Projekt Beschreibung

Kitzbühel & Alpenraum | Ausgabe 21 | Frühling 2025

Der Frühling ist eingekehrt. Und mit ihm die warme Jahreszeit. Also genau jene Zeit, in der wir uns mit unseren Liebsten wieder auf die Terrasse im Garten setzen und dabei ein gutes Glas Wein genießen. Hansi Eder, Diplom-Sommelier, entführt uns in dieser Ausgabe in eines der bekanntesten Weinbaugebiete Österreichs: die Wachau.

Johann Eder, Restaurantleitung und Sommelier Bootshaus am Traunsee

Mal wieder Österreich, mal wieder abseits ausgetretener Pfade: In der Wachau gibt es heute eine noch nie dagewesene Vielfalt an Stilistiken. Die Grabenwerkstatt gehört zu den absoluten Top-Weingütern des schmalen Tales.

Franz Hofbauer und Michael Linke kultivieren hier Trauben für großen Wein. Warum diese umständliche Formulierung? Weil die beiden nicht nur im Keller aus Trauben Wein werden lassen (auch hier ist das „werden lassen“ absichtlich und wichtig), sondern ihr Hauptaugenmerk auf den Weingarten legen. Mit Fleiß, harter Arbeit und Liebe zur Natur gehören die beiden mittlerweile zur Wachauer Spitze.

Wer lange Tage im Weingarten arbeitet, hat sich eine Pause im Schatten mehr als verdient.

Handarbeit mit Leidenschaft

Apropos Spitze – der Fokus der beiden liegt im Spitzer Graben, in einem schmalen, steilen Seitental, dass die Wachau mit dem Waldviertel verbindet: Steil, schwer zugänglich, sehr alte Reben mit wenig Ertrag. Auch wenn es in der Wachau kaum Winzer gibt, die sich über Menge definieren, ist der Arbeitsaufwand für die Bouteille in der Grabenwerkstatt absolute Ausnahme. Belohnt werden Sie mit fein mineralischen Weinen, die sich kaum kategorisieren lassen, aber trotzdem Wachau durch und durch sind. Anders halt.

Weltklasse Empfehlungen

Grüner Veltliner Wachauwerk 23: In diesem Wein geht es um Finesse und Druck. In der Nase leicht rauchig, zitrisch, etwas Steinobst. So kann Veltliner auch? Salzig, straff und karg, Ingwer, Pfeffer, Wald. Das Ganze trotzdem so schön zu trinken, dass man sich besser zwei Flaschen kauft.

Grüner Veltliner Brandstatt 21: eine steile Ried, die nur mit Hand bearbeitet werden kann. In der Nase Wiesenkräuter, dezentes Kernobst, Zitrus, Bienenwachs. Am Gaumen karg, schlank, unglaublich mineralisch. Veltliner auf „Veltklasse“-Niveau, darf aber gerne noch fünf Jahre liegen.

Riesling Ried Trenning 21: Üppige Frucht? Nein. Wer Gaumenpeitsche sucht, darf hier mit der Zunge schnalzen. Unglaublich dunkel-würzig mit viel Bergamotte, der Wein strahlt kühl. „Gaumen-Aquaplaning“, um Sepp Schellhorn zu zitieren. Unglaublich viel Spannung, salzig und karg, fast herb, von feinem Gerbstoff getragen. Schlichtweg großartig.

Fazit

Die Leidenschaft und das Herzblut der beiden jungen Winzer schmeckt man in jedem ihrer Tropfen.

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