG hier einige der Highlights aus Florian Gartner „Tagebuch aus der Homework-Isolation“ präsentieren dürfen.

Florian Gartners „Tagebuch aus der Homework-Isolation“

Es gibt ein Jubiläum heute. Der 50. Eintrag in mein Corona-Tagebuch. Wer hätte das gedacht, als ich vor nunmehr sieben Wochen mit dem Schreiben begonnen habe. Unglaublich, was sich in der Zeit alles ereignet hat. Viel Schlimmes, viel Überraschendes, viel Neues, viel Irritierendes. Aber auch Dinge die zum Nachdenken, zum Schmunzeln, gar zum Lachen angeregt haben. Der ganz normale Wahnsinn halt, den wir Leben nennen.

Der 50. Post erscheint mir jetzt auch ein guter Zeitpunkt das Tagebuch zu beenden. Ich möchte, gehen, solange ich noch einigermaßen gefragt bin. Und die Rückmeldungen sprechen diesbezüglich eine klare Sprache. Viele, viele Menschen (15000 an der Zahl) hatten offensichtlich Spaß an dem, was ich täglich so von mir gegeben habe, in der Hoffnung den Corona-Alltag ein klein wenig erträglicher für jeden einzelnen Leser zu machen. Manch einer mag auch zwischendurch den Kopf geschüttelt haben über manche Geschichten die ich so verzapft habe und die ich in meiner Emotion gleich frisch und frei heraus von mir gegeben habe. Aber hey, so bin ich halt und so gedenke ich auch zu bleiben. Kommenden Montag, am 4. Mai, wenn die sogenannte Phase 2 der italienischen Regierung eingeläutet wird und weitere Lockerungen des Corona-Alltags beginnen feiere ich meinen 56igsten Geburtstag. Wenn das kein gutes Zeichen für die nahe Zukunft ist, dann weiß ich auch nicht…

Denjenigen, die nach 50 Tagen mit dem Hotel Gartner noch nicht genug von uns gesehen und gelesen haben möchte ich noch sagen, dass wir selbstverständlich auch nach dem Tagebuch weiter am Ball bleiben werden. Hier halten wir es mit der Zeichentrickfigur Paulchen Panter, der einst nach jeder ihrer Sendung mit dem legendären Spruch:  ,,Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!“ beendete. Dasselbe beabsichtige ich nämlich auch ab kommendem Montag!

Was für eine herzergreifende Geschichte, die mir heute von einer Freundin unserer Töchter zugetragen wurde. Muss ich Ihnen erzählen, weil sie auch so bezeichnend für unsere Zeit ist. Und, weil sie etwas vereint was ich als aktuell sehr, sehr wichtig erachte: Menschlichkeit und Humor. Ohne diese beiden Komponenten werden wir dem Virus schwer den ultimativen Knockout verpassen können.

Das junge Mädchen befindet sich gerade in ihrer Ausbildungsphase als Krankenschwester und arbeitet in einem Südtiroler Altenheim. Um den Senioren, einer Alterskategorie die in den vergangenen Wochen schwer vom Virus getroffen worden waren, etwas Abwechslung vom tristen Corona-Alltag zu verschaffen wurde von den Betreuern der Einrichtung eine Party mit – man lese und staune – Tanzmöglichkeit organisiert. Auf dem Video, welches uns die angehende Krankenschwester zukommen ließ, waren komplett absurde, ein Stück weit aber auch rührende Bilder zu sehen. Eine Ordensschwester Arm in Arm mit einem vom Scheitel bis zur Sohle verhüllten Pfleger, die unter den Anfeuerungsrufen des restlichen Personals und der zum Teil amüsiert, zum Teil aber auch verwirrt erscheinenden Heiminsassen das Tanzbein schwangen. Es wirkte alles ein bisschen surreal, so ein bisschen wie in einem schrägen Film: Ghostbusters, Men in Black oder Alien. Oder alle zusammen. Nichtsdestotrotz hatte man, immer von den Eindrücken in diesem Video ausgehend, das Gefühl, die Leute hatten Spaß. Und das ist ja nicht gerade wenig in diesen Zeiten. Ach ja, und nicht zu vergessen das Bewusstsein und die Freude noch am Leben zu sein.

Wenn es mir möglich gewesen wäre hätte ich gerne den DJ für die unglaubliche Truppe gegeben. Aber wer weiß, es gibt ja auch ein Leben nach Corona!

Mit den Jahren 2010-2020 beschäftigt sich die letzte musikalische Zeitreise, auf die ich Sie in meinem Tagebuch begleiten möchte. Unabhängig davon wieviel Zeit wir jetzt mit dem Ende des Lockdowns alle noch zur Verfügung haben werden für Trainingsprogramme im Wohnzimmer oder kleine Spaziergänge mit den airpods im Ohr, meine Lieblings-Songs aus den vergangenen fünf Jahrzehnten werden – das wünsche ich mir – ein Stück weit als lebensbejahender Soundtrack für eine Krisenzeit in Erinnerung bleiben, die es in dieser Form noch nie gegeben hat (und hoffentlich auch nie wieder geben wird…). Die vergangene Dekade ist jedenfalls in puncto musikalischer Vielseitigkeit kaum zu übertreffen. Es gibt Platz für jede Stilrichtung, Hauptsache der User kann schnell und effektiv auf die Songs zurückgreifen. Das Internet ersetzt (fast) komplett die Musikläden. Letztere bleiben noch für die absoluten Liebhaber (also auch mich…) geöffnet. Nach Shellac, Tapes, Vinyl und CD lauten die Zauberworte für Musik-Konsumenten jetzt Spotify und Apple Music.

