08.08.2019
Kaum ein anderer Baustoff vermittelt so viel Wärme und Authentizität wie echtes Altholz. Deshalb war und ist die Nachfrage nach diesem Werkstoff ungebrochen. Im Gegensatz zu den Allerwelts-Materialien, die beim aktuellen „Upcycling“-Trend gefragt sind, sind seriöse Ressourcen bei Altholz begrenzt. Besonders, wenn man Wert darauflegt, dass Altholz aus möglichst nahen, heimischen Quellen stammt. Kenner, Interior Designer, Innenarchitekten und Produzenten setzen bei ihren Projekten für anspruchsvollste Kunden selbstverständlich nur auf echtes Altholz. Und auf die nötige aufwändige, fachgerechte Handwerksarbeit bei der Auswahl, Ausbau, Sortierung, Kontrolle, Be- und Verarbeitung dieses Materials.
Altholz ist „belebtes“ Material
Damit erklärt Markus Decker, Geschäftsführer der Tischlerei Decker im Tiroler Unterland, die ungebrochene Beliebtheit des Materials Altholz. „Es birgt unglaublich viel Geschichte durch oft rätselhafte Gebrauchsspuren, wirkt geheimnisvoll, spannend und dennoch bringt es in Räume eine Atmosphäre, die sehr entspannend wirkt, Wohlbefinden und Harmonie auslöst“, erläutert er. Sein Unternehmen beschäftigt sich seit Generationen mit diesem Material und konzipiert und produziert Altholz-Interior sowohl für klassisch-rustikales als auch für modernstes Ambiente.

Altholz: Alte Eiche einer Weinpresse, Foto: Tischlerei Decker
„Altholz ist sehr charakterstark …
… und damit wird jedes Ergebnis einzigartig. Es hat eine ganz besondere Optik und Haptik. Es wurde in wahrstem Sinne des Wortes ‚belebt‘. Diese Eigenschaften lassen alle Versuche aus neuem Holz ‚Altholz‘ nachzubauen kläglich scheitern“, ergänzt er.
Altholz ist ein Rohstoff der innen und außen gleich gut funktioniert. Durch Einflüsse von Witterung und Licht bekommt das Holz seine charakteristische Farbgebung und seine besondere Optik. Dadurch wirken auch moderne, schlichte Gestaltungen z.B. von Wänden sehr lebendig.
Altholz in modernem Ambiente
Aktueller Trend ist nämlich, Altholz häufig mit geradliniger und moderner Formensprache zu kombinieren. Angenehmes und positives Empfinden bleibt diesen Räumen durch den Charakter des Altholzes aber erhalten. Bei Objekten, die noch echtes Altholzinventar besitzen werden Decken, Täfelungen, Einrichtung und Böden häufig ausgebaut und gereinigt. „Fehlendes wird ergänzt und dann zum größten Teil in seiner ursprünglichen Bauweise wieder eingebaut und mit modernstem Interieur kombiniert“, berichtet Decker aus der Praxis. Ihn freut dabei besonders die Wertschätzung des alten Handwerkes und dass Kunden ein Faible dafür haben, wenn Altes ausgebaut, ergänzt und in seiner ursprünglichen Tradition eingebaut und wiederbelebt wird.
Chalet in der Schweiz: hier wurde der Bestand teilweise vor Ort gewaschen (Täfelungen und Decken), Fehlendes passend ergänzt und ausgetauscht, Böden ergänzt.
Luxusprodukt Altholz?
Die Ressourcen von Altholz sind ohne Zweifel begrenzt. Zumindest, wenn man Wert auf Echtheit und noch dazu auf ortsnahe, regionale Herkunft legt. Recherche, Gewinnung, Sortierung und Aufbereitung sind aufwändig und nur durch Handarbeit auch bei der Sicht- und Qualitätskontrolle machbar. Dabei müssen besonders die großen Unterschiede durch Umwelteinflüsse und Lagerung des Holzes eruiert und beurteilt werden. Hinzu kommt, dass laut Decker potenzielle Schädlinge durch spezielle Trocknungsverfahren zu 100% entfernt werden müssen, und dass Altholz erst durch mehrmaliges Waschen seine unverfälschte, authentische Oberfläche wieder freigibt.
Qualität also, die wie jedes andere Qualitäts-Handwerksprodukt ihren Preis hat, und die man nur in die Hände erfahrener und vertrauenswürdiger Profis legen sollte. Dafür genießt man – in rustikalem wie in modernem Ambiente – eine einmalig-authentische, nachhaltig wirksame, lebendige und „hoamelige“ Atmosphäre.

Markus Decker ist Geschäftsführer der Tischlerei Decker in Itter/Tirol (40 Mitarbeiter) und seit 2004 mit seiner Tischlerei Mitglied der international erfolgreichen Tiroler Tischlervereinigung Baumstark. Als Funktionär der Tischler-Innung in der Wirtschaftskammer Tirol ist er in mehreren Ausschüssen tätig (z.B. Kreativteam Tirol, Lehrlingsausbildung, Bundeswerbeausschuss, Prüfer bei Abschlussprüfungen, Bewerter bei Bundeslehrlingswettbewerben u.v.m.)
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