Smart Home

Die Rallye geht weiter

  • Das Smartphone bildet den Ausgangspunkt des Smart Home und verbindet die einzelnen Komponenten.
    Quelle: Pexels - picjumbo.com
Smart Home2018-05-23T14:38:11+00:00

Projektbeschreibung

Das Jahr 2017 hat viele Durchbrüche in der digitalen Vernetzung rund um das Thema Smart Home mit sich gebracht. Sprachassistenten waren überall auf dem Vormarsch. Dieser Trend wird auch 2018 nicht abreißen. Auf der Consumer Electronics Show (CES), der größten Messe für Unterhaltungselektronik weltweit, in Las Vegas wird jedes Jahr im Januar gezeigt, was die Kunden von den Herstellern für das Jahr erwarten dürfen. Da die Vernetzung der technischen Geräte untereinander hoch komplex ist und eine Herausforderung für Kunden sowie Hersteller darstellt, liegt hier ein Fokus für das Jahr 2018. Der noch junge und volatile Markt im Bereich entwickelt sich dynamisch und dürfte weiter an Fahrt aufnehmen. Dies hat vor allem für den Kunden einen netten Nebeneffekt, dass die Produkte günstiger werden.

Bereits 2017 deutete sich diese Entwicklung an, indem Smart-Home-Produkte auch bei Discountern oder IKEA erhältlich waren. Dennoch ist bei diesen preiswerteren Produkten Vorsicht geboten, denn genauso wie die Vernetzung unterschiedlicher Geräte beschäftigt auch das Thema Sicherheit die Branche. Und in diesem Bereich gab es noch einige Lücken. Davon lässt sich die Entwicklung des Sektors Smart Home jedoch nicht aufhalten.

High-Tech-Vernetzung

Die Vernetzung völlig unterschiedlicher Geräte miteinander zu einem funktionalen System schreitet voran. Große Konzerne aus der Technik-Branche gehen dabei einen eigenen Weg, indem sie ihre eigenen Produkte möglichst vielfältig miteinander vernetzen. Ein gutes Beispiel ist Samsung. Das Unternehmen bietet fast alles vom Kühlschrank, über den Fernseher bis zum Smartphone an. Zur internen gemeinsamen Kommunikation der Geräte wird ein „Smart-Hub“ benötigt. Er dient als Schnittstelle zur Plattform „SmartThings“. So kann man mit Hilfe des Sprachassistenten „Bixby“ alle Geräte per Sprachbefehl steuern. Unterwegs beim Einkaufen kann man mittels Smart Watch den Inhalt seines Kühlschranks vor Augen führen lassen und vergisst nichts mehr beim Einkaufen, weil die Lebensmittel zuvor eingescannt wurden. Auch abgelaufene Lebensmittel gehören so der Geschichte an. Mit Hilfe großer Displays lassen sich problemlos auch Familienmitglieder im Haus von überall her benachrichtigen, Heizung einstellen von unterwegs – kein Problem.

LG arbeitet mit einer ähnlichen Philosophie, aber das Unternehmen bedient sich bei Googles Sprachassistent und hat keine eigene Sprachlösung parat. Die Vision von LG ist, dass der Fernseher mittels künstlicher Intelligenz „ThinkQ“ als Plattform zur Steuerung von Staubsauger, Beleuchtung und Lautsprecher funktioniert. Das große Problem in dieser Entwicklung ist jedoch, dass die einzelnen Systeme untereinander noch nicht kompatibel sind. In der Industrie muss sich dazu noch ein gemeinsamer Standard für derartige Systeme durchsetzen.

Keep it simple

Angesichts dieser Möglichkeiten verwundert es nicht, dass eine Hauptaufgabe darin besteht, die einzelnen Prozesse möglichst einfach zu gestalten. Für viele Smart Home Lösungen ist aktuell das Smartphone notwendig. Viele Smart Home Anwendungen werden auch über eine separate App gesteuert, was das Smart Home schnell unübersichtlich werden lässt. Apple bietet aus diesem Grund das sogenannte „Home-Kit“ an. Hier lassen sich die Funktionen von allen Smart Home Apps bündeln und so die Funktionen verschiedener Geräte oder Anwendungen miteinander verknüpfen. Ohne Smartphone ist dies leider auch nicht möglich.

Nanoleaf Remote, der 12-seitiger Würfel steuert je nach oben liegender Seite verschieden Profile

Als innovative Alternative zur Steuerung hat Apple den zwölfseitigen Würfel „Nanoleaf“ präsentiert. Hier kann auf jeder der zwölf Seiten eine Smart Home Funktion gespeichert werden, die dann dadurch ausgelöst wird, welche Seite nach oben zeigt. Eine integrierte LED-Beleuchtung kann nach persönlichem Geschmack angepasst werden, so lässt sich dann bequem der Rollladen schließen oder die Musik anstellen. Bosch setzt dagegen auf eine konventionellere Lösung. Mit einer Fernbedienung von vier Tasten kann via eines Displays die Steuerung von Smart Home Geräten vorgenommen werden. „Twist“ heißt das Gerät und eine Drehbewegung löst auch hier den gewünschten Befehl aus. Bis auf wenige Ausnahmen ist auch diese Lösung nur in der Familie von Bosch-Produkten nutzbar.

Sprachassistenten boomen

Die komfortabelste Lösung des Problems mit der Steuerung der Geräte liegt im Sprachassistenten. Apple verschob 2017 seinen Sprachassistenten Lautsprecher „HomePod“ auf 2018. Das Unternehmen legt besonderen Wert auf eine gute Klangqualität mit seiner Sprachassistentin Siri. Auch in Deutschland ist die Telekom auf den Zug aufgesprungen und plant einen eigenen smarten Lautsprecher auf den Markt zu bringen. Für 2018 wird auch der Google Home Maxi in Europa erwartet. Dagegen arbeitet der große Konkurrent Amazon an einer stetigen Weiterentwicklung seiner Echo-Familie und dem Sprachassistenten Alexa, der mittlerweile auch in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist.