Hier wiederum 25 Perlen aus den vergangenen Jahren:

Habe heute-so wie in den vergangenen Tagen auch-mit den Gartner-Mitarbeitern telefoniert. Mut machen, die Stimmung hochhalten und einfach mal nachfragen, wie es all den Leuten, die wir jetzt eigentlich gerne täglich im Hotel gesehen hätten so geht. Noch im Februar hatten wir voller Motivation und Vorfreude Besprechungen mit den verschiedenen Abteilungen in Dorf Tirol durchgeführt, um entsprechende Arbeits-Pläne zu erstellen und dann gut gewappnet in die darauffolgenden Monate starten zu können.  Tja, und dann wurde uns ein fetter Strich durch die Rechnung gemacht. Eine Woche vor Beginn der geplanten Reinigungsarbeiten im Hotel.

Umso erfreulicher war es deshalb von der ganzen Welt verstreuten Mitgliedern unseres Teams zu erfahren, dass alle gesund und guter Dinge sind. Ob in Argentinien, der Ukraine, Serbien, Spanien, in Indien, der Slowakei, in Rom oder in verschiedenen Teilen von Südtirol, der Optimismus war aus allen Stimmen und zum Teil aus den Gesichtern (SKYPE machts möglich…) zu hören und zu sehen. Jetzt warten alle nur darauf, dass wir den Startschuss für die Saison abgeben. Entsprechende Entscheidungen sollten im Laufe des Monats Mai dann fallen.

Musste während der Telefonate an den 99jährigen britischen Weltkriegsveteranen Captain Tom Moore denken, der gerade die britischen Musikcharts stürmt, nachdem er vorher 100 Runden mit seinem Rollator durch seinen Hinterhof gelaufen war und mit der Aktion Geld für die Gesundheitsorganisation NHS gesammelt hatte. Der Song, der die Hitlisten aktuell sogar anführt dürfte so ziemlich jedem bekannt sein: Die Fußball-Hymne ,,You’ll never walk alone“, im Original von Gerry & The Pacemakers.

Das mit dem ,,gemeinsam walken“ gilt übrigens auch für die Mitglieder unserer Mannschaft. Hoffentlich schon bald im Hotel Gartner.

In den 80er-Jahren wurde musikalisch sehr viel Müll produziert. Eine Band, die in den Hitlisten mit den größten Schrottsongs nicht fehlen darf ist das britische Ensemble ,,Living in a box“ die mit der gleichnamigen Single mehr oder weniger Erfolg hatte. Warum ich Sie heute mit dieser überflüssigen Information belästige? Weil mir als erwiesenem Musik-Nerd diese Trümmer-Truppe erst kürzlich wieder einfiel, als ich vom Vorhaben der italienischen Regierung las, an den heimischen Stränden Plexiglas-Boxen für die Sonnen-Anbeter zum Schutz gegen Corona aufzustellen. Relaxing in a box also… Selten so gelacht. Wie darf man sich das vorstellen? Eine Art Terrarium für die Spezie Mensch die sich komplett außer Rand und Band befindet? Oder wie die gute alte Sonnenbank, dem Proleten-Horror unserer Jugendjahre? Nur dieses Mal im Freien statt in irgendwelchen schmierigen Etablissements. Ich sag‘s ja, die 80er sind back! Mir wird angst und bange…

Wahnsinn was den Tourismusexperten noch dazu so einfällt, um die Sommersaison zu retten. Der Staat überlegt seinen Bürgern außerdem 500 Euro an Taschengeld auszuhändigen, wenn sie sich statt der üblichen Nordeuropäer am Teutonengrill von der Sonne kitzeln lassen und dafür für etwas Umsatz in den Badeorten sorgen. Mit-wie gesagt-der Wahnsinns-Kohle von Premierminister Conte und seinen kreativen Spießgesellen. Als Rost fungiert dann die Plexi-Box. Wenn das keine geilen Ferien werden, dann weiß ich auch nicht. Selbstverständlich darf man die Mäuse überall in Italien unter die Leute bringen. Hauptsache die Knete bleibt im Land. Das heißt auch wir in Südtirol würden unter Umständen von der Spitzen-Idee profitieren. Wiederaufbau der Wirtschaft all’ italiana. Auch dazu fällt mir die passende Begleitmusik ein. Ich plädiere für ein Medley von ,,Felicita‘“ (Albano und Romina Power), ,,O sole mio“ (Luciano Pavarotti) und ,,Un‘ estate italiana” (Gianna Nannini). Ich freue mich auf den Sommer!

