Projektbeschreibung

Best of Lakes | 2017

Wer internationale Kunst auf höchstem Niveau erleben will, kann sich dieses Jahr auf Europa-reise begeben. Nachdem die Kasseler documenta 14 dieses Jahr mit einem „Auswärtsspiel“ in Athen startete, ist derzeit die 57. Kunst-Biennale in Venedig der Nabel der Kunstwelt. Sie findet bis zum 26. November 2017 statt.

Nicht alle künstlerischen Biennale-Beiträge sind so „eindeutig“ und PR-wirksam wie die Monumental-Skulptur von Lorenzo Quinn, dem Sohn des Schauspielers Anthony Quinn. Sein Werk „Support“ am Ca’ Sagredo Hotel wurde zum populärsten „Key Visual“ der 57. Biennale in Venedig. Die aus dem Wasser des Canale ragenden weißen Hände, die die Fassade eines historischen Hotels stützen, sollen den Klimawandel „greifbar“ machen und zum Engagement animieren.

Künstler/innen aus aller Welt …

… präsentieren sich in der zentralen internationalen Ausstellung „Viva Arte Viva“. Paolo Baratta, der Präsident der Biennale Venedig, dazu: „Mit der 57. Ausstellung werden Begegnung und Dialog zum eigentlichen Thema der Ausstellung. Diese Biennale findet ihre Bestimmung gerade darin, die Existenz der Kunst und der Kunstschaffenden selbst zu feiern. Denen sozusagen Dank abzustatten, die uns mit ihren Welten eine Aufweitung unseres Horizonts und unseres gesamten Daseinsraumes schenken … in dem das künstlerische Handeln gleichzeitig ein Akt des Widerstands, der Befreiung und der Freigebigkeit wird.“ Er betont auch, dass die 85 Länderpavillons rings um die zentrale Ausstellung der Kuratorin Christine Macel „… der Vielfalt der Stimmen lebendige Gestalt verleihen, die so charakteristisch für die Biennale von Venedig ist“.

Zeugnisse der Menschlichkeit

Macel selbst dazu: „Kunst legt heute angesichts weltweiter Konflikte und Verwerfungen Zeugnis vom wertvollsten Anteil dessen ab, was uns menschlich macht.“ Ihr Ausstellungskonzept im Arsenale und dem Zentralen Pavillon in den Giardini entfaltet sich organisch als eine Abfolge von neun Pavillons, die aufeinander folgen wie die Kapitel eines Buches. Besonders spannend: Der Pavillon der Erde, der Pavillon der Schamanen, der Pavillon der Farben und der dionysische Pavillon, um nur einige zu nennen.

Austria Pavillon

Für Österreichs Beitrag im Austria Pavillon entschied sich die zuständige Kommissärin Christa Steinle für Brigitte Kowanz und Erwin Wurm. Und damit für zwei künstlerische Positionen, die in mehr als 30 Jahren international bedeutende Beiträge zur Entwicklung eines erweiterten Skulpturenbegriffs lieferten.

Brigitte Kowanz

In mehr als 30 Jahren kontinuierlicher Arbeit hat Brigitte Kowanz ein eigenständiges künstlerisches Vokabular des Lichts geschaffen. Vokabular ist buchstäblich zu verstehen, denn Brigitte Kowanz setzt Licht als Sprache, als Code ein. Sie arbeitet mit reinem Licht als selbstständiges Medium wie früher die Maler mit reiner Farbe. Sie verwendet Licht um des Lichtes willen. Ein entscheidender Aspekt ihrer Lichtkunst ist der Gebrauch von Sprache, der aus der Erfahrung urbaner Räume und der Begriffsschrift der Konzeptkunst stammt. Ihre Arbeit für den österreichischen Pavillon stellt einen Kulminationspunkt ihres Instrumentariums – die Verwendung von Neonlicht, von Spiegeln, von spiegelnden Metallen, von Schrift, von Code, von Information – dar. Kowanz ist eine Poetin und Architektin des Lichts. (Peter Weibel, aus: Biennale-Katalog Brigitte Kowanz, 2017)

Erwin Wurm

Es ist die Aufgabe der Skulptur, Raumerfahrungen herzustellen. Die alte Raumerfahrung und somit die klassische Skulptur waren körperzentriert. Die neue Raumerfahrung hingegen ist maschinen- und medienzentriert. Erwin Wurm ist einer der wenigen Künstler, der die veränderte Raumerfahrung auf die Raumkunst selbst überträgt. Das Automobil ist die zentrale Ursache für die Verschiebung der Bedeutungen von mobil und immobil. Es wird daher zu einem beliebten Ausdrucksmedium von Wurm. Unbewegliche Häuser hingegen können plötzlich fliegen und landen auf einem Hotel bzw. einem Museum. Die Zustände von Mobilität und Immobilität werden variabel. Das gesamte Werk von Wurm spiegelt eine adäquate raumkünstlerische Reaktion auf die Verwandlung der Raumerfahrung von einer körper- in eine maschinenbasierte. (Peter Weibel, aus: Biennale-Katalog Erwin Wurm, 2017)

Kontakt

www.labiennale.org

57th International Art Exhibition
La Biennale di Venezia 2017
Austrian Pavilion

Kommissärin: Christa Steinle
info@labiennale2017.at
www.labiennale2017.at

Im Auftrag des Bundeskanzleramts Österreich