Amazons Echo Dot ist alleine wegen dem Preis und der Einbindung von Skills sehr beliebt

Eine größere Vielfalt versprechen die Anstrengungen der Technikgiganten, aber auch die Tatsache, dass immer mehr Geräte die Vernetzung mit den Sprachassistenten zulassen. Die Küche und das Wohnzimmer sind schon gut erschlossen. Die Anbieter im Sanitärbereich haben das Badezimmer zum nächsten Ziel auserkoren. Der Badausstatter Kohler bietet bereits Einrichtungen an, worin Alexa, Siri und andere Sprachassistenten in Dusche, Spiegel oder sogar Toilette integriert werden können. So lässt sich das Licht nach Bedarf dimmen, die Wanne per Sprachbefehl mit Wasser füllen oder eine Toilettensitzheizung aktivieren. Die Möglichkeiten für das Smart Home sind dabei bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Wie hängt dies mit der Smartphone-Nutzung zusammen?

Auch im Bereich der Smartphones wird seitens der Hersteller massiv an der Weiterentwicklung der Sprachassistenten gearbeitet. War die Nutzung des Smartphones vorwiegend von textbasierten Anwendungen geprägt, geht der Trend auch hier klar in Richtung der Sprachassistenten. Doch werden die textbasierten Anwendungen nicht verschwinden.

Der Sprachassistent unterstützt den Nutzer lediglich in der Anwendung der Services und vereinfacht einige Prozesse. Für die Steuerung der einzelnen Prozesse im Smart Home werden auch 2018 noch Apps notwendig sein, weshalb Sprachassistenten einen Nutzer aber schneller beim Navigieren durch das Menü helfen können. Allgemein wird von einer Anpassung der Gewohnheiten der Nutzer von Smartphones hin zum Sprachassistenten ausgegangen – dadurch werden neue Wege eröffnet in der Vernetzung mit anderen Sprachassistent-gesteuerten Prozessen im Smart Home.

Sicherheit als oberstes Gebot

Neben dem Preis steht das Thema Sicherheit ganz oben auf der Liste der Kunden. Die größeren Hersteller schenken diesem Bedürfnis auch vermehrt Achtung, weshalb sich die Kunden auch auf Neuerungen in diesem Bereich einstellen dürfen. Nach Marktforschern reagieren Kunden noch deshalb zurückhaltend, weil sie Sicherheitslücken in ihrem Privatbereich befürchten. Bei günstigen Geräten ist jedoch Vorsicht geboten. Das Sicherheitsbedürfnis der Kunden lässt sich aber auch perfekt anders beschreiben. Durch das Smart Home gibt es bereits jetzt die Möglichkeiten über Kameragestützte Überwachungssysteme in Echtzeit nachzuvollziehen, was im Eigenheim geschieht, während man nicht da ist.

Neben der Sicherheit von Daten ist auch die Sicherheit der Verbindung eine Grundsatzfrage, denn die meisten Smart Home Geräte werden per W-LAN verbunden. Die Lösung liegt in einem neuen W-LAN-Standard: W-LAN-Mesh. Bis zu 350m² Wohnfläche lassen sich damit problemlos mit schnellem Internet versorgen. Es entfällt das nervige Aufstellen eines Routers – die Vernetzung schaffen die Geräte dann von allein. Eine Vervierfachung der Geschwindigkeit soll der neue WLAN-Standard 802.11ax bringen, wie bereits 2017 in einigen Versuchen ermittelt wurde. Auf diese Weise wird dann auch das stabile Netz verfügbar, welches für das Smart Home notwendig ist.

Smart Home und Umwelt

Dass das Smart Home nicht nur eine technische Spielerei ist, lässt sich schnell daran ermessen, dass auch wesentliche Energieträger, wie beispielsweise die Heizung, digital vernetzt gesteuert werden können. Neben dem Einsparen von Geld und Ressourcen ist vor allem die Umwelt ein großer Aspekt. Durch die Energie, die dank einer effizienten und vernetzten Steuerung, gespart werden kann, wird die Umwelt nachhaltig geschützt. Lösungen, wie die zuvor beschriebene Vernetzung mit dem Kühlschrank, bieten zudem Potential das Wegwerfen von Nahrungsmitteln zu reduzieren. Unter den Vorzeichen von Energie-Wandel und Energieautonomie wurde in den letzten Jahren erheblich in erneuerbare Energien investiert. Auch hier bietet das Konzept des Smart Home`s erhebliche Vorteile. Beispielsweise lassen sich Solarzellen optimal ausrichten, auch mittels der Vernetzung über ein Smartphone, so lässt sich dann nachhaltig Energie gewinnen. Schon jetzt sind Steuerungs- und elektrische Smart Stromzähler auf dem Markt, die nachweislich helfen den Energiebedarf zu regulieren und Einsparungspotentiale effektiv umsetzen.

Das Unternehmen Discovergy hat sich zum Beispiel auf diese Dienstleistungen im gewerblichen und privaten Bereich spezialisiert. Das Konzept Smart Home ermöglicht technischen Fortschritt gepaart mit nachhaltigem Umweltschutz. So lassen sich auch Investitionen nach einiger Zeit amortisieren.

Das Smart Meter Gateway von Discovergy verbindet Home-Automation und Umweltbewusstsein

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