Projekt Beschreibung

Gardens by the Bay | Singapur

STREIFZUG Südtirol & Gardasee| Ausgabe 04 | Herbst 2026 | Text: Klaus Dörre

Was macht einen Ort zu einem Wunder? Diese Frage stellt der World Travel & Tourism Council (WTTC) seit Juli 2026 der ganzen Welt – und lädt erstmals Menschen überall dazu ein, zeitgenössische Bauwerke und Destinationen zu nominieren, die unsere Zeit geprägt haben. Das Ergebnis soll im Juli 2027 als neue Liste der sieben zeitgenössischen Weltwunder präsentiert werden.

Ein heißer Kandidat für eines der 7 zeitgenössischen Weltwunder ist der 330 Meter hohe Eiffelturm in Paris.

Seit Jahrhunderten faszinieren Weltwunder die Menschheit. Die berühmten sieben antiken Weltwunder – von den Hängenden Gärten von Babylon bis zum Koloss von Rhodos oder zum Leuchtturm von Alexandria – waren Sinnbilder außergewöhnlicher Baukunst, von denen nur noch die Pyramiden von Gizeh erhalten sind.

Das beeindruckende Guggenheim Museum in Bilbao/Spanien ist ebenfalls ein starker Kandidat für die 7 zeitgenössischen Weltwunder.

2007 folgte mit der weltweiten Initiative „New7Wonders“ eine moderne Neuinterpretation. Millionen Menschen beteiligten sich an der Wahl, aus der Bauwerke wie die Chinesische Mauer, Machu Picchu, Petra, die geheimnisvolle Felsenstadt der Nabatäer in Jordanien, das Taj Mahal oder das Kolosseum hervorgingen. Sie alle erzählen von der Geschichte vergangener Zivilisationen – doch sie blicken vor allem zurück.

Der „Lotus Temple“ in Dehli/Indien – mit seiner imposanten Architektur – könnte gute Chancen für einen der sieben Plätze haben.

Wunder einer neuen Zeit

Mit den „7 Contemporary Wonders of the World“ richtet der WTTC den Blick bewusst nach vorne. Gesucht werden Bauwerke, Institutionen oder touristische Wahrzeichen, die seit 1801 entstanden sind und weit mehr leisten als architektonisch zu beeindrucken. Sie sollen Destinationen geprägt, wirtschaftliche Entwicklung angestoßen, Arbeitsplätze geschaffen und ihrer Region internationale Strahlkraft verliehen haben. Entscheidend ist dabei nicht allein ihre Bekanntheit. Auch Orte, die bislang nur Eingeweihten ein Begriff sind, können nominiert werden, wenn sie Menschen inspirieren und ihre Umgebung nachhaltig bereichern.

Auch das imposante Kulturzentrum Heydar Aliyev Center in Baku/Azerbaidschan von Architektin Zaha Hadid hätte das Zeug für eines der sieben zeitgenössischen Weltwunder.

Der Eiffelturm in Paris, das Guggenheim-Museum in Bilbao oder das Grand Egyptian Museum in Gizeh zählen zu den Beispielen, die zeigen, wie visionäre Projekte ganze Städte verändern können. Sie stehen stellvertretend für Bauwerke, die Reisen neu definieren und Identität stiften. Gloria Guevara, Präsidentin und CEO des WTTC, sagt dazu: „Die einflussreichsten Tourismusattraktionen leisten weit mehr, als nur Besucher anzulocken. Sie schaffen Arbeitsplätze, fördern Investitionen, unterstützen lokale Unternehmen, stärken Gemeinschaften und verbessern das globale Profil von Reisezielen. Wir möchten zeigen, wie visionäre Investitionen in touristische Infrastruktur und Kulturgüter nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Mehrwert für Generationen schaffen können.“

Grand Egyptian Museum, Kairo – Gizeh/Ägypten

Die Welt entscheidet mit

Erstmals entsteht eine Liste der Weltwunder nicht hinter verschlossenen Türen, sondern unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Seit dem 07. Juli 2026 können Menschen weltweit ihre persönlichen Favoriten nominieren und begründen, warum gerade dieser Ort für sie ein Wunder ist. „Jede Generation hinterlässt ihre Spuren in der Welt. Wir laden Menschen weltweit ein, die Wahrzeichen zu würdigen, die das moderne Zeitalter geprägt haben und auch weiterhin zu neuen Welterlebnissen inspirieren werden“, so Gloria Guevara.

Golden Gate Bridge, San Francisco/USA

Call to Action

Nach Angaben des WTTC gelten unter anderem folgende Kriterien für Vorschläge:

  • Von Menschenhand geschaffen: Wahrzeichen, Gebäude, Institutionen, Resorts
  • Kind der Moderne: erbaut zwischen 1801 und heute
  • Kraft für seinen Ort: Es zieht die Welt auf verantwortungsvolle Weise an und schafft Chancen dort, wo es steht.
  • Offen für Entdeckungen: sowohl bereits gefeierte als auch noch wenig bekannte Orte

Bis 07. Januar 2027 können eigene Vorschläge eingereicht werden. Aus allen Vorschlägen wählt der WTTC zunächst 70 Kandidaten aus. Ab 07. Januar 2027 beginnt die öffentliche Abstimmung. Am 07. April folgt eine Shortlist mit 30 Finalisten. Die sieben zeitgenössischen Weltwunder werden schließlich am 07. Juli 2027 bekannt gegeben.

Alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Teilnahme finden sich unter: contemporary-wonders.wttc.org

Seit 1882 in Bau: die wunderschöne Sagrada Familia in Barcelona/Spanien

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