Projekt Beschreibung

07.04.2020

Die Corona-Krise macht vor allem der Wirtschaft das (Über)Leben schwer. Die Immobilienbranche trotzt dem Ganzen so gut es geht. Vor allem eine in der heutigen Welt nicht mehr wegzudenkende Komponente ermöglicht es ihr – die Digitalisierung. Und dies, obwohl die Immobilienwelt als sehr traditionell und konservativ gilt und nur langsam auf den Zug der modernen Technik aufspringt, wenn es um deren Einbindung ins Unternehmen geht. Es wäre nicht die Immobilienbranche, wenn sie nicht von dieser Krise profitieren würde…

Vorteil durch Technik

Natürlich sind in der momentanen Situation vor allem Kundentermine nicht besonders einfach zu organisieren, um nicht zu sagen unmöglich. Das Kontaktverbot schränkt sowohl B2B als auch B2C enorm ein. In diesem Fall kommt die Digitalisierung genau richtig. Wenn Sie jetzt an Online-Meetings, die Zustellung von Fotos bzw. Visualisierungen per Mail oder an die digitale Übermittlung des aktuellen Planstandes denken, liegen Sie weit daneben. Das ist Schnee von gestern – wir leben im 21. Jahrhundert und mittlerweile scheint auch die Immobilienbranche dort angekommen zu sein. Die Lösung sind animierte Renderings, 3D-Präsentationen und virtuelle Rundgänge mit 360°-Aufnahmen in der Wunschimmobilie. Aber nicht nur das: Beispielsweise eine App, die einem bei einem Blick direkt in die Baugrube vor Ort das dort künftig entstehende Gebäude realitätsgetreu auf den Smartphone-Bildschirm zaubert; eine Software zur automatisierten Abwicklung von Hausverwaltungsangelegenheiten, die es einem ermöglicht, den Handwerker per Klick zu einem ins Haus zu bestellen oder Programme, mit denen man sein noch nicht mal realisiertes Traumhaus ganz einfach einrichten, die Möbel verstellen oder Wandfarben ändern kann… Sie denken das ist Zukunftsmusik der nächsten 30, 40, 50 Jahre? Wieder falsch – das alles entspricht dem Hier und Jetzt! Durch all diese Dinge wird der Immobilienmarkt gestärkt und unterstützt, und die Corona-Krise beschleunigt den Vorgang noch zusätzlich.

Austrian PropTech Initiative (APTI)

Man fragt sich nun vielleicht, wie all das bloß möglich ist. In Österreich gibt es eine Vereinigung von ca. 60 Startup-Unternehmen, die sich zusammengetan haben, um der Immobilienbranche einen Digitalisierungsschub zu verpassen. Ziel ist es, die digitale Zukunft der Immobilienwirtschaft in Österreich, aber auch im internationalen Konkurrenzfeld, zu sichern. Natürlich ist dies nur möglich, wenn alle branchenrelevanten Partner gemeinsam vernetzt werden – sozusagen eine Art Social Network, nur eben ausschließlich für die Immobilienwelt. Alle haben dabei denselben Fokus: der Kunde und seine Bedürfnisse! Hierfür steht der Verein apti (kurz für Associates – PropTechs – Investors).

Angst vor Neuem

Ganz so einfach, wie es klingt, ist es allerdings nicht. Obwohl die moderne Technik schon so weit fortgeschritten ist, hinkt der Immobiliensektor hinterher. Die Schwierigkeit liegt für die meisten im Durchbrechen der eigenen Hemmschwelle. Natürlich ändert die Digitalisierung den traditionellen und lange funktionierenden Ablauf eines Unternehmens enorm. Aber Veränderung bedeutet ja meist nichts Schlechtes. Dennoch haben einige Immobilien-Unternehmen laut Realitätenexpertin Julia Arlt Berührungsängste, welche sie gegenüber der Presse wie folgt erklärt: „Digitale Tools definieren oftmals Arbeitsprozesse im Unternehmen, notfalls müssen daher die traditionellen Prozesse geändert werden. Davor scheuen manche zurück. Viele Unternehmer halten an ihren festgefahrenen Arbeitsvorgängen fest, für sie gibt es seit Jahrzenten bestenfalls Excel.“ („Die Presse“, 14.09.2019) Zudem fehlen in einigen Betrieben noch die notwendigen Daten- und Prozessstandards, aber in vielen Fällen auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmer. Aus diesen Gründen ist es wichtig, ein Konzept zu erstellen, welches die Langlebigkeit des Immobilien-Investments mit den immer kürzer werdenden Zyklen der digitalen Produkte bestens vereint.

Vielleicht öffnet die Corona-Pandemie ja einigen Immobilien-Unternehmen die Augen. Makler beispielsweise können die Wartezeit bis zur persönlichen vor-Ort-Besichtigung mit ihren Kunden überbrücken, indem sie ihre Interessenten mittels Smartphone und Virtual-Reality-Brille vorab auf einen Wohnungsrundgang schicken. So können anschließend auch wirklich nur die Objekte in der engeren Auswahl besichtigt werden. Aber: Keine Angst – die zwischenmenschliche Qualität, für die die Immobilienbranche steht, wird auch durch vermehrte Digitalisierung nicht verloren gehen, lediglich ein wenig unterstützt und aufgewertet!

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