Die Leute haben die sprichwörtliche Schnauze voll. Das Wetter ist ungebrochen schön, die April – Temperaturrekorde purzeln der Reihe nach und trotzdem sollte man eigentlich, theoretisch, wenn möglich, irgendwie doch, bitteschön, noch ein bisschen zu Hause bleiben. Die Ausgehregeln sind jetzt zwar  ganz ordentlich gelockert worden, aber die zuständigen Politiker, der Nachrichtensprecher und der Virologe unseres Südtiroler Vertrauens appellieren weiter tagtäglich an das soziale Gewissen jedes einzelnen Bürgers. Dadurch schwebt trotz aller Entspannungen doch noch der Geist des Verbotenen über die scheibchenweise kredenzte Freiheit.

Nur noch ein wenig… Wir sind auf einem guten Weg… Bald haben wir es geschafft…Wenn wir jetzt durchhalten…kriegen wir vielleicht sogar noch vor Ende des Sommers ein Eis in der Gelateria unseres Vertrauens. Das wir natürlich mit Mundschutz verzehren werden, aber immerhin. Seid vernünftig, Bürger! Habt Mut! Bleibt stark!

Bei meinem heutigen Spaziergang hatte ich aber das Gefühl, dass die gut gemeinten und großteils sicher auch berechtigten Hinhalte-Parolen der Experten nicht mehr lange auf fruchtbaren Boden fallen werden. In den Seiten – Gassen der Stadt lauern sozial ausgehungerte Menschen auf kommunikative Beute und stürzen sich auf ihre Opfer, die sich ihrerseits nur allzu gerne der Lust des Dialoges hingeben. Auf den Ecken der Parkbänke sitzen Menschen und nähern sich einander langsam, zunächst verschämt wie ein Teenagerpärchen beim ersten Treffen, bevor sie sich dann zügellos übereinander herfallen, sich mit Informationen überhäufend. Allzu lang war der heimische Fernseher der beste Freund! Jetzt – so die Message, die deutlich zu spüren war – reden wieder wir! Es war lustig zu beobachten, wie so manch einer unter dem Deckmantel der zufälligen Begegnung sein abgesprochenes Date auf den Spazierwegen und sogar in den Obstplantagen auskostete. Immer natürlich mit einem wachsamen Auge, ob kein verräterischer Spion in der Nähe ist.

Am 4. Mai soll laut Angabe der Regierung die sogenannte Phase 2 auf der Rückkehr in die Normalität eingeleitet werden. Und vielleicht braucht sich so manch einer dann auch nicht mehr zu verstecken. Die Zuversicht darf wachsen!

Habe heute gemeinsam mit meiner Frau an einem Webinar zum Thema ,,Covid 19  und die Zukunft in der Hotellerie“ teilgenommen. Kaum eine Branche ist vom Virus so betroffen wie der Tourismus. Wirtschaftlich sowieso, aber natürlich auch inhaltlich. Wie muss man sich auf die Zeit nach dem Lockdown einstellen? Wie kann man sich innerhalb des Hotels viren-gerecht organisieren? Welche Maßnahmen sind in puncto Einrichtung zu treffen und mit welchen Schutzmechanismen kann man das Virus von Gästen und Mitarbeiter fernhalten? Fragen über Fragen die es mit Hilfe des international anerkannten Südtiroler Virologen Dr. Bernd Gänsbacher zu beantworten galt.

Nachdem ja – wie in meinem Tagebuch schon mehrfach angemerkt – von Rom noch keine gesetzlichen genau definierten Bestimmungen nach Bozen gelangt sind, bleiben alle Vorschläge mit denen gute Hotels auch in Zukunft ihren Wohlfühl-Charakter beibehalten relativ oberflächlich. So auch bei dem heutigen Seminar. In kurzer Zeit wurden viele Probleme angesprochen, an denen es mit Sicherheit noch zu feilen gilt. War aber ok. Ein bisschen talken und den Ideen der anderen zuzuhören tat nämlich trotzdem richtig gut. Sich einfach wieder mit der vertrauten Materie beschäftigen zu dürfen, deren Grundlage in den letzten Wochen schon arg ins Wanken geraten ist Auch wenn – und das ist sicher die Quintessenz des zweistündigen Frage – und Antwort-Spieles- das Hotel von morgen mit dem Hotel von gestern nicht mehr so viel gemeinsam haben wird. Wenn man sich – zumindest temporär- mit den elementarsten Begleit-Umständen wie Mundschutz und Einweghandschuhen einigermaßen anfreunden kann, müssen die weiteren Neuerungen auch kein Nachteil sein.

Eine Niederlage als Chance? Warum nicht? Hotels mit geringerer Gästeanzahl und umso weitläufigeren Räumlichkeiten sollten von den Einschränkungen profitieren. Und mit ihnen natürlich die Gäste. Corona als Steigbügelhalter für den Ritt auf dem Luxus-Pferd? Wer weiß? Alles nur eine Frage der Einstellung und dann natürlich der Umsetzung durch die jeweiligen Gastgeber. Die Details dazu sind im Moment noch schwammig. Daraus in nächster Zeit konkreteres werden zu lassen wird jetzt zur großen Herausforderung. Die Zeichen der Zeit zu erkennen war immer schon die Tugend der Starken. Und zu dieser Gruppe möchten wohl alle Teilnehmer an der heutigen Veranstaltung gehören.

