Projektbeschreibung

Kitzbühel & Alpenraum | Ausgabe 09 | Frühling 2019

Eine Konzentration an grotesken Gegensätzen, ein Wechselspiel von weichen und strengen Formen, eine spannende Symbiose zwischen Objekt und Raum: Die Skulpturen des Südtiroler Künstlers und Bildhauers Friedrich Sebastian Feichter sind eine interessante Anmutung – entsprungen am sensiblen Grat zwischen Realität und Fantasie.

Feichter, 1962 im Ahrntal geboren und verwurzelt mit seiner Heimat und den Traditionen der Südtiroler Region, dringt für einen Moment in andere Welten und wird damit zum Grenzgänger. Er spürt die schmalen Grate auf und thematisiert sie in seiner Kunst.

Aus dem Zyklus Lamellen – Zwei, 2014. HPL-Platten, Eisen. 102 cm.

Kompakt und federleicht

Und dennoch strahlen seine Skulpturen eine erstaunliche Harmonie aus. Sie wirken kompakt und federleicht zugleich und versuchen der Schwerkraft zu trotzen. Zierlich, elegant, schillernd, zeitlos und erhaben erobern sie den Raum. Dabei gelingt dem Künstler – mit Bedacht auf die perfekte Form – Lindenholz, Metall und Kunststoff zu bannen und überlebensgroße Skulpturen entstehen zu lassen. Die Skulpturen selbst interagieren in faszinierender Weise mit dem Betrachter und vermitteln zwischen Realität und Utopie. Sie präsentieren sich als Wesen zwischen Himmel und Erde, zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Ein Spiel mit der Form. Aus dem Zyklus Cocoon – Mandel und Schlaf, 2005. Lindenholz, Aluminium, Zement. 41 cm u. 121 cm.

Die Formen der Natur …

… werden zu Feichters Kommunikationssprache, die er als Transformation von einem Innen nach einem Außen zum Ausdruck bringt. Seine Schaffenszyklen offenbaren einen psychologischen Moment. Einerseits dominieren organische Urformen in Kapsel- oder Sichelform als vegetabile Körper mit fragilen Beinen und Rüssel – der Schwerkraft trotzend, einer hellen sonnigen Welt entsprungen. Andererseits sind sie Manifeste der Umwandlung von lasterhafter Emotionalität in Materie, ein Ausdruck fleischlicher Begierde, die den Betrachter in die Welt der Genüsse, Abgründe und Gefahren entführen.

Körpervolumen der Schwerkraft trotzend. Aus dem Zyklus Homo Solaris – Aviel, Hebearm, Arvid und Inessa, 2009/10 und 2017. Lindenholz, Acryl, Palladium. 183 cm, 156 cm, 67 cm, 56 cm.

Interaktions-Experimente

Seine Skulpturen präsentieren sich als Spiel mit der Form an sich und als Interaktions-Experiment des Betrachters selbst. Je nachdem, welche Position und welchen Blickwinkel man einnimmt – die Antwort der Skulptur wird immer anders sein. Friedrich S. Feichters Kunst ist ein Abenteuer: Sie beinhaltet eigenständige Objekte und formal-materielle Experimente, die mit Raum und Mensch interagieren. Und sie fungieren gleichzeitig als Spiegel der Seele.

Friedrich S. Feichter …

… besuchte die Schnitzschule in St. Jakob im Ahrntal (Südtirol) und studierte an der Höheren Technischen Hochschule in Graz Bildhauerei. Von zahlreichen Galerien in Deutschland, der Schweiz, in Holland und Österreich vertreten, lebt und arbeitet er als freischaffender Bildhauer in Luttach im Ahrntal.

Die Wandskulptur Wanda aus dem Zyklus Cocoon – Wanda, 2006. Lindenholz, Aluminium, Zement. 213 cm.

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