Projekt Beschreibung

Hermen Anglada Camarasa, Bauern von Gandía, 1909, Öl auf Leinwand, 240 x 300 cm, Museo de Bellas Artes de Asturias. Col. Pedro Masaveu, Oviedo © Hermen Anglada Camarasa, VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: © Museo de Bellas Artes de Asturias. Col. Pedro Masaveu / Marcos Morilla

STREIFZUG München | Ausgabe 77 | Herbst 2026

Mit „Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“ widmet sich die Kunsthalle München vom 23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027 erstmals in Deutschland umfassend dem katalanischen Modernisme – einer eigenständigen Strömung, vergleichbar mit dem Jugendstil oder Art Nouveau.

Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf die künstlerische Bewegung, die sich – im Spannungsfeld von Industrialisierung, kultureller Erneuerung und gesellschaftlichem Wandel – in Architektur, Malerei, Skulptur, Design, Musik und Literatur entfaltete. Sie beleuchtet die kulturelle Dynamik, die Barcelona zwischen 1880 und 1914 zu einem der bedeutendsten Zentren der europäischen Moderne machte. Im Fokus standen dabei das Verhältnis von Tradition und Moderne sowie das Ziel, das kulturelle Erbe Spaniens und Kataloniens in eine neue, zeitgemäße Form zu übersetzen.

Der katalanische Modernisme

Anhand von rund 160 Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Möbeln und Architekturmodellen beleuchtet „Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“ die Vielfalt des katalanischen Modernisme im urbanen, sozialen und kulturellen Gefüge Barcelonas und Kataloniens. Dabei wird deutlich, wie historische und zeitgenössische sowie katalanische, spanische und europäische Einflüsse eine eigenständige Ausprägung der Moderne hervorbrachten. Gezeigt werden hochkarätige Leihgaben bedeutender Museen und Privatsammlungen, die teilweise erstmals außerhalb Spaniens zu sehen sind.

Santiago Rusiñol, Garten von Aranjuez, Laube II, 1907, Öl auf Leinwand, 105 x 134,5 cm, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Foto: © Archivo Fotográfico Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía

Künstler:innen neu entdecken

Neben bekannten Protagonisten wie Antoni Gaudí (1852–1926) und dem jungen Pablo Picasso (1881–1973) eröffnet die Ausstellung die Möglichkeit, zahlreiche hierzulande kaum bekannte Künstlerpersönlichkeiten zu entdecken. Dazu zählen die Architekten Lluís Domènech i Montaner (1849–1923) und Josep Puig i Cadafalch (1867–1956) sowie die Maler Santiago Rusiñol (1861–1931), Ramon Casas (1866–1932), Hermen Anglada Camarasa (1871–1959), Isidre Nonell (1872–1911) und Joaquim Mir (1873–1940).

„Barcelona moderna. Von Gaudí bis Picasso“ lädt dazu ein, Barcelona um 1900 als eines der großen kulturellen Laboratorien Europas neu zu entdecken. Die Ausstellung rückt eine Generation von Künstlern ins Bewusstsein, deren Werke einst europaweit Beachtung fanden und mittlerweile außerhalb Spaniens zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. Zugleich eröffnet sie eine Perspektive auf Themen, die bis heute aktuell geblieben sind: das Verhältnis von regionaler Identität und internationalem Austausch, von kultureller Verwurzelung und Offenheit gegenüber Europa.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Museum Barberini in Potsdam. Nach ihrer Präsentation in München wird sie dort vom 20. März bis 20. Juni 2027 in veränderter Form zu sehen sein.

Pablo Picasso, Kopf einer jungen Frau, 1906, Öl auf Leinwand, 54 x 42 cm, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, © Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: © Archivo Fotográfico Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía

Die Kunsthalle München …

… ist mit rund 350.000 Besucher:innen eines der renommiertesten Ausstellungshäuser Deutschlands. Im Herzen der Münchner Innenstadt gelegen, zeigt sie pro Jahr drei große Ausstellungen mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten – von Malerei über Skulptur, Grafik, Fotografie und Medienkunst bis hin zu Kunsthandwerk, Design und Mode. Monografische Ausstellungen und thematische Projekte wechseln sich dabei ab, häufig mit interdisziplinärem Ansatz.

Privates Engagement bildet seit über vier Jahrzehnten das Fundament der Kunsthalle München. Seit 1985 werden ihre Ausstellungen und Programme ausschließlich durch private Zuwendungen ermöglicht. Die gemeinnützige Hypo-Kulturstiftung als Trägerin steht für ein langfristiges und verantwortungsbewusstes Engagement für Kunst und Kultur. Ihr Anspruch ist es, kulturelle Vielfalt nachhaltig zu stärken und qualitätsvolle Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Ramon Casas, Moulin de la Galette, 1901/02, Öl auf Leinwand, 144 x 140,3 cm, Círculo del Liceo, Barcelona, Foto: © Círculo del Liceo, Barcelona

ÖFFNUNGSZEITEN
23. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027
Täglich 10.00 – 20.00 Uhr | zur AfterworkKH am 18.11., 20.01. und 17.02. (16.12. entfällt): 10.00 – 22.00 Uhr | Sonderöffnungszeiten für Schulklassen: jeden Mittwoch 09.00 – 10.00 Uhr, Anmeldung erforderlich: kontakt@kunsthalle-muc.de

EINTRITTSPREISE
Regulär: € 18 | Ermäßigungen: Senior:innen (65+ Jahre): € 14 | Schüler:innen, Auszubildende, Studierende (18–29 Jahre) und Arbeitslose: € 8 | Kinder und Jugendliche (6–17 Jahre): € 4 | Kinder (0–5 Jahre): frei | angemeldete Schulklassen: € 2 p.P. | Familienkarte für 2 erwachsene Personen mit Kindern (0–17 Jahre): € 36 | kleine Familienkarte für 1 erwachsene Person mit Kindern (0–17 Jahre): € 18 | dienstags 50% Ermäßigung auf alle Eintrittspreise

AUDIO-TOUR
Zur Ausstellung gibt es eine kostenlose Audio-Tour auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Katalanisch, die von zuhause sowie in der Ausstellung mit eigenem Mobilgerät abrufbar ist (www.kunsthalle-muc.de/barcelona).

BEGLEITPROGRAMM (AUSZUG)
Ein vielseitiges Programm erwartet das Publikum: Die Veranstaltungsreihe AfterworkKH sorgt jeden dritten Mittwoch im Monat für entspannten Kunstgenuss nach der Arbeit. Ein Konzert, Vorträge und ein Lyrikabend mit interessanten Gästen beleuchten unterschiedliche Aspekte rund um das Thema der Ausstellung. Auch Kurator:innen-Führungen und Rundgänge für Spanischlernende werden angeboten. Alle Infos zum Begleitprogramm: www.kunsthalle-muc.de

BEGLEITPUBLIKATION
Zur Ausstellung erscheint bei Prestel eine reich illustrierte Publikation, herausgegeben von Carlos Alonso Pérez-Fajardo, Roger Diederen, Michael Philipp, Nerina Santorius, Franziska Stöhr und Ortrud Westheider. 296 Seiten, ca. 200 Abbildungen

Kontakt

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstraße 8
D-80333 München
T +49 (0)89 224412
kontakt@kunsthalle-muc.de
www.kunsthalle-muc.de

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