Interessant wie sich die sozialen Gewohnheiten der Menschen in diesen Wochen so verändern. Beobachten kann man die neuen Gepflogenheiten und Eigenarten zum Beispiel an der Mode. Die ersten Tage des Lockdowns waren noch geprägt von Bürgern, die sich -in der irrigen Annahme die Krise würde nur kurze Zeit dauern- sportlich locker im Wochenend-Freizeit-Look vor dem Supermarkt präsentierten. So nach dem Motto: Bin mal eben schnell in meine Turnhose und die Sneaker geschlüpft, ungeschminkt, lässig und ungezwungen. Eben kurz was erledigen. Das hat sich jetzt gewaltig verändert. Nachdem Restaurants, Bars, Diskotheken und Kinos keine soziale Nähe mehr ermöglichen wird das Einkaufen zum neuen Ausgehen. Die Designerjeans passend zum Halstuch, die Strümpfe farblich der Bluse angepasst. Wo kann ich sonst schon zeigen, dass die Frühlingskollektion 2000 bereits vor dem sozialen Gefängnisaufenthalt erworben wurde, wenn nicht für zehn Minuten vor dem Obstladen? Das einzige Problem dabei stellt der durch die Gesichtsverhüllung arg eingeschränkte Wiedererkennungswert dar. Da plädiere ich in Zukunft für Namens-Schilder!

Eine ähnlich modische Entwicklung haben seit dieser Woche auch die Spaziergänger, die sportlichen Trendsetter des Jahres schlechthin, erfahren. Noch nie war spazieren gehen so sexy wie heuer. Jetzt, wo man sich endlich wieder etwas freier bewegen darf und seinen modischen Erotik-Radius über die bisher eingeschränkten 200 m ausweiten darf erst recht. Da kann beim Lustwandeln zwischen den Obstbäumen durchaus auch etwas Rouge aufgelegt werden. Modell ,,Pink Lady“, ,,Gala“ oder ,,Red Delicious“. Im Idealfall passend zum Mundschutz, der sowieso der Mode-Hit des Jahres sein dürfte.

Nach dem Sport schnell noch mal im Desinfektionsmittel gebadet und die immer wilder werdende Mähne gebändigt, steht dann am Abend ein weiterer neuer sozialer Hot Spot vor der virtuellen Tür. Bei der lässigen ,,Houseparty“ heißt es dann wieder die soziale Flagge zu hissen. Yabba dabba doo!

Selten waren Mode und Gesellschaftsleben so aufregend und neu wie heuer. Wenn die aktuellen Entwicklungen nur kein Trend werden!

Meine Frau und Ich hatten heute ein partnerschaftliches Erlebnis der besonderen Art. In 30 Jahren, die wir mittlerweile miteinander verbracht haben (davon 25 Jahre verheiratet) haben wir unglaublich viele phantastische Momente erleben dürfen, haben gemeinsam Probleme umschifft oder gelöst, dabei viele Erfahrungen gesammelt und uns als einzelne Personen bzw. als Paar weiterentwickelt. In all der Zeit standen wir aber nie vor einer solchen Herausforderung wie der die uns das Schicksal also aktuell Corona heute Vormittag beschieden hatte: der zeitlich limitierte Besuch des örtlichen Recyclinghofs. Kennen Sie die Fernsehsendung ,,Ninja Warrior, bei der die Kandidaten mehrere trickreiche Hindernisparcours überwinden und dabei ihre Kraft und Ausdauer unter Beweis stellen müssen? Ja? Dann wissen Sie jetzt wie sich das Team Gartner fühlte als wir uns um 8.00 morgens mit zwei vollgefüllten Autos auf der Mülldeponie einfanden. Nachdem tagelangem Training mit gleichzeitiger Trennung von Kartonen, Papier, Plastik, Kleidung und Schuhen, die sich in den vergangenen Monaten (respektive Jahren…) im Hotel und im Privathaushalt angesammelt hatten waren wir bereit für die Herausforderung. Der zuständige Leiter der Deponie hatte mich bereits vorab informiert dass aufgrund der großen Nachfrage weil ja alle sonst unbeschäftigten Bürger ihre Wohnungen und Häuser ausräumen würden für jedes Fahrzeug sage und schreibe 7 ½  Minuten zur Entleerung desselben zur Verfügung stünden. Und wir waren gewillt alle bestehenden Müllablagerungs-Rekorde zu brechen. Als uns der Müllmann das Zeichen zum Start erteilte war das Gartner‘sche Winning Team nicht mehr zu halten. Perfekt aufeinander abgestimmt warfen wir uns gegenseitig Säcke zu, schleuderten Kartone in die verschiedenen Schlunde des Grauens und fanden noch Gelegenheit uns gegenseitig anzufeuern. Es war ein Spektakel! Und ein erfolgreiches obendrein. Wir unterboten die vorgegebene Zeit um sage und schreibe drei Minuten. Schweißgebadet fielen wir uns in die Arme. Liebe kann wahrhaft (Müll)-Berge versetzen!

