Projektbeschreibung

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Gebrüder Pramstaller KG

Glocknerstraße 4
9990 Debant
Tel.: +(43) 4852 / 62 4 98
fassdesign@diogenes.at
www.helmut-pramstaller.at

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Griechenland, um 350 vor Christus: Alexander der Große trifft auf einem seiner Streifzüge auf den Philosophen Diogenes von Sinope, der durch seinen unkonventionellen, bedürfnislosen Lebenswandel – als Behausung diente ihm ein Fass – Berühmtheit erlangt hatte. Fasziniert von seiner Lehre und den geistreichen Antworten des Philosophen stellt Alexander ihm einen Wunsch frei. Diogenes, der in der Sonne lag, antwortet: „Geh mir ein wenig aus der Sonne“, worauf Alexander der Große ausruft: „Wäre ich nicht Alexander, wollte ich Diogenes sein!“

Lienz, im Jahre 1986: Helmut Pramstallers Vater benennt seine Fassbinderei nach dem griechischen Philosophen Diogenes und baut nach seinem Beispiel ein überdimensionales „Haus-Fass“, in dem er zwar nicht selber wohnt, das aber weithin als Blickfang dient – ja in der Zwischenzeit so etwas wie ein Wahrzeichen von Lienz geworden ist – und in dem Präsentationsräumlichkeiten, ein Büro und eine Werkstätte untergebracht sind.

Betritt man heute dieses Fass, so ist man augenblicklich fasziniert und gefangen von diesem ganz besonderen Flair, das die ausgestellten Möbelstücke verbreiten. Diese Ausstrahlung verdanken die Möbel nicht nur dem ansprechenden Design, sondern vor allem dem einzigartigen Material, aus dem sie von Helmut Pramstaller und seinen Spezialisten in sorgfältiger Handarbeit gefertigt werden: Jahrhunderte alte Weinfässer.

Von der Fassbinderei …

Vor 150 Jahren wurde das Familienunternehmen als traditionelle Fassbinderei gegründet. Eine Fassbinderei gehörte damals wie selbstverständlich in jedes Ortsbild, waren Fässer doch die einzig bekannten Gefäße, in denen alle Flüssigkeiten und viele Lebensmittel transportiert und gelagert werden konnten. Doch im Laufe der Jahrzehnte verminderte sich die Nachfrage nach Holzfässern. Behälter aus anderen Materialien wie Kunststoff oder Niro traten an ihre Stelle, und so musste sich die Familie nach Alternativen umsehen. Helmut Pramstallers Vater begann damit, alte, gebrauchte Fässer in großen Mengen zu kaufen und diese zu Souvenir-Artikeln, Kleinmöbeln und Blumenkübeln umzuarbeiten.

… zu Möbeln wie guter Wein

Seit 1996 obliegt die Leitung des Unternehmens nun Helmut Pramstaller, der zusätzlich zum Abschluss an der Fachhochschule für Holzverarbeitung auch eine Fassbinderlehre absolvierte. Die Idee seines Vaters, alten Weinfässern ein neues Gesicht zu geben, übernahm er und verfeinerte sie in seiner Möbel-Kollektion „New Line“, die in ihrer neuen Formgebung nicht mehr an ein Fass erinnert, zur Perfektion.

Seine Augen strahlen, wenn er von dem exklusiven Material spricht, das er verarbeitet: „All die Fässer, die wir für unsere Möbel verwenden, wurden zu ihrer Zeit unter ganz besonderen Qualitätsmerkmalen hergestellt. Das Holz wurde traditionell nach speziellen Mondphasen geschlagen und dann lange an der Luft getrocknet. So ein Holz hat einen eigenen Charakter, ist etwas Einmaliges und auch mit modernster Technik heute so nicht zu reproduzieren.“

Holz mit Geschichte und Geschichten

Die überwiegend aus Eichenholz gefertigten Fässer, aus denen Pramstaller seine Möbel designt, kauft er auf namhaften Weingütern in ganz Europa auf. Vor Ort überzeugt er sich natürlich selbst von ihrer Qualität und so erfährt er auch ihre Geschichte, die so manches Mal durchaus schon 150 Jahre währen kann.

Soweit vorhanden, erwirbt Pramstaller vom Winzer auch noch eine Flasche jenes Weins, der jahrelang in dem Fass gereift ist. „Dies ist natürlich nicht immer möglich, aber der Kunde, der später das Möbelstück sein Eigen nennt, freut sich selbstverständlich ganz besonders, wenn er auch noch eine Flasche Wein ‚seines’ Fasses überreicht bekommt“, so der Fassdesigner.

Nach eingehender Qualitätsprüfung werden die Fässer nach Lienz transportiert, wo man sie an der Luft trocknen lässt, um später den Weinstein, den der Wein ob der jahrzehntelangen Lagerung im Inneren der Fässer hinterlassen hat, besser entfernen zu können. Ein Stück des Weinsteins eines jeden Fasses wird aufbewahrt, um dann Teil des Zertifikates zu werden, das Pramstaller seinen Möbeln ausstellt. Das Zertifikat gibt zusätzlich Aufschluss über Herkunft, Größe und Baujahr des Fasses, aus dem ein Möbelstück entstanden ist. So kann sich der Kunde der absoluten Individualität seines Möbels gewiss sein und die lange Geschichte des Holzes nachvollziehen.

Leben mit schon lange Gelebtem

Mit feinster Methodik, höchster Handwerkskunst und Leidenschaft entsteht so aus absolut Altem etwas Neues, das modernen Ansprüchen gerecht wird und durch seinen unvergleichlichen Charakter besticht. Kücheneinrichtungen, Büro- und Gartenmöbel kombiniert mit modernster Technologie und verfeinert mit edlen Materialen wie Glas, Edelstahl oder Straußenleder lassen kaum erahnen, dass das Holz, aus dem die Möbel gefertigt sind, ursprünglich Teil eines Fasses war. Doch die ganz besondere Struktur, die feine Zeichnung und die absolute Wärme, die das Holz ausstrahlt, zeugen von dieser außergewöhnlichen Herkunft.

Der Erfolg gibt Pramstaller und seiner Idee Recht: Die Referenzliste seiner Kunden ist lang und reicht von Mallorca, über Monaco bis nach Japan. Ganze Weinlokale und Geschäftsräume richtet er mit seinem Team ein. Weinkeller werden nicht nur mit den entsprechenden Möbeln ausgestattet, sondern von Grund auf geplant und auch mit verschiedenen traditionellen Gewölben gemauert. Ob Doppelbett, Gartenschaukel oder begehbarer Humidor – Fassmöbel gibt es für alle Lebensbereiche. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Berichte aus dem STREIFZUG