West Village, photo courtesy of Qian Shen Photography
Mit seinem Studio JIAKUN Architects in Chengdu prägt Liu Jiakun (*1956) eine Architektur, die sich weder mit Stilismen noch mit Monumentalität begnügt, sondern das Leben im Zwischenraum zwischen Individuum und Kollektiv neu interpretiert. Sein Werk steht im Dienst von Gemeinschaft, Erinnerung und nachhaltiger Raumentwicklung – und wurde im Jahr 2025 mit dem Pritzker-Preis gewürdigt.

The Renovation of Tianbao Cave District of Erlang Town, photo courtesy of Arch-Exist
Werdegang
Liu Jiakun wurde 1956 in Chengdu, Provinz Sichuan, geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er Architektur und schloss 1982 am damaligen Institut für Architektur und Ingenieurwesen in Chongqing mit einem Bachelor of Engineering ab. In den Folgejahren arbeitete er beim staatlichen Designinstitut in Chengdu, bevor er sich für eine schöpferische Phase in Tibet und Xinjiang zurückzog – zunächst als Maler und Schriftsteller. Erst ab 1993 fand er über die Begegnung mit einer Ausstellung eines Studienkollegen wieder zur Architektur zurück. Im Jahr 1999 gründete er sein eigenes Büro JIAKUN Architects in Chengdu.

Novartis (Shanghai) Block – C6, photo courtesy of Arch-Exist
Architekturethos und Denkweise
Liu Jiakuns Architektur reflektiert eine bewusste Abkehr vom architektonischen Show-Effekt und richtet sich stattdessen auf den Ort, die Gemeinschaft und die gelebte Alltagserfahrung. Laut der Pritzker-Stiftung „aktiviert“ sein Werk die Lebenswelten der Nutzenden und verbindet Dichte mit Offenheit. Er setzt auf „angemessene Technologie“, Materialien mit Eigenständigkeit und handwerkliche Verfahren – nicht auf spektakuläre Geste. Für ihn bedeutet Architektur weniger die Form als die Haltung: „Ich möchte wie Wasser sein, durch einen Ort hindurchfliessen, ohne meine eigene feste Form mitzubringen.“

Suzhou Museum of Imperial Kiln Brick, photo courtesy of Arch-Exist
Bekannteste Projekte
Zu den zentralen Projekten Liu Jiakuns gehören etwa das West Village – Basis Yard in Chengdu (2015) – eine Block-übergreifende Mischnutzung, die Büro-, Freizeit- und Kulturprogramme über einem Fuß- und Fahrrad freundlichen Geflecht vereint. Ebenso markant ist das Suzhou Museum of Imperial Kiln Brick (2016) in Suzhou: ein Museum auf Betonstützen über den Ruinen einer historischen Ziegelanlage, das Vergangenheit und Gegenwart räumlich verwebt. Ein weiteres Beispiel: das Tianbao Cave District Renovation (2021) in Luzhou, eine Höhlen-Brauereianlage mit neuer Vermittlungsarchitektur, die industrielles Erbe neu nutzbar macht.

West Village, photo courtesy of Chen Chen
Bedeutung und Wirkung
Durch seine etwa 30 realisierten Projekten in China wirkt Liu Jiakun umfassend – er ist nicht auf Einzelbauwerke fixiert, sondern entwirft urbane Räume mit gesellschaftlicher Tiefe. Die Jury des Pritzker-Preises würdigte ihn als jemanden, der „neue Wege des Zusammenlebens“ im urbanen Kontext erschliesst und Architektur als Öffnung versteht – nicht als Abschottung. Besonders in Zeiten rascher Urbanisierung und Verdichtung zeigt sein Werk, wie lokale Identität, Materialehrlichkeit und soziale Integration architektonisch verfasst werden können. Seine Haltung ist- – so ein Interview – „ich habe Angst vor nichts“, wenn es darum geht, Architektur als soziale Aufgabe zu begreifen.

Liu Jiakun, photo courtesy of The Hyatt Foundation/The Pritzker Architecture Prize
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