Was ich heute so gemacht habe? Sie fragen mich das allen Ernstes nach über sechs Wochen Isolation. Ok, ich sage es Ihnen. Ich habe gewartet. Habe mich ins virtuelle Wartezimmer unserer Regierung gesetzt, die leerstehenden Seiten eines aktuellen Wirtschaftsmagazins durchgeblättert und darauf gehofft, dass Entscheidungen getroffen werden, ein Plan vorgestellt, wie es mit unserem Land und seinen Bürger weiter geht. Wenn ich darum bitten dürfte vielleicht um eine Nuance konkreter als bei der Strategie, die gerade im italienischen Schulsystem angewandt wird, wo nach knapp zwei Monaten eines sehr überschaubaren Online-Unterrichts und sieben Wochen vor offiziellem Ende des Schuljahres die zuständige Ministerin noch immer kein offizielles Statement zur weiteren Vorgangsweise abgegeben hat. Und dies obwohl mittlerweile dem letzten geistig zurückgebliebenen Grundschüler klar geworden ist, dass seine Sommerferien heuer ein halbes Jahr dauern werden. Ach ja, das Ende des Schuljahres wurde noch nicht konkretisiert, man hat aber von Seiten der Regierung verlauten lassen, dass alle Schüler von Bozen bis Palermo unabhängig von ihrem Notendurchschnitt bereits jetzt in die nächste Klasse versetzt werden. Also dann, auf ein mögliches Wiedersehen im September…Das verstehe wer will. Wenn das so weiter geht darf meine 16jährige Tochter wohl schon mit einem kleinen Master liebäugeln. In welcher Fakultät? Egal, das kann man ja auswürfeln. Wer braucht schon Gymnasium und Uni? Es reicht Corona…

Ob meine Frau und ich noch vor dem Rentenalter wieder unser Hotel führen dürfen weiß keiner. Sicherheitshalber lassen wir uns jetzt schon mal einen Behindertenlift installieren, um schnellstmöglich zur Kontrolle der Zimmer in die verschiedenen Stockwerke zu gelangen, falls wir zur Neu-Eröffnung des ,,Gartner“ im Jahr 2038 nicht mehr ganz fit sein sollten. Parallel putzen – in Ermangelung der Mitarbeiter in Quarantäne – wiederum meine Frau und meine Wenigkeit schon mal die ganze Hütte durch, denn möglicherweise dürfen wir ja nächste Woche schon wieder…Ach ich weiß es nicht! Reicht, wenn man uns das am Vortag mitteilt. Wir sind ja flexibel!

Mann was bin ich aufgeregt. Heute gab es erstmals seit sechs Wochen wieder die ersten sozialen Kontakte. Zeitversetzt um zwei Monate waren mehrere Gärtner im Hotel, um den Park für die hoffentlich bald startende Sommersaison zu herzurichten. Säen, anbauen und mähen gegen Corona. Wenn das kein positives Signal ist… Okay, die Begleitumstände unserer Begegnung waren etwas skurril, aber das gilt aktuell wohl für so ziemlich jedes menschliche Aufeinandertreffen. Nachdem ich die Anweisungen durch meine Maske über eine Distanz von mehreren Metern gebellt hatte wurde das Team mehr oder weniger aktiv. Warum nicht ganz zu meiner Zufriedenheit? Da kann die Gärtnerei gar nix dafür. In Corona-Zeiten sind einfach nicht alle gärtnerischen Ambitionen rechtlich umsetzbar. Schon am Telefon hatte mir der Inhaber der Gärtnerei unseres Vertrauens mitgeteilt, dass der Hotel – Garten sehr wohl bestellt aber nicht neu bepflanzt werden darf. Das verstehe wer will, ist aber so. Meinem Wunsch unsere jeweiligen Rechtsberater zu unserem grünen Treffen mitzubringen und das Ganze schnellstens notariell beglaubigen zu lassen kamen wir schlussendlich dann doch nicht nach, aber die Wünsche des Auftraggebers (also mir…) und die Möglichkeiten der Gärtner (hier einfach vertragsrechtlich die Anderen genannt) drifteten dann doch erheblich auseinander. Egal, der Garten sah heute Abend besser als heute Morgen aus und unser ,,grüner Vertrag“ zeigte demzufolge doch Wirkung. Bis zum nächsten Aufeinandertreffen sollte dann doch einigermaßen Gras über die Sache gewachsen sein. Hoffentlich kommt kein Esel und frisst es wieder runter…
Habe den heutigen Tag mal wieder mit meiner äußerst umfangreichen Plattensammlung verbracht. Erstens weil ich das irrsinnig gerne tue und zweitens, weil ich mich ein Stück weit auch verpflichtet fühle. Yo! Hatte meinen Lesern ja versprochen Best-Offs der vergangenen 5 Dekaden zusammenzustellen. Und diesem Versprechen komme ich nur allzu gerne nach. Nachdem ich ja in den letzten Wochen so viel Zeit wie noch nie in meinem Leben zur Verfügung hatte konnte ich mich natürlich meinem Hobby umso intensiver widmen. Das hat Konsequenzen. Mittlerweile melden sich der Reihe nach Freunde und Bekannte die gerne Hitlisten zum Abhängen, Tanzen, Work-Outen und für künftige Fahrten im Auto hätten. Yo! Also spiele ich den DJ, das musikalische Virus das sich in ihren Gehörgängen festsetzt und in Post-Corona-Zeiten hoffentlich für angenehme Erinnerungen an eine sonst unheilvolle Zeit sorgen wird. Nach den 70er, 80er und 90er-Jahren folgen heute die Hits aus den 2000ern, einer Zeit die für die Vermischung ganz unterschiedlicher Genre und Stile steht. Hören Sie ein bisschen rein in diese Zeit und lassen Sie es krachen Yo!

