Urban Gardening – Die Alternative zum großen Garten

Vom Victory Garden zum Sieg der Großstadtidylle

  • Urban Gardening in Form einer Dachterrasse mit Rasen und Bäumen
    Quelle: Pixabay
Urban Gardening – Die Alternative zum großen Garten2018-06-18T15:01:20+00:00

Projektbeschreibung

Was genau ist eigentlich Urban Gardening?

Urban Gardening, (zu Deutsch urbaner Gartenbau) beschreibt eine Art des Gartenbaus, welcher vieles möglich macht. Der größte Vorteil ist wohl, dass ein schönen Garten auf kleinem Raum auf einmal realisierbar ist. Der Fokus hierbei liegt sowohl auf den landwirtschaftlichen Aspekten, aber auch die Schönheit von Zierpflanzen kommt nicht zu kurz. Durch die geschickte Aufteilung vom Raum-/ Pflanzen Verhältnis kann die perfekte Gartenidylle auch auf einer Dachterrasse im 10 Stock entstehen. Da kann kein Großstadtverkehr diese Ruhe stören.

Urban Gardening entwickelt sich schon seit Jahrhunderten, denn die Nutzflächen sowohl auf dem Land für den Ackerbau, als auch die Nutzflächen in der Stadt für den Gartenbau, werden immer knapper. Durch Urban Gardening ist es nun möglich sein eigenes Gemüse zu ernten oder einfach die Pracht der Lieblingsblume zu genießen. Für Urban Gardening eignen sich alle Größendimensionen, ob nun drei Quadratmeter oder dreihundert Quadratmeter. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Der Raum kann nach den eigenen Wünschen und Vorlieben gestaltet werden.

Wie ist Urban Gardening entstanden?

Ursprünglich entstanden ist das Konzept des Urban Gardening zu Beginn des Städtebaus. Lebensmittel waren schon immer leicht verderblich. Damals konnten diese nicht gekühlt, oder schnell genug, vom Feld zum Abnehmer transportiert werden.  Um diesem Problem vorzubeugen hat die Bevölkerung angefangen exklusive Lebensmittel in der teuren Stadt anzupflanzen. Diese Lebensmittel konnten dann später leicht auf den Markt und dort an den Mann, oder an die Frau, gebracht werden. Dies wurde auch im großen Stil betrieben und zum Teil auch zum Vollzeitjob. So konnte jeder kleine Mann auch in der Stadt ein bisschen Landluft schnuppern und sogleich sein Einkommen aufbessern.

In der Geschichte gab es Zeiten, in denen Lebensmittelknapp wurden. Es müssen nicht immer schlechte Ernten oder Naturkatastrophen gewesen sein. Während des Zweiten Weltkrieges wurde jeder Bewohner von den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, England und Deutschland aufgefordert jegliche Gartennutzfläche zur Lebensmittelproduktion zu verwenden. In der amerikanischen Propaganda wurden diese Gärten Victory Garden genannt und der Staat hat mit großen Plakaten für dieses Konzept geworben.

Auch in der Gegenwart ist Urban Gardening ein brandaktuelles Thema. Die Lagerkapazitäten von städtischen Supermärkten sind begrenzt, denn sie sind nur auf Vorräte für drei Tage ausgelegt. Sollte nun die Stadt durch Naturkatastrophen wie einem Hurrikan oder Hochwasser, oder aber auch durch einen Lastwagenstreik von dem Umland abgeschottet werden, so herrscht nach ein paar Tagen schon ein Lebensmittelengpass und Supermärkte haben nur noch leere Regale im Sortiment.

Dadurch ist der Garten in die Stadt gekommen. Die Bevölkerung hat nun aber weniger Angst vor einer Hungersnot, weshalb viele ihren Urban Garden mit Zierpflanzen schmücken.

Wo kann Urban Gardening betrieben werden?

Der typische Vertreter des Urban Gardening ist der Schrebergarten. Auf einem großen Gelände werden viele kleine Parzellen abgesteckt und auf jede kommt eine größere oder kleinere Gartenhütte. Überall darf was angebaut werden und abends trifft sich die Nachbarschaft auf ein Bierchen in der Schrebergartenwirtschaft.

