München | Ausgabe 73 | Herbst 2025 | Text: Ein Gastbeitrag von Lorenz Kilga, Co-CEO Design Network GmbH
Was bleibt, wenn alles andere laut wird. Kopenhagen wird Bühne, Design wird Haltung. Bei den diesjährigen 3 Days of Design verschmolzen Material, Raum und Vision zu einem Festival der Substanz. Ein Rückblick auf das, was bleibt – und bewegt.
Einmal im Jahr verwandelt sich Kopenhagen in ein internationales Epizentrum für Interior Design, Architektur, Kunst und kreative Visionen: 3 Days of Design ist kein typisches Messe-Event. Dieses Festival ist ein kuratiertes Stadterlebnis. Über 300 Marken, Studios und Institutionen öffnen ihre Türen, um Design erlebbar zu machen. Von Flagship-Stores über temporäre Ausstellungen bis hin zu Museen wird die ganze Stadt zur Bühne. Das diesjährige Motto „Keep it real“ war kein reines Leitmotiv, sondern ein klarer Appell: für mehr Authentizität, für Werte statt Versprechen und für eine tiefe Auseinandersetzung mit der Herkunft und Wirkung von Gestaltung. Es war ein Ruf nach Reduktion, nach Rückbesinnung und nach Haltung.

Wenn Alltagsgegenstände zu außergewöhnlichen Eye-Catchern werden
Trend 01: Rooted Minimalism
Ein besonders relevanter Trend: „Rooted Minimalism“. Kein kalter Purismus, sondern ein emotionaler Minimalismus, der durch Materialien, Farben und Formen Erdung, Ruhe und Tiefe ausstrahlt. Hochwertige Naturmaterialien wie Eichenholz, Leinen, Stein und matte Keramik dominierten die Präsentationen. Farblich zeigte sich eine Vorliebe für warme Neutraltöne: Sand, Ocker, Muschelweiß bis hin zu Oliv. Dabei ging es nicht um Verzicht, sondern um Bewusstheit – und um langlebiges, verantwortungs-volles Design.

Ikonische Möbel & Accessoires – inspiriert von Menschen, Objekten und Orten
Trend 02: Material & Memory
In einer Zeit, in der Design oft zur Oberfläche verkommt, erinnerte uns das Festival daran, dass wahre Gestaltung tiefer geht. Es geht um Herkunft, Material, Haltung. Viele Marken und Designer:innen richteten den Blick nach innen und zurück. 3 Days of Design zeigte eindrucksvoll, wie Material Erinnerung tragen kann. Ob durch Patina, handwerkliche Details oder ikonische Silhouetten: Es ging um die emotionale Wirkung von Oberflächen und um das Erzählen von Geschichten durch Form. Besonders eindrücklich: Objekte, die an familiäre Erbstücke erinnerten und bewusst für die nächste Generation gedacht wurden.

Lorenz Kilga
Trend 03: Co-Creation & Creative Synergies
Der Festivalcharakter von 3 Days of Design lebt von Offenheit und Austausch. Das zeigte sich 2025 in einer Vielzahl an Kollaborationen: Möbelmarken arbeiteten mit Textilkünstler:innen, Lichtdesigner mit Architekturbüros. Es entstanden neue Synergien, die am Ende spürbar und sichtbar in jeder Installation sind. Das Motto „Co-Creation“ wurde nicht nur ausgestellt, sondern aktiv praktiziert.

Wie ein verträumtes Universum aus farbenprächtigem Glas-Design
Das Festival – die City als Exhibition
Kopenhagen selbst wurde zum Kurator: Die Wege zwischen den Locations – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Boot – waren Teil der Erfahrung. 3 Days of Design 2025 war keine klassische Fachmesse. Es war ein kulturelles Statement: Design als Haltung, als Dialog, als Gegenentwurf zur Beliebigkeit. Eine stille Hommage an das Bleibende. An Dinge, die vererbt werden und an neue Objekte, die das Potenzial dazu haben. Denn am Ende des Tages hat uns das 3 Days of Design Festival wieder einmal gezeigt, dass gutes Design nicht laut ist. Es bleibt. Es berührt. Es verändert.

Jedes Möbelstück erzählt seine eigene Geschichte.
ÜBER DESIGN NETWORK
Design Network ist eine holistische Design- und Beratungsagentur mit Standorten in Innsbruck und Wien. Mit methodischer Kompetenz und fundiertem Marktwissen werden Veränderungsprozesse in der Möbel- und Designbranche begleitet. Dabei wird das Thema Design nicht nur als kreative, sondern eben auch als strategische Disziplin eingesetzt. So entstehen wirkungsvolle Marken, zukunftsweisende Strategien und wettbewerbsfähige Lösungen, die Perspektiven verschieben. In drei Geschäftsbereichen werden Kund:innen ganzheitlich betreut: von der generellen Trend- und Marktforschung, über die Entwicklung von Unternehmensmarken bis hin zur Schaffung von zukunftsweisenden Strukturen. „Dabei sehen wir uns weniger als Berater und mehr als Begleiter von kreativer und strategischer Veränderung“, schildert Co-Ceo Lorenz Kilga.
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