P.S. Die vielen Yo’s in diesem Text sind darauf zurückzuführen, dass sich in den 2000ern auch meine Liebe zum Hip-Hop stark weiterentwickelt at! Sorry! Yo!

Ich verrate Ihnen jetzt mal ein Geheimnis. Aber bitte sagen Sie nichts meiner Familie. Das muss wirklich unter uns bleiben. Ich war heute in der Apotheke. Habe einige Präparate zur Lockerung der Muskulatur und zur Bekämpfung des Muskelkaters erworben. Mobilat, Muskel-Fit, Retterspitz- Muskelcreme, Arnika-Teufelskralle-Weihrauch -Creme… Als fürsorglicher Vater und Ehemann bin ich nämlich ein wenig besorgt. Unheimliches ist Geschehen. In meiner Familie ist jetzt in Zeiten des Virus der Sportwahn ausgebrochen. Plötzlich. So aus heiterem Himmel. Ohne Vorankündigung. Von 0 auf 100. Da heißt es jetzt vorbereitet sein.

Der Startschuss ertönte in Wien, wo unsere große Auslands-Südtirolerin Greta nach 20 Jahren ohne körperliche Ertüchtigung plötzlich von einem Tag auf den anderen damit begonnen hat um ihr Leben zu laufen. Nachdem sie in den vergangenen Wochen mehrmals in Rekordtempo die Stadt umrundet hat steht sie kurz davor in Österreich eingebürgert zu werden und in den Nationalkader für die auf den Sommer 2021 verschobenen olympischen Sommerspiele in Tokio aufgenommen zu werden. Wunder gescheh‘n…ich hab’s geseh’n sang einst die deutsche Pop-Queen Nena. Fällt mir jetzt spontan so dazu ein. Der Soundtrack für das Geschehen in und rund um unser neuerdings sportliches Haus.

Nachdem meine Gattin in den vergangenen Jahren eher dem Dehnungssport Yoga frönte sorgte auch sie jüngst für einen großen Überraschungsmoment, als sie mich bei Sonnenaufgang plötzlich auf meinem schlaftrunkenen Weg zur Toilette kreuzte und wie ein geölter Blitz Richtung Hausausgang sprintete. Als ich sie eine Stunde später schweißüberströmt bei ihren Dehnübungen im Badezimmer wiedertraf reifte der Entschluss zum Kauf der Muskel-beruhigenden Präparate in mir. Und jetzt wird auch unsere Kleinste Lilly aktiv, die bislang als ausdauerndste Leistung einen 16-stündigen Teenagerschlaf vorzuweisen hatte. Corona, wohin führst Du uns? Mich auf jeden Fall in die Apotheke. Sicherheitshalber hole ich uns noch eine Tube Voltaren.

Habe die letzten Tage damit verbracht aus der verdammten Corona-Zeit wenigstens einen pädagogischen Nutzen zu ziehen. Habe mein Kind in Filmwissenschaften unterrichtet. Fallbeispiel: James Bond. Das heißt wir haben uns einen Klassiker nach dem anderen reingezogen, vom fernen Jahr 1962 (James Bond jagt Dr. No) bis zur Neuzeit mit ,,Spectre“ aus dem Jahr 2015. Gerade in der heutigen Zeit sind Helden mehr denn je gefragt und das Schlechte (wenn es auch aktuell leider nicht  so greifbar ist…) muss unbedingt bekämpft werden. Wichtig sind Figuren, an denen man sich aufrichten kann. Anschauungsunterricht von Zeiten, als die Welt noch einigermaßen in Ordnung war und der Feind immer definiert. Einfaches Prinzip, klare Werte!

Als Vater sehe ich mich da in unmittelbarer erzieherischer Verantwortung. Ein Quantum Trost sozusagen. Das einzig pädagogische Problem bei der James-Bond-Serie ergibt sich-das schicke ich jetzt schnell voraus bevor ich von einem weiblichen Shitstorm bombardiert werde- durch das Rollenbild der Frau, das zugegebenermaßen nicht immer ganz fortschrittlich ausgelegt wird, aber wir wollen jetzt auch nicht zu viel in einen Actionfilm hineininterpretieren. Bei aller Liebe, wir haben jetzt wirklich andere Probleme. Eine Bemerkung am Rande sei mir aber erlaubt: Ursula Andress und Halle Berry im Bikini waren jetzt auch nicht gerade sooo hässlich. Da durfte man schon mal genauer hinschauen. Ein bisschen Oberflächlichkeit sei mir in so harten Zeiten gestattet.

