WATER-LOVE – Wasser in der Gartenarchitektur

Die eigene Oase vor der Haustür

  • Ein natürlich aussehender Gartenteich
WATER-LOVE – Wasser in der Gartenarchitektur2018-09-20T13:58:10+00:00

Projektbeschreibung

Warum Gartenteiche?

Ein Garten ist ein Muss für jeden gescheiten Hausbesitzer, aber erst ein Gartenteich rundet das Bild ab. Das leise Plätschern des Wassers, die sanften Bewegungen des Grüns im Wind und die trägen Bewegungen der Fische im Gartenteich. Ein Teich im eigenen Garten ist Wellness pur für den Besitzer. Und nicht nur das. Gartenteiche sorgen auch dafür, dass sich andere Lebewesen dort ansiedeln können und helfen der Natur in dicht besiedelten Gegenden sich zu erholen. Vor Mücken und anderen Insekten müssen sich Besitzer von Gartenteichen übrigens absolut keine Sorgen machen. Denn die Teichbewohner ernähren sich gerne von Mückenlarven und in der Nähe von gut gepflegten Gartenteichen gibt es unter Umständen sogar weniger Mücken und Insekten als anderswo.

Aber bevor ein solcher Gartenteich überhaupt erst gebaut wird muss vorher sorgfältig geplant werden. Lebendige Gartenteiche sind zumeist sensible Ökosysteme. Es muss ein Gleichgewicht gefunden werden aus Sauerstoff, Nährstoffen, Bepflanzung und Lebewesen im Wasser. Nur dann bleibt der Teich auch längerfristig ein Augenschmaus. Aber auch dann bleibt immer noch die Qual der Wahl über den Stil des Gartenteichs. Sollen Fische im Wasser leben oder soll er möglichst leer sein? Soll er perfekt durchgeplant sein mit einem klar sichtbaren Teichrand aus Stein oder Beton? Oder soll dieser der Natur nachempfunden sein, mit hohem Gras und groben Steinen am Rand?

Grundsätzlich gilt: Gartenteiche sollte immer sanfte Übergänge besitzen zwischen Ufer, Wasser und Tiefenzone, damit das harmonische Bild nicht gestört wird. Auch fällt es den Pflanzen und den Tieren im und um das Gewässer herum leichter zu wachsen und sich anzusiedeln. Kleine Trittsteine und Brücken ermöglichen es den Teich zu überqueren, ohne dass die Füße dabei nass werden. Die Lage des Teichs ist ebenfalls wichtig. Bei größeren Gärten empfiehlt es sich den Teich möglichst in der Mitte zu platzieren, während bei kleineren Gärten ein Gartenteich direkt am Haus zu empfehlen ist.

Der neuste Trend: Schwimmteiche

Auch Extravaganze ist möglich bei Gartenteichen, wie bei diesem Brücken-Element

Ein Swimmingpool hat einen entscheidenden Nachteil: Er sticht aus der Landschaft heraus und lässt sich nur sehr schwer als Teil des gesamten Gartens tarnen. Auch ist das Chlor im Poolwasser eher schädlich für die Pflanzen und Tiere in der Umgebung des Swimmingpools und der Geruch kann ebenfalls als störend empfunden werden. Deshalb werden sog. Schwimmteiche immer beliebter. Diese sind eine Mischung aus Teich und Swimmingpool. Anders als ein gewöhnliches Schwimmbecken ist der Beckenrand der Natur nachempfunden und es gibt meistens keine festen Formen. Das Wasser wird dabei meistens nicht von Maschinen, Chlor und anderen Chemikalien gereinigt, sondern durch Pflanzen am Ufer, Plankton und Unterwasserpflanzen. Nur wenn die Lage es nicht anders erlaubt kommen sog. Skimmer zum Einsatz. Diese sind Oberflächenwasser Absauger und reinigen das Wasser im Gartenteich schonend, ohne dass Unterwasserpflanzen oder Lebewesen dabei gestört werden oder zu Schaden kommen.

Schwimmteiche sind letztendlich aber nur etwas für Naturliebhaber. Durch Regenfälle, Erdeintrag durch die Umgebung und natürliche Sedimentation im Teich kann es öfters zu einer Trübung des Wassers kommen. Sollte es in der Nähe des Schwimmteiches Bäume geben, so können sich auch Blätter im Wasser sammeln. Die Wasserqualität leidet darunter keineswegs, da dies alles natürliche und harmlose Einflüsse sind. Der Teich muss zusätzlich aufgrund fehlendem Abflusses regelmäßig gereinigt werden. Auch sollten Besitzer auch keine Berührungsängste gegenüber Fischen, Fröschen und Lurchen haben, weil diese sich gerne in einem Schwimmteich ansiedeln. Wen dies nicht abschreckt, für den ist ein Schwimmteich eine perfekte alternative zum klassischen Swimmingpool. Wem das natürliche Aussehen noch nicht reicht, der kann sich auch Springbrunnen und Wasserspiele am Schwimmteich aufbauen.