Aber es gibt noch viele andere Beispiele um möglichst viel Nutzfläche auf möglichst kleinen Raum zu haben:

  • Vertikale Landwirtschaft (mehrstöckige Gewächshäuser)
  • Kartoffeltonne (Kartoffelanbau in einer Art Hochbeet)
  • Permakulturen (Konzept für naturnahe Kreisläufe)

Den meisten ist das aber zu wenig Privatsphäre. Oft will man einen schönen Garten haben und keine Nutzpflanzen säen. Man will aus dem Wohnzimmer auf einen schönen Garten mit Blumen blicken und sich nicht durch den Nachbarn gestört fühlen, welcher die ganze Zeit auf das eigene Grundstück späht oder die wild wuchernden Kartoffeln hinter irgendwelchen Rosen verstecken. Man will einfach nur die Schönheit der Natur genießen. Früher hieß es, dass nach der Terrassentür die Terrasse kommt. Jetzt heißt es, dass nach der Terrassentür der Garten kommt.

Urban Gardening mit Zierpflanzen auf der heimischen Dachterrasse

Um Urban Gardening zu betreiben bedarf es nicht viel Platz und Fläche. Ein paar Quadratmeter reichen schon aus, um viele Pflanzen zu verteilen und um Akzente zu setzten. Aber auch große Parklandschaften als Teil eines Luxus-Penthouses sind möglich. In einem Urban Garden ist so gut wie alles umsetzbar, es müssen nur die richtigen Ideen vorhanden sein und ein paar Grundregeln befolgt werden. Somit wird am Ende ein zufriedenstellendes Ergebnis da sein. Es kann aber auch auf einen Architekten oder Designer zurückgegriffen werden, dazu unten mehr.

Um nicht am Ende enttäuscht zu sein, sollte zuerst überlegt werden, wie die Dachterrasse im groben aussehen soll. Auch sollte geklärt werden, welche baulichen Maßnahmen erlaubt sind und welche nicht (speziell bei Mietobjekten).

Je nach der Größe der zur Verfügung stehenden Fläche kann die Dachterrasse in unterschiedlich große und kleine Räume aufgeteilt werden. Diese können dann nach den eigenen Vorlieben unterschiedlich gestaltet werden. Zu beachtende Faktoren sind die Aussicht (will ich die Aussicht genießen, oder den eigenen abgeschotteten Bereich), der Sonneneinfall (unterschiedliche Pflanzen benötigen unterschiedlich viel Licht), aber auch der Schutz vor dem Wind kann das kleine bisschen Komfort bieten, der die gute Gestaltung von der perfekten unterscheidet. Die einzelnen Räume können zum Beispiel durch Möbel oder Pflanzen abgegrenzt werden.

Konzept zur Selbstgestaltung

Danach sollte der richtige Bodenbelag ausgewählt werden. Hier kommt es ganz auf die persönlichen Vorlieben an, Ob Kunstrasen, Holz, Kies oder doch die Natursteinfliesen, der gewählte Bodenbelag sollte den eigenen Vorlieben entsprechen und in das geplante Gesamtbild passen. Wichtig ist dabei, dass eventuelles Regenwasser gut abfließen kann und der Boden sich angenehm anfühlt. Keiner möchte sich auf der Dachterrasse einen Spreißel eintreten.

Um die Wohlfühloase vor unliebsamen Blicken oder zu heißer Sonnenstrahlung zu schützen bietet sich ein Sicht-/ und Sonnenschutz an. Wieder setzt hier nur die eigene Kreativität Grenzen. Möglichkeiten hierfür bieten hohe Pflanzen wie Bambus oder kleine Bäume, aber auch Sonnenschirme, Sonnensegel oder Markisen können sich wunderbar in das Gesamtbild des Urban Garden einfügen.

Dann kann auch schon möbliert werden, wobei beachtet werden sollte, dass die Möbel witterungsfest sind. Auch sollten genügend Liege- und Sitzmöglichkeiten vorhanden sein.

Bei der Dekoration und Bepflanzung ist fast alles möglich. Die Pflanzen werden in Töpfen gepflanzt, die natürlich auch zur restlichen Dachterrasseneinrichtung passen sollten. Es können einfache Rosen gepflanzt werden, aber auch Büsche und Bäumchen, die in Töpfen in der Gärtnerei des Vertrauens verkauft werden. Hier gilt auch wieder, dass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, es kann so viel gepflanzt werden, wie man will.

Architekten und Designer

Wenn das Selbstgestallten allerdings zu aufregend und ungewiss ist, kann ein professioneller Architekt oder Designer beauftragt werden. Dieser geht auf die persönlichen Wünsche ein, hilft bei der Material- und Pflanzenauswahl und setzt die Pläne in die Tat um. Es gibt Architekten und Designer, die sich bei der Gestaltung von Außenbereichen, so auch Urban Gardening, bestens auskennen und viel Erfahrung in diesem Bereich haben. Auch haben sie Kniffe und Ideen, wie man alles noch schöner und eventuell auch platzsparender anlegen kann.

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