Dafür ist der männliche Held durchsetzungsfähig, immer Einsatz bereit, entschlussfreudig kämpft für das Gute (wenn auch manchmal mit unlauteren Mitteln…), reisefreudig, charmant, sehr gebildet und verdient dabei auch noch gut. Außerdem ansprechend gekleidet und mit erlenem Geschmack. Ein Hero wie er im (Dreh)-Buche steht. Mein Kind war jedenfalls begeistert von James Bond! Das gibt mir Hoffnung für die Zukunft! Vielleicht krieg ich bei meinen erzieherischen Maßnahmen ja mal einen Helden als Schwiegersohn! Darauf einen Martini…

Ich war schon immer ein Fan des guten alten Western. Rauchende Colts, gierige Goldsucher, kompromisslose Büffeljäger und blutrünstige, weil verzweifelte Indianer. Diese Zeiten vermutete man in weit entfernter Vergangenheit und in schwarz-weiß.  Weit gefehlt! Ein bisschen Wild-West gibt es nämlich jetzt auch in unseren Breitengraden. Die Kopfgeldjäger und Skalp-Sammler sind aktiv geworden. Ihre Opfer sind keine Desperados oder Rothäute sondern der liebe (böse) Nachbar. Ohne Colt und Bowie-Messer, dafür mit Hilfe von Rauchzeichen oder Trommel (Telefon) wird die hohe Kunst des Denunziantentums gepflegt und somit – im übertragenen Sinn – gar mancher Skalp gesammelt. Die Geschichten im näheren Umfeld dazu häufen sich täglich. Zuerst mit dem Feldstecher auf der Lauer liegen, dann die Übeltäter, welche Ausgangssperren missachten oder gar Freunde in ihren Wigwam bitten bei den lokalen Sheriffs anschwärzen und schon wieder hat man eine alte Rechnung beglichen und den Feind zwar nicht um die Ecke aber zumindest zur Strecke gebracht. Das ist jetzt die Chance dem bösen Nachbarn, dessen Äste über den eigenen Zaun reichen, oder der seinen Gaul (Fahrzeug) täglich zu nah an der eigenen Ranch- Einfahrt parkt eins reinzuwürgen. Corona machts möglich! Wie sinnvoll die Aktionen sind – zumal das nachbarschaftliche Leben auch nach der Zeit des bösen Virus weitergehen sollte-sei dahingestellt. Aber was tut man nicht alles, für ein weiteres Exemplar in der eigenen wunderbaren Skalp-Sammlung.

P.S. Musikalisch sei Ihnen zum Thema nachbarschaftliche Beziehungen der alte Stefan Raab – Country-Song ,,Maschendrahtzaun“ aus dem Jahr 1999 empfohlen. In diesem Fall ein Hauch von wildem Osten.

Es gibt auch mal wieder gute Nachrichten. Für all diejenigen unter Ihnen, die in den vergangenen Wochen Shopping-Entzugserscheinungen hatten, nicht wohin wussten mit der überschüssigen Kohle und in einem schweren Stimmungstief gefangen waren, gibt es nun einen Silberstreif am Horizont. Man mag es kaum glauben aber seit heute haben die Geschäfte mit Babykleidung wieder geöffnet. Die Flashmobs der vergangenen Tage, die Appelle an die Landesregierung, die massiven Beschwerden in den sozialen Medien haben also gefruchtet. Zuletzt war von Seiten der Bevölkerung in Südtirol beanstandet worden, dass in unserer Provinz gleiche Maßstäbe angewendet würden wie in Regionen mit einer viel höheren Zahl an Corona-Erkrankungen. Es gelte nun darum in Rom darauf zu drängen, dass jede Region – je nach gesundheitlichen Fortschritten – auch ihre selbstständigen Schritte setzen dürfe.

Und das ist jetzt wohl passiert. Die ersten Ausgangs – Beschränkungen sind in Südtirol gelockert worden. Babys bekommen jetzt wieder frische Windeln und müssen nicht mehr mit alten Tageszeitungen oder Kopierpapier gewickelt werden. Obwohl, das hätte sich auch sonst erübrigt, denn ab sofort sind auch Papierhandlungen wieder offen. Da freuen sich die kleinsten Staatsbürger aber jetzt ganz gewaltig. Wo wunde Kinderpopos heilen wächst auch die Hoffnung! Die großen Bürger haben auch ein paar Bonbons abgekriegt. Es gibt jetzt gelockerte Möglichkeiten zur – so die öffentliche Mitteilung im Beamtendeutsch – ,,erweiterten körperlichen Aktivität“ im Freien fernab der eigenen Wohnung. Ich hoffe das die Menschen das nicht irgendwie moralisch bedenklich interpretieren.