Schwimmteiche werden meistens direkt am Haus oder an der Terrasse gebaut. Dadurch entfällt der zusätzlich erforderliche Einstieg in das Wasser, welcher das Gesamtbild stören könnte. Außerdem ermöglicht dies den nächstmöglichen Zugang zum Haus. Wer wollte nicht immer schon einmal aufwachen und direkt in den eigenen Pool springen ohne dass man noch lange laufen müsste?

Garten Designer, 2 Beispiele aus Deutschland

Natürlich naturempfunden

Peter Berg war ursprünglich kein Garten Designer, sondern ein gelernter Croupier. Erst später kam er zum Landschaftsbau. Im Jahre 2000 machte er sich mit seiner Ehefrau selbständig und gründete seine eigene Firma, die inzwischen mehrere Mitarbeiter hat. 2014 nahm er an der Landesgartenschau in Zülpich mit insgesamt 3 Gärten teil und er erhielt 2016 den Taspo Award für seine Arbeit.

Der Stil von Peter Berg kann als minimalistisch bezeichnet werden. Er benutzt für seine Projekte bevorzugt nur Stein, Pflanze und Wasser. Im Idealfall kommen noch Gartenteiche hinzu. Die Gärten wirken ästhetisch, ohne dass diese überfüllt wirken. Trotzdem wirken sie wohlproportioniert und vor allem vollkommen natürlich. Das ist kein Wunder, denn Peter Berg lässt sich gerne von japanischer Gartenkunst inspirieren. Dazu hat er vor einiger Zeit auch den japanischen Gartenmeister Hugo Torii angeworben, welcher nun in seiner Firma arbeitet.

Für seine Gärten verwendet er ausschließlich natürliche Materialien. Plastik ist für ihn tabu und Metall wird, wenn überhaupt, nur sehr spärlich benutzt. Stattdessen benutzt er gerne Granit. Die natürliche Verwitterung des Gesteins über Zeit hinterlässt eine typische Patina, welche dem Garten noch natürlicher wirken lässt. Porphyr oder Granit wären ihm zu unpassend. Die Farbe der Steine wirkt im Gegensatz zum Grün der Pflanzen zu dominant. Das Bild der Gärten würde ansonsten nur vom Stein bestimmt und nicht von den Pflanzen. Er verwendet nur Naturstein, da dieser unverwüstlich ist und auch nach langer Zeit seine natürliche Schönheit nicht verliert. Peter Berg arbeitet dabei mit Steinen von jeder Größe. Egal ob es ein kleiner Kieselstein ist oder ein ausgewachsener Felsbrocken. Für ihn sind Steine ein guter Partner zu den Pflanzen und die Proportionen müssen dabei von Anfang an stimmen.

Auffällige Farben im Kontrast

Im krassen Gegensatz dazu steht Ute Wittich, welche unter den Garten Designer als Pop-Art Künstlerin gilt. Sie entwirft nicht nur Privatgärten. Auch Firmen- und Hotelgärten werden von ihr entworfen, genauso wie öffentliche Grünflächen. Zu ihren berühmtesten Projekten zählen unter anderen das Europaviertel in Frankfurt und der Garten am Karmeliterkloster, ebenfalls in Frankfurt am Main. Besonders bekannt sind auch ihre temporären Gärten beim Sommerfestival im Schloss Ippenburg. Sie bringt dabei über 30 Jahre Berufserfahrung mit sich. Ein weiteres ihrer Markenzeichen ist das Zeichnen und Skizzieren von Entwürfen per Hand. Sie benutzt keinen Computer oder andere Technik dafür. Und auch wenn sie heute mehrere Mitarbeiter hat kommen noch alle Entwürfe von ihr allein. Für Ute Wittich gehören zu einem guten Garten Wasser, Licht, Möbel und ein wenig Kunst.

Ute Wittichs Gärten sind meistens sehr bunt, auch wenn manche auf Wunsch etwas zurückhaltender gestaltet sind. Meistens sind es vereinzelte Objekte, die mit ihren auffälligen Farben die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Das kann dabei z.B. rote Polsterbezüge für Gartenmöbel sein oder ein blauer Brunnen, der die Gartenteiche mit Wasser speist. Ihre farbenfrohen Ideen diskutiert sie am liebsten mit ihrem Ehemann, der ebenfalls ein Künstler ist, beim Abendessen.

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