STREIFZUG Kitzbühel | Ausgabe 59 | Sommer 2026 | Text: Barbara Jahn
Es ist ein Schauspiel, das wie die Jahreszeiten immer wiederkehrt: Sobald die Sonne ihre Präsenz verstärkt, wird der Garten zum zweiten Wohnzimmer. Das Beste daran ist, dass man an Annehmlichkeiten nichts vermisst. Die Grünoase wird so zum Lebensraum für den ganzen Sommer.

Zwischen Blüten, Blättern, Düften und Vogelgezwitscher lässt es sich leben. Mit dem Grün kommt die Entspannung, mit den Kräutern die Lust auf gesundes Essen und mit Pool oder Schwimmteich die erhoffte Erfrischung. Nichts ist schöner, als nach einem anstrengenden Tag in diese lebendige Frische einzutauchen oder einfach Kurzurlaub zwischendurch zuhause zu machen. Damit die eigenen Batterien so richtig aufladen und man es auch richtig ausnützen kann, ist es wichtig, die richtigen Dinge respektive Pflanzen, Gewässer und Outdoormöbel am passenden Ort zu haben, damit die Freude damit zum ganzheitlichen Wohlfühlprogramm wird.

Ladestation Garten
Obwohl das grüne Imperium mit Sträuchern, Beeten und Bäumen auf natürliche Art schon recht komplett eingerichtet ist, sollte noch genug Raum sein für „vom Menschen Gemachtes“. Ausgewählte Schattenplätzchen mit Gazebos, Pergolen und Sonnensegel lassen zur Ruhe kommen, voll ausgestattete und ganz nach individuellen Wünschen und Vorlieben maßgeschneiderte Outdoorküchen gemeinsam mit Familie, Freunden und frischen Zutaten aus dem eigenen Garten das Leben genießen und der Sprung in den Naturpool, in das Swimspa, den Whirlpool oder in das Infinity-Becken lässt den Blick in die Ferne schweifen und einen wertvollen Moment innehalten.

Die Wasserflächen gewinnen allgemein immer mehr an Bedeutung, ebenso ihre harmonische Eingliederung in die Gartenlandschaft und meist als wesentlicher Teil der Architektur. Außergewöhnliche Eyecatcher in der Grünraumgestaltung sind Skulpturen, die von oft botanischen Blickachsen umrahmt werden und für das gewisse Etwas sorgen. Kleinarchitekturen wie Außensaunen, Poolhäuser oder Pavillons, die den Aufenthalt unter freiem Himmel bereichern sowie romantische Feuerstellen und eine stimmungsvolle Beleuchtung machen das Leben draußen zum 360°-Erlebnis, bei dem man so richtig auftanken kann.

Für immer schön
Wie man das eigene Paradies richtig bepflanzt und in Szene setzt, wissen professionelle Garten- und Landschaftsplaner – ganz gleich, welche Lage, welche Lichtverhältnisse oder welche Größe. Was in erster Linie zählt, ist der geografische Standort, etwa der alpine Raum, wo künftig vor allem robuste, standortangepasste und trockenheitsverträgliche Pflanzen an Bedeutung gewinnen werden, wie Hannes Eder von Garten Eder weiß: „Besonders klimaresilient sind heimische Arten, die sowohl mit Hitzeperioden als auch mit starken Temperaturschwankungen gut umgehen können.“ In dieser Frage fügt Landschaftsarchitektin Stefanie Hauser von hennerbichler naturdesign hinzu: „Für den alpinen Raum sind grundsätzlich Nadelgehölze besser geeignet, da sie durch ihre geringe Oberfläche der Nadeln extreme Kälte und Schneelast besser überstehen. Dennoch ist eine Mischung aus verschiedenen Gehölzen in Gärten immer die bessere Wahl.“

Auch Bernhard Kramer von Kramer & Kramer spricht sich für einen guten Mix von Nadel- und Laubgehölzen aus, der in höheren alpinen Lagen möglich sei, sofern es sich um besonders robuste und frostharte Arten handelt. Besonders wichtig dabei ist auch ihm, dass alles zum Gestaltungs- und Nutzungskonzept passt. Sollte der Urlaub woanders als im eigenen Garten stattfinden, sollte man sich absichern und für eine lückenlose Pflege vorbereiten, rät der Experte, damit es keine bösen Überraschungen gibt. „Ich empfehle eine automatische Bewässerungsanlage, die man vor der Abreise auf die planbaren Witterungsverhältnisse programmieren kann und einen Rasenmähroboter, der per App gesteuert werden kann.“

Zeit zum Aufblühen
So richtig perfekt wird der Garten durch das harmonische Zusammenspiel von Arten, Farben, Formen und Materialien, wobei eine gewisse Großzügigkeit bei der Planung immer einen wichtigen Platz einnimmt, um dem Freiheitsgefühl so nahe wie möglich zu kommen. Kiesbeete und Ziergräser in der Sonne wechseln mit bereits groß gesetzten Schattenspendern ab, Freiflächen rund um den Pool und auf den Terrassen unterstreichen mit großformatigen Stein- und Keramikplatten die Offenheit und Weite des Open-Air-Wohnzimmers.

Um einzelne besondere Akzente in dieser Szenerie zu setzen, kommen außergewöhnliche Materialien wie gebürsteter Edelstahl, Altholz, Sichtbeton, Cortenstahl oder edle Natursteine zum Einsatz, eingebettet in einen passenden Farbtrend des Blüten- und Blätterkleides. Unterm Strich entsteht ein persönliches und sich immer wieder neu erfindendes Rückzugsrefugium, idealerweise begleitet von einem darauf abgestimmten Beleuchtungskonzept, das rund um das ganze Jahr eine permanente Einladung an die Seele bleibt.
KITZBÜHEL