Was für ein Schock! Beim Frühstück informiert mich meine Tochter, dass sie einen Hauch von Zahnschmerz verspürt. Beinahe erleide ich einen Herzstillstand. Zahnschmerzen in Zeiten von Corona…Das kann nicht sein! Meines Wissens ist es sogar per Dekret verboten andere Krankheiten, physische Probleme oder Schmerzen zu verspüren als solche die Virus-bedingt sind. Wer jetzt einen Arzt benötigt droht in ein tiefes medizinisches Loch zu stürzen. Ungesichert! Wohin sollen wir uns momentan wenden? Alle nicht Corona-tauglichen Ärzte sind untergetaucht. Deshalb verbiete ich meinem Kind auf der Stelle Zahnschmerzen zu haben. Ja, was glaubt denn die Göre? Jetzt Zahnschmerzen…Für was ist meine väterliche Autorität sonst nütze, wenn nicht für ein hartes Durchgreifen in solchen Situationen. Als ich meiner Tochter anhand von medizinischem Anschauungsmaterial am Beispiel einer alten Kinder-DVD mit Hauptdarsteller ,,Michel aus Lönneberga“ zeige wie man einen schmerzenden Zahn mit Hilfe einer Türklinke, der Tür selbst und einem Bindfaden entfernt, lassen die Schmerzen schlagartig nach. Und mein Herz beginnt wieder kräftiger zu schlagen.

Trotzdem…der kleine Zwischenfall zeigt mir, dass man aktuell wohl auf die omnipräsente italienische Polizei zurückgreifen kann, wohl aber nicht auf das Gesundheitssystem fernab von Corona. Mit Hilfe von youtube schaue ich mir deshalb präventiv schon mal ein paar Home-Not-Operationen an verschiedenen Körperteilen an, die unter Umständen auch persönlich mit einem vernünftigen Heimwerker-Set durchgeführt werden können. Ist schon ein Segen dieses Internet. Sollte jemand in meiner Familie oder auch ich selbst Hilfe benötigen weiß ich jetzt was zu tun ist. Selbst ist der Bürger in Zeiten von Corona! Man(n) weiß ja nie!

Die italienische Bevölkerung ist verdächtig sehr, sehr unmündig zu sein. Der Staat misstraut seinen Bürgern ganz gewaltig. Wir werden jetzt dauerkontrolliert. Hubschrauber und Drohnen kreisen ober unseren Köpfen und Polizei-Autos fahren durch die Straßen und informieren über Megaphone auch den letzten Deppen, der es noch nicht gerafft hat, dass er sein Haus nicht verlassen darf. Es ist so was von surreal, dass man es fast nicht zu glauben vermag. Hat ein bisschen was von Big Brother. Die vollständige Überwachung durch die Behörden treibt ungeahnte Blüten. Die herrschende Kaste verteilt z.B. Strafen an ältere Mitbürger, die ohne Ausgangsgenehmigung unterwegs sind, weil sie schlicht und einfach nicht über das technische Rüstzeug (sprich Computer und Drucker) verfügen, um sich entsprechend zu wappnen. Die entmündigte Bevölkerung in Südtirol ist darüber natürlich ,,not amused‘‘und macht ihrem Unmut in den sozialen Medien Luft.

Ich hingegen, als Mann der Tat habe schon wieder konkrete Pläne. Schimpfen bringt nix, jetzt muss gehandelt werden! Überlege mir gerade, ob ich mir angesichts dieser Umstände beispielsweise einen Tunnel graben soll, der mich unterirdisch mit meinen Lieblingsplätzen verbindet. Unterwegs als Maulwurf. Ein Leben im Untergrund. Verstecken vor der Obrigkeit. Als Alternative zum vollkommen bescheuerten Leben auf der Erdoberfläche. Könnte aber in Anbetracht meiner eher unterentwickelten handwerklichen Fähigkeiten etwas länger dauern…

Oder das System von innen aushöhlen. Der Spion der aus der Isolation kam… Als Ordnungshüter verkleidet offiziell mitmischen und dann die Guerilla-Schiene fahren. Irgendwo im Schrank müsste noch eine Polizisten-Karnevalsverkleidung rumliegen. Ist eh gerade die richtige Zeit für Pappnasen…

Die simpelste Lösung ist -wie immer- Bestechung. Was hätte ich aktuell so anzubieten für ein paar Stündchen in Freiheit? Wie wäre es mit der Umsatzbeteiligung an einem leerstehenden Hotel? Oder ein Netflix-Abo für die restlichen zwei Jahre in Quarantäne? Oder ein Shopping Wochenende de luxe in Mailand?

Super-Intelligente Vorschläge für ein unglaublich cleveres System. So schaut`s aus!

Ostern. Das erste Mal seit 25 Jahren, dass ich mit meiner Familie dieses Fest zuhause verbringe. In all der Zeit war der Ostersonntag immer ein wichtiger und sehr arbeitsintensiver Tag im Hotel. Heuer nicht. Bei strahlendem Sonnenschein läuft privat das